Titel: Chomel's Methode die Melasse von dem in Krystallisationsgefäßen enthaltenen Zuker zu scheiden.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XC./Miszelle 7 (S. 466–467)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064090_7

Chomel's Methode die Melasse von dem in Krystallisationsgefäßen enthaltenen Zuker zu scheiden.

Hr. Chomel in Montreuil sur mer bringt in dem obersten Stokwerke der Trokenanstalt einen Behälter oder ein Reservoir an, welches den bis zum Krystallisiren eingedikten Syrup aufzunehmen hat. Dieser Behälter hat einen falschen Boden aus Metallgitter oder aus einer mit vielen Löchern durchbrochenen Kupfers platte. Eine mit diesem falschen Boden communicirende Röhre steigt 25 Fuß tief in ein Erdgeschoß herab, und endigt sich daselbst in einen Hahn, der, wenn er geschlossen ist, in der Röhre eine Melassensäule von 25 Pfd. zu tragen hat; während er, wenn er offen ist, dieselbe in einen kleinen Trog entweichen läßt, den man stets mit Melasse gefüllt erhält, und in welchen man die Röhre untertauchen läßt, damit keine Luft in diese eindringen kann. Die überschüssige Melasse fließt aus diesem Troge in das Melassen-Reservoir über. Zwischen dem wirklichen und dem falschen Boden des Krystallisationsbehälters sind zwei kleine Tubulirungen angebracht, von denen jede mit einem Hahne ausgestattet ist, und von denen sich die eine in einen Trichter endigt, durch den man Melasse eingießen kann. Um die Melassensäule in der Röhre herzustellen, wird der untere Hahn geschlossen und bei dem Trichter so lang heiße Melasse eingegossen, bis dieselbe an dem Ende der anderen Tubulirung sichtbar wird; denn dieß ist dann ein Beweis, daß Alles gefüllt ist, und daß weder in der Röhre, noch zwischen dem wirklichen und falschen Boden des Krystallisationsbehälters mehr Luft enthalten ist. Ist die Säule ein Mal hergestellt, so hat man sämmtliche Hähne genau zu verschließen, und ist der versottene Syrup hierauf in den Behälter eingetragen, so läßt man Alles ruhig stehen, bis die Krystallisation vollkommen beendigt ist. Ist dieß der Fall, so durchbricht |467| man die Kruste, die sich gebildet hat, und öffnet den unteren Hahn, wo dann die Melassensäule also gleich auf 23 Fuß herabsinken wird, weil die Atmosphäre keine höhere Säule zu tragen vermag. Es entsteht daher unter dem Zuker ein absolut luftleerer Raum, der sich sogleich mit der die Zukerkrystalle umgebenden Melasse füllen, und aus dem angegebenen Grunde immer wieder frisch erneuern wird, so daß ein fortwährendes und ununterbrochenes Abfließen der Melasse wie durch einen Heber Statt finden wird. In der Werkstätte muß, wie in den gewöhnlichen Reinigungsanstalten, eine Temperatur von 15 bis 18° unterhalten werden. Die Zuker lassen sich auf diese Weise in wenigen Minuten besser reinigen, als nach der gewöhnlichen Methode in mehreren Tagen. (Aus dem Mémorial encyclopédique.)

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