Titel: Einiges über den Einfluß der Eisenbahnen auf die Zunahme des Verkehres.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. LXXVIII./Miszelle 3 (S. 391–392)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064078_3

Einiges über den Einfluß der Eisenbahnen auf die Zunahme des Verkehres.

Hr. Jobard gibt im Recueil industriel, Januar 1837, S. 72 eine Zusammenstellung einiger Eisenbahndaten, die, wenn sie unseren Lesern auch bereits im Einzelnen größten Theils bekannt sind, doch einen nicht uninteressanten Ueberblik gewähren.

An der Liverpool-Manchester-Eisenbahn belief sich die Zahl der Reisenden

im Jahre 1831 auf 445,047
1832 356,945
1833 386,492
1834 436,637
1835 473,847

Hieraus folgt, daß wenn auch der Andrang zu den Eisenbahnen anfangs nur der Neugierde wegen sehr groß ist, der wirkliche Verkehr in kurzer Zeit so zunimmt, daß er das Aufhören der Resultate der Neugierde weit überwiegt.

Die Einnahme für Personentransport betrug im Jahre 1835 schon

401,754 Pfd. St. 19 Sch. 6 D.
im Jahre 1836 112,684 16 4
––––––––––––––––––––––––
mithin Zunahme 10,932 Pfd. St. 16 Sch. 10 D.

Die Einnahme für Waarentransport betrug

im Jahre 1835 nur 78,290 2 5
1836 85,068 16 7
–––––––––––––––––––––
mithin Zunahme 6,778 Pfd. St. 14 Sch. 2 D.

Die ganze Zunahme der Einnahme vom Jahre 1835 auf das Jahr 1836 belief sich also auf 47,744 Pfd. St. 44 Sch.

Der Ertrag der Taxe, welche auf die Postpferde gelegt ist, gab im Jahre 1835 für England und Wallis einen Ausfall von 2000 Pfd. St., wenn man den District von Liverpool nicht mit in Anschlag bringt. Diesen District hingegen mitgerechnet, ergab sich im Vergleiche mit dem Jahre vorher ein Mehrertrag von 3000 Pfd., der lediglich davon herrührt, daß gegenwärtig weit mehr Postpferde gebraucht werden, um aus der Nachbarschaft an die Eisenbahn zu gelangen. Die Furcht der Pferdebesizer und Miethkutschenunternehmer vor den Eisenbahnen erwies sich hier als vollkommen ungegründet; denn gerade in den Eisenbahndistricten hat sich die Zahl der Pferde, der Omnibus und der Fiaker außerordentlich vermehrt, weil der so hoch angewachsene Zufluß zu den Eisenbahnen und der Abfluß von ihnen nur auf diese Weise gefördert werden kann.

Der Hafen in Dundee in Schottland zahlte im Jahre 1832 nur 43,000 Seelen, und die Personenfrequenz zwischen diesem Hafen und dem benachbarten Orte Newtyle ward auf 4000 angeschlagen. Im Jahre 1832 verband man beide Orte durch eine Eisenbahn. Die Folge davon war im Jahre 1832 eine Frequenz von 31,109, im Jahre 1833 eine von 29,702, im Jahre 1834 eine von 49,143, und |392| im Jahre 1835 eine von 54,756 Personen. Dabei war die Bevölkerung von Dundee bis zum Jahre 1836 bereits auf 50,000 Seelen angewachsen.

Eine eben so außerordentliche Zunahme des Verkehrs zeigte sich auf dem Canale zwischen Glasgow und Paisley seit der Einführung der sogenannten fliegenden Barken, welche 10 engl. Meilen in der Stunde zurüklegen. Die Personenfrequenz belief sich nämlich

im Jahre 1831 auf 79,455
1832 148,516
1833 240,062
1834 207,275
1835 373,299

In Hinsicht auf die Preise müssen wir bemerken, daß es auf der Liverpool-Manchester-Bahn nur zwei Classen von Wagen gibt; in der ersten Classe zahlt man 30, in der zweiten 23 Cent. für die Meile. In Belgien hingegen hat man vier Classen, und man zahlt in der ersten 4 1/2, in der zweiten 7 1/4, in der dritten 12 und in der vierten 14 Cent. für die Meile. Man kann also in Belgien, wo die Bahn Staatseigenthum ist, um das Fünffache wohlfeiler reisen, als in England, wo die Bahnen Eigenthum von concessionirten Gesellschaften sind.

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