Titel: Verbessertes eisernes Dampfboot für seichte Flüsse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XC./Miszelle 2 (S. 462–463)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064090_2

Verbessertes eisernes Dampfboot für seichte Flüsse.

In Nantes wurden Ende April die Probefahrten mit dem Dampfboote la Ville de Rennes,“ welches zum Verkehr auf der Vilaine zwischen Rennes und Redon bestimmt ist, unternommen. Man glaubte früher, daß die engen Brükenbogen und die kurzen Schleusten der Beschiffung dieses Flusses mit Dampfbooten ein unübersteigliches Hindernis in den Weg legen würden) allein gegenwärtig ist man überzeugt, daß das von den HH. Alliot und Rocher aus Eisenblech erbaute Boot über alle Schwierigkeiten den Sieg davon tragen wird. Das neue Boot besteht aus zwei Rümpfen, von denen der Hintere die Maschinen, die Kessel und die Cajüte für die Reisenden trägt, Flächen der vordere zur Aufnahme der Waaren bestimmt ist, von denen er 25 bis 30 Tonnen fassen kann, ohne mehr |463| dann 20 Zoll tief im Wasser zu gehen. Der Hintere Rumpf, der den vorderen vor sich her zu schieben hat, und den man daher den Treiber (propellateur) nennen kann, endigt sich in einen Sporn, der mit dem vorderen Rumpfe in einem Vförmigen Ausschnitte articulirt. Beide Rümpfe sind durch einen einfachen hölzernen Balken verbunden; sie lassen sich durch Abnahme dieses Balkens in ein Paar Minuten trennen, damit einer um den anderen in die Schleußen, die zur gleichzeitigen Aufnahme beider zu klein sind, eintreten kann. Mit einander verbunden scheinen die beiden Fahrzeuge gleichsam nur aus einem einzigen zu bestehen, dessen Verdek 93 Fuß lang und 12 Fuß breit ist. Die Ruderräder sind nicht wie gewöhnlich an den beiden Seiten des Fahrzeuges angebracht, sondern sie befinden sich rükwärts in zwei Austiefungen, die an den beiden Seiten einer schmalen Kammer, worin die Maschine von 40 Pferdekräften untergebracht ist, bestehen. Die Maschinen arbeiten mit hohem Druke und ohne Condensirung, und sind aus zwei sich schwingenden, und unter einem Winkel von 45° gegen einander geneigten Cylindern zusammengesezt. Ihre Kolben wirken direct und ohne Kurbelstüke oder Verzahnungen auf die Achse der Räder, die sie mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 39 Umgängen in der Minute umtrieben. Die Kessel sind zur Herstellung des Gleichgewichtes an dem anderen Ende des Treibers untergebracht; sie sind Röhrenkessel und nach einem neuen, von Hrn. Alliot angegebenen Systeme gebaut. Zwischen ihnen und den Maschinen befindet sich die sorgfältig decorirte und geräumige Cajüte für die Passagiere. (Aus dem Echo du monde savant, No. 228.)

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