Titel: Dupuis de Grandpré's Bugsier- oder Anhohlmethode.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XLIX./Miszelle 5 (S. 235–236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064049_9

Dupuis de Grandpré's Bugsier- oder Anhohlmethode.

Hr. Dupuis de Grandpré in Bordeaux ist der Erfinder einer Vorrichtung, womit man Fahrzeuge aller Art stromaufwärts schaffen kann, und von der sich der Urheber verspricht, daß sie sowohl die gewöhnliche Anhohlmethode als auch die Dampfzugboote oder Remorqueurs mit Vortheil ersezen kann. Diese Vorrichtung, der der Erfinder den Namen Hydrocélére beilegte, soll nach einem Aufsaze, den das Mémorial encyclopédique aus dem Echo de Vésone entlehnte, aus einem Schaufelrade, ähnlich dem an den Dampfbooten gebräuchlichen; aus einem auf höherem Niveau angebrachten Wasserbehälter; aus einem stromaufwärts von diesem Behälter aufgestellten Eimerrade und aus einem Taue bestehen. Das Ganze soll auf einem eigens gebauten Fahrzeuge untergebracht seyn, und um dasselbe herum soll ein bedekter Gang führen. Das Schaufelrad ist leicht, aber fest und so gebaut, daß es mit sehr schwacher Strömung und bei 8 Zoll Tauchung arbeitet; es sezt durch eine an seiner Welle angebrachte Kurbel die Pumpe, welche das Wasser in den Behälter schafft, in Bewegung. An dem Eimerrade und mit ihm an einer Welle ist eine Rolle von beiläufig 5 Fuß im Durchmesser angebracht; und über diese Rolle, welche mit der an den Schleifsteinen gebräuchlichen Aehnlichkeit hat, läuft gleich der Kette eines Bratenwenders ein doppeltes Tau, welches mit dem einen Ende an einer an einem fernen Punkte befestigten umlaufenden Rolle so angebracht ist, daß, wenn die Maschine in Thätigkeit ist, das ganze Tau einer fortwährenden rotirenden Bewegung theilhaftig wird. Bei einem öffentlichen Versuche, den man in Gegenwart mehrerer Civil- und Militärbeamten anstellte, wurde die zweite Rolle an einem 420 Meter stromaufwärts gelegenen Stüzpunkte angebracht, und auf ein gegebenes Signal mittelst eines kleinen Schuzbrettes Wasser aus dem Behälter ausgelassen. Das Wasser fiel mit einer im Voraus berechneten Kraft in die Eimer des Eimerrades, und sezte hiedurch das doppelte Tau, an dessen oberer Seite das anzuhohlende Fahrzeug angehakt war, in Bewegung, so daß sich das Fahrzeug, welches 24 Fuß Wasser aus der Stelle trieb und mit Bausteinen beladen war, rasch dem Hydrocélère annäherte. Die Distanz von 420 Meter, welche das Fahrzeug stromabwärts in 17 Minuten seit durchlief, ward mittelst der neuen Vorrichtung stromaufwärts |236| in 3 1/2 Minute zurükgelegt; die Bewegung war also stromaufwärts 5 Mal so schnell als stromabwärts. Die Vorzüge und Vortheile der neuen Erfindung sollen sich demnach als so außerordentlich ergeben haben, daß in Kürze eine allgemeine Anwendung derselben zu erwarten steht. Der Erfinder meint, daß seine Apparate in Entfernungen von 2 Kilometern von einander anzubringen seyen; und daß man zum Anhohlen der Schiffe von Bordeaux bis Toulouse, wozu gegenwärtig 20 bis 22 Tage verbraucht werden, nicht mehr als 4 Tage nöthig haben dürfte.

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