Titel: John Collier's Apparat zur mechanischen Heizung der Dampfkessel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XC./Miszelle 3 (S. 463–464)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064090_3

John Collier's Apparat zur mechanischen Heizung der Dampfkessel.

Die Nachtheile der gewöhnlichen Heizung der Dampfkessel, mit der jedes Mal eine merkliche Abkühlung des Ofens, so wie auch eine Unterbrechung der Verbrennung verbunden ist, sind langst anerkannt. In England suchte man ihnen auf mehrfache Weise, namentlich durch mechanische Heizapparate zu steuern. In Frankreich fanden diese Apparate jedoch noch keinen Eingang, obschon einer der vollkommensten und besten von Hrn. John Collier in Paris erfunden und von dem Erfinder nach England übergetragen wurde, wo er günstige Aufnahme fand. Hr. Cordier fand es daher für nöthig, die Aufmerksamkeit der Akademie auf jenen Apparat zu lenken, den Hr. Collier für die Fabrik des Hrn. Griolay in Paris baute. Er besteht der gegebenen Beschreibung gemäß aus einem Aufschütttrichter, aus zwei horizontalen, diamantartig geschnittenen Zermalmungscylindern und aus zwei kreisrunden, an einander gränzenden, in einer und derselben horizontalen Fläche gelegenen Projectoren, die nach entgegengesezten Richtungen umlaufen. Die Steinkohlen werden, so wie sie an die (Zylinder herabgelangen, von diesen zum Theil in Splitter, zum Theil in Pulver verwandelt, um dann in den zwischen den Achsen der Projectoren befindlichen Raum herabzufallen, und von diesen fortwährend über die glühende Heizstelle ausgestreut zu werden. Die Projectoren haben die Gestalt eines Rades, welches aus einer kegelförmigen geraden Schneke besteht, um welche herum senkrecht sechs trapezoidale Flügel eingesezt sind; ihre Geschwindigkeit beträgt gegen 200 Umgänge in der Minute, so daß sie also nothwendig auch einen leichten Grad von Ventilation bedingen. Die Quantität des auszustreuenden Brennmateriales läßt sich leicht mittelst Nußschrauben reguliren. Die Roststangen sind nicht über 8 Millimeter von einander entfernt. Der Apparat arbeitet nun seit beinahe sechs Monaten, und ergab folgende Resultate: 1) ist die Heizung vollkommen regelmäßig; 2) werden alle oder beinahe alle Brennstoffe unter den Siederöhren oder unter dem Kessel verbrannt. 3) entweicht beim Schornsteine nicht mehr Rauch, als in vielen Haushaltungen ein mit Holz aufgezündetes Heerdfeuer gibt. 4) ist der Verbrauch beinahe um ein Zehntel geringer als bei der gewöhnlichen Heizung. 5) kann man ohne alle Schwierigkeit auch die gewöhnliche wohlfeile Steinkohle verwenden. 6) läßt sich das Feuer leicht und ohne daß man den Ofen zu öffnen braucht, mit einem Haken schüren. 7) kann der Heizer als minder beschäftigt auch verschiedene Nebengeschäfte verrichten. 8) endlich läßt sich der Apparat auf alle Arten von Oefen anwenden. – Hr. Blin bemerkte der Akademie hiegegen, daß die in England seit mehreren Jahren gebräuchlichen Feuerspeiser, fire-feeder genannt, vor dem französischen Apparate bei weitem den Vorzug verdienen, weil sie einen Regulator |464| besizen, der allen den Nachtheilen steuert, die aus der Anwendung von Steinkohlen von verschiedener Qualität erwachsen müssen, indem die einen in einer gegebenen Zeit mehr Wärmestoff liefern, als die anderen. Der englische Regulator besteht bekanntlich aus einer Queksilberröhre, die mittelst einer Heberröhre mit dem Kessel communicirt, und welche je nach dem Druke des Dampfes in einer eisernen Röhre steigt oder fällt. Erreicht sie eine gewisse Höhe, so trifft sie auf einen Schwimmer, wodurch die Communication zwischen dem Kessel und dem Feuerspeiser augenbliklich so lange unterbrochen wird, bis die Hize wieder auf den gehörigen Grad vermindert ist – (Wir bemerken zu diesem aus dem Echo du monde savant gezogenen Artikel nur noch, daß man im Polyt. Journal die meisten der englischen Fire-feeders beschrieben und abgebildet findet.)

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