Titel: Ueber das Cappahbraun, eine neue Farbe für Mahler und Anstreicher.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XLIX./Miszelle 13 (S. 239–240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064049_17

Ueber das Cappahbraun, eine neue Farbe für Mahler und Anstreicher.

Ich bediente mich, schreibt Hr. W. Brockedon an die Society of arts, seit mehreren Jahren des schwarzen Braunsteinoxydes als Mahlerfarbe, indem es nicht nur sehr viel Körper hat, sondern auch sehr schnell troknet. Ich muß mich daher sehr wundern, daß diese Farbe weder unter den Kunstmahlern, noch unter den Anstreichern mehr in Aufnahme kam. Sie gibt ein sehr dunkles Eisengrau, färbt selbst in kleinen Quantitäten eine sehr große Menge von Weiß, dekt für sich allein und dünn aufgetragen selbst die lichtesten Gegenstände, und troknet selbst mit kaltgepreßtem Leinöhle abgerieben in wenigen Stunden. Seit 2 oder 3 Jahren kommt nun aber aus Irland ein neuer Farbstoff dieser Art, welcher zu Cappah bei Cork auf den Gütern des Lord Audley gewonnen wird, und der aus Torf und Braunstein besteht. Dieses Cappahbraun ist als Wasserfarbe intensiver und schöner als das aus dem Torfe gewonnene Vandykebraun, von dem es sich auch durch einen Stich ins Grünlichbraune unterscheidet, in Hinsicht auf seine Ausbreitung auf dem Papiere findet es seines Gleichen nicht. Noch schäzbarer ist es aber als Oehlfarbe, denn als solche verbindet es den Glanz und die Tiefe des Asphaltes mit dem unschäzbaren Vortheile, daß es in wenigen Stunden troknet. Ich will daher lieber jede andere einzelne Farbe vermissen, als das Cappahbraun, welches mir sowohl zu Aquarell- als zu Oehlgemälden ganz unentbehrlich geworden ist. Da dieser Farbstoff in großen Quantitäten vorkommt, so verkauft ihn die West-Cork-Company auch als Anstreicherfarbe für Schiffe und Gebäude, als welche sie in Hinsicht auf Ton, Dauer und Wohlfeilheit ebenfalls ihres Gleichen sucht. Man hat versucht durch Schlämmen dreierlei verschiedene Schattirungen zu erzielen, welche man unter dem Namen Cuchrom in den Handel brachte; |240| ich bediente mich jedoch immer des ursprünglichen Materiales und fand dieses auch am Schäzenswerthesten. (Aus dem Transactions of the Society of arts, Vol. LI, P. 1, S. 142.)

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