Titel: Neuere Preisaufgaben verschiedener Gesellschaften.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XC./Miszelle 1 (S. 462)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064090_1

Neuere Preisaufgaben verschiedener Gesellschaften.

I. Die Société royale et centrale d'Agriculture in Paris hat für das Jahr 1839 nebst Beibehaltung von 20 älteren Preisaufgaben folgende neue ausgeschrieben.

1. Preis von 2000 Fr. für denjenigen, dem es gelingt, durch bereits bekannte oder neu entdekte Mittel den Ausbruch der Muscardine unter den Seidenraupen zu verhüten, oder die Fortschritte der ausgebrochenen Krankheit zu hemmen. Die Concurrenten müssen ihre Methode wenigstens bei einer mit 4 Unzen Samen veranstalteten Raupenzucht bewährt haben, und alle Thatsachen genau beschreiben und durch Dokumente belegen. Abgesehen von diesem Preise behält sich die Gesellschaft vor, goldene und silberne Medaillen an diejenigen zu ertheilen, die ihr die wichtigsten Mittheilungen über diesen Gegenstand machen.

2. Sechs Preise, jeder zu 4000 Fr., von dem Handelsministerium gegründet, für Abfassung kleiner landwirtschaftlicher Elementarbücher für den Gebrauch der Kinder in den Primarschulen.

Die Preise werden in der öffentlichen Generalversammlung im Jahre 1839 vertheilt.

Das ausführliche Programm erhält man unentgeldlich bei Madame Huzard in Paris, rue de l'Eperon, No. 7.

II. Die Société libre d'émulation in Rouen ertheilt eine goldene Medaille von 300 Fr. im Werthe demjenigen, der eine Methode angibt, nach der auf wohlfeile Weise und unter Anwendung einer von den Sauren höchst wenig angreifbaren Substanz das Verfahren ersezt werden kann, nach welchem man dermalen die in der Zeugdrukerei gebräuchlichen gravirten Platten erzeugt. Der Concurs wird mit dem 20. April 1838 geschlossen.

III. Die Société royale de sciences, de l'agriculture et des arts in Lille hat unter mehreren Preisen, die bloß von örtlichem Interesse sind, auch folgende von allgemeiner Wichtigkeit ausgeschrieben.

1. Medaille von 400 Fr. im Werthe für den Verfasser der besten Abhandlung und Beobachtungen über die Anwendung des Runkelrübenmarkes und der Melassen als Viehfutter, so wie über die daraus erwachsenden Vortheile und Nachtheile.

2. Goldene Medaille von 200 Fr. im Werthe für die beste Abhandlung über die Mittel, womit man vergleichsweise den Werth der zur Destillation bestimmten Melassen abschäzen kann; und über die Ursachen, denen der große Unterschied der Rübenmelassen in Hinsicht auf den Ertrag an Alkohol zugeschrieben werden muß.

3. Goldene Medaille von 200 Fr. im Werthe für den Bleiweißfabrikanten, der nachweist, die besten Maßregeln gegen die mit dieser Fabrikation verbundenen Gefahren für die Gesundheit getroffen zu haben.

4. Goldene Medaille von 200 Fr. dem Erfinder eines landwirthschaftlichen Instrumentes, aus dessen Anwendung ein großer Nuzen erwachsen muß.

Die Preisbewerber haben sich bis zum 4. Jul. 1837 zu melden.

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