Titel: Ueber eine Haut-Relief-Walzendrukmaschine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. LXII./Miszelle 7 (S. 314–315)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064062_7

Ueber eine Haut-Relief-Walzendrukmaschine.

Bei der Notwendigkeit, in der Fabrication fast aller Drukwaaren die möglichst billige Herstellung zu erzielen, ist von vielen Fabrikanten der Mangel einer zwekmäßigen Maschine für Tücheldruk längst gefühlt worden. Unserem Bestreben, diesem Mangel abzuhelfen, ist es endlich gelungen, die oben genannte Maschine zu erfinden, welche alle früheren Erfindungen in dieser Art weit übertrifft, indem sie sich durch ihre Wohlfeilheit und Dauer, Einfachheit in der Behandlung auszeichnet und eine sehr große Ersparung am Druklohn gibt. Sie bedarf ferner keiner bedeutenden Betriebskraft; ein Mann ist hinreichend, sie vermittelst eines gewöhnlichen Schwungrades in Gang zu sezen. Durch Wasser oder Dampf bewegt, wobei man die Geschwindigkeit vermehren kann, leistet sie mehr als alle anderen Rouleaudrukmaschinen; wir haben bei gewöhnlichem Gang in Hl) Arbeitsstunden 6000 Tüchel täglich gedrukt; im Nothfall und bei den nöthigen Vorbereitungen kann man nach der gewonnenen Ueberzeugung 15 bis 20,000 Tüchel in einem Tage damit druken.

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Die im Anfange Statt gefundenen Schwierigkeiten in Anfertigung der Muster haben wir so vollkommen besiegt, daß solche jezt schnell und sicher geschieht und unsere jezigen Muster, im Verhältniß der in der Zeichnung liegenden Schwierigkeiten,

für Cottone in 8 12 Tagen zum Kostenpreis von circa 4 bis 12 fl. CM.
5/4 Tüchel 10 18 15 bis 22 fl.
6/4 detto 12 20 24 bis 30 fl.

herzustellen sind.

Die Drukwalzen selbst sind viel billiger als die kupfernen Rouleaux; es kostet uns eine Drukwalze – ohne Muster –

für Cottone circa 4 Wiener Zoll im Durchmesser circa 13 fl. Conv. Münze.
5/4 Tüchel 29 in der Länge 18 fl.
6/5 detto 35 22 fl.

und diese Walzen sind nicht nur für viele Muster zu gebrauchen, sondern bleiben auch immer, bis auf einen kleinen Abgang in der endlichen Umarbeitung in ihrem Werthe.

Die seit 9 Monaten bei uns im Gange befindliche Maschine arbeitet zu unserer vollkommenen Zufriedenheit und so billig, daß uns der Druklohn für 1 Duzend Tüchel, für welches wir früher bei Handdruk 12 kr. CM. zahlten, jezt durch die Maschine nur circa 1 kr. CM. kostet.

Wir wünschen diese Erfindung gemeinnüzig zu machen; und bei der leicht zu erkennenden Nüzlichkeit derselben glauben wir, vielen Fabrikanten in Folgendem willkommene Vorschlage zu machen:

Denjenigen Fabriken, welche darauf eingehen wollen, liefern wir eine vollständige Maschine gegen eine Vergütung von Gulden Eintausend Conv. Münze, wenn sich wenigstens 20 ausländische Fabriken zur Annahme der Maschine erklärt haben.

Die Auslieferung der Maschine geschieht nach der Reihe, in welcher die bestimmten Erklärungen zur Theilnahme eingehen.

Bei der Theilnahmserklärung ist die erste Hälste der Kaufsumme mit fl. 500 – zu entrichten; die andere Hälfte von fl. 500 – bei Auslieferung der Maschine. –

Verpakungs- und Transportspesen tragen die Herrn Empfänger.

Ueber die Behandlung der Maschine, Anfertigung der Drukwalzen u.s.w. geben wir die ausführlichsten Erläuterungen schriftlich, stellen es aber auch jedem Theilnehmer frei, einen in Holz- und Metallarbeiten geübten Formstecher auf seine Kosten zu uns zu senden, dem wir die nöthigen Anleitungen geben werden; alle Manipulationen sind sehr einfach und leicht aufzufassen.

Drukwalzen ohne und mit Muster können wir bei unserer Einrichtung schnell und zu mäßigen Preisen anfertigen; wir sind bereit, die theilnehmenden Fabriken damit zu versorgen.

Köchlin und Singer
in Jungbunzlau in Böhmen.

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