Titel: Mittel gegen die Engerlinge.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. LXII./Miszelle 18 (S. 319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064062_18

Mittel gegen die Engerlinge.

Hr. Jaume Saint-Hilaire hat eine chemische (Komposition erfunden, welche der Vegetation günstig, sämmtlichen Insecten hingegen und namentlich den Engerlingen (vers blancs), die so großen Schaden anrichten, verderblich ist. Da die Zusammensezung dieses Mittels, dessen Wirksamkeit bereits durch zahlreiche Versuche hergestellt seyn soll, noch geheim gehalten wird, so können wir einstweilen nur über dessen Anwendungsweise berichten. Es wird nämlich gleich dem Düngpulver ausgestreut und unmittelbar darauf mit dem Spaten unter die Erde gebracht, indem es viele Salze enthält, die sich zum Nachtheile der Wirksamkeit verflüchtigen würden. Das Umgraben muß nach der Lange der Wurzeln der Gewächse, welche man cultiviren will, mehr oder minder tief vorgenommen werden. Wenn es sich um Vertilgung der Engerlinge in Baumschulen oder Garten handelt, so soll man zwischen den Bäumen oder den Gewachsen eine Furche von einigen Hell Tiefe ziehen, in diese die Composition streuen und sie hierauf zuwerfen. Auf Wiesen, die man nicht umbrechen will, soll man so nahe als möglich an einander Furchen ziehen, und diese, nachdem man das Wurmmittel hinein gebracht, wieder mit Rasenstüken bedeken. Die Composition besizt einen sehr starken Geruch, der sich selbst nachdem sie unter die Erde gebracht worden, noch sehr lange erhält, ohne deßhalb jenen, die mit ihr zu thun haben, nachtheilig zu werden. Man kann auf eine halbe Hectare Landes 10, ja selbst bis 15 Hectoliter davon anwenden. Der Preis eines Hectoliters ist auf 4 Franken fixirt, und um diesen kann man sich das Mittel bei dem Erfinder auf dem Mont Souris in der Banlieue von Paris verschaffen. (Mémorial encyclopédique, Februar 1837.)

Hr. Letellier von Saint-Leu-Taverny zeigte der Akademie der Wissenschaften in Paris bei Gelegenheit der neuerlichen Besprechung obigen Geheimmittels gegen die Engerlinge an, daß er sich seit dem Jahre 1835 mit diesem Gegenstande beschäftige, und gefunden habe, daß die meisten der Gifte, welche auf den menschlichen Organismus einen höchst verderblichen Einfluß äußern, auf diese Larven beinahe keine Wirkung haben; daß aber die alkalischen eisenblausauren Salze dieselben auf das Schnellste, Sicherste und Wohlfeilste zerstören, und zwar ohne daß für die Vegetation irgend ein Nachtheil daraus erwächst. Er wendet mit bestem Erfolge ein unreines derlei Salz an, welches ex durch Glühen thierischer Körper mit Potasche oder Kalk erzielt. (Echo du monde savant, No. 210.)

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