Titel: Ersazmittel für die Schleußen an Canälen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. LXII./Miszelle 4 (S. 313)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064062_4

Ersazmittel für die Schleußen an Canälen.

Hr. de Montureaux machte in der Sizung, welche die Akademie der Wissenschaften in Paris am 30. Febr. l. J. hielt, den Vorschlag, die Schleußen durch schiefe Flächen zu ersezen, über welche die Boote auf 2 oder 4räderigen Wagen, deren eiserne Räder in eisernen Falzen zu laufen hätten, gezogen werden sollen. Damit die Boote ohne alle Mühe auf den Wagen hinauf und wieder von demselben herab gebracht werden könnten, müßten die schiefen Flächen und die Falzen einige Meter weit unter das Wasser des Canales fortgeführt, und so weit unter demselben versenkt seyn, daß das Boot schwimmend über dem Wagen anlangt. Wäre das Boot bis zu der Stelle, an der die schiefe Fläche unter das Wasser taucht, gediehen, so müßte die Zugkraft zu wirken beginnen, wo dann der Wagen unter dem Boote anlangen, und sich also von selbst und ohne alle Mühe beladen würde. Der Wagen müßte starke Arme haben, damit das Boot weder auf die Seite fallen, noch aber auch glitschen könnte. Die schiefe Fläche, welche an dem unteren Canalniveau zur Auffahrt dient, müßte durch eine Curve mit jener in Verbindung gebracht werden, welche zum Wieder-Emporsteigen in das obere Canalniveau bestimmt ist. Leztere schiefe Fläche, welche nicht so lang wäre, als erstere, müßte bis auf 5 bis 4 Meter unter das Wasser tauchen, so daß das Boot von selbst flott würde, um dann seinen Weg über dem untergetauchten Wagen hinweg fortzusezen. Auf dieselbe Weise ließe sich das Boot auch von einem höheren auf ein tieferes Niveau herabschaffen. Die Hauptsache bleibt unter diesen Umständen nur eine Kraft ausfindig zu machen, welche das beladene Boot mit dem Wagen, auf dem es ruht, zu ziehen im Stande ist. Diese Kraft wird je nach Umständen bald in dem Dampfe, bald in einem Wasserrade, bald in den Flügeln einer Windmühle, bald in einer Verbindung mehrerer dieser Mittel zu suchen seyn. (Mémorial encyclopédique, März 1837, S. 155.)

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