Titel: Ueber Marsh's Methode kleine Quantitäten von Arsenik auszumitteln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 64, Nr. XC./Miszelle 8 (S. 467–468)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj064/mi064090_8

Ueber Marsh's Methode kleine Quantitäten von Arsenik auszumitteln.

Hr. L. A. Buchner jun. theilt im Repertorium für die Pharmacie Bd. IX. H. 2 folgende interessante Bemerkungen zu Marsh's Prüfungsart auf Arsenik mit:

„Ich habe Marsh's Verfahren zur Ausmittelung kleiner Quantitäten Arseniks (Polyt Journal Bd. LXIII. S. 448) geprüft und bestätigt gefunden. Die hiebei beschriebenen Apparate sind keine anderen als das bekannte Döbereiner'sche Wasserstoffgas-Reservoir für kleinere, und eine gewöhnliche Döbereiner'sche Zündmaschine für größere Mengen der zu prüfenden Flüssigkeit. Da aber nicht Jeder im Stande ist, einen solchen Apparat sich verfertigen zu lassen, so will ich hiezu ein einfacheres und eben so sicheres Verfahren beschreiben: Man bringe die zu prüfende Flüssigkeit sich nahm eine sehr verdünnte Auflösung der arsenigen Säure) mit einigen Zinkstükchen in ein Sezkölbchen oder eine kleine Arzneiphiole, säure sie mit so viel Schwefelsäure oder Salzsäure an, daß nur langsame Gasentwiklung Statt findet, füge mittelst eines durchbohrten Korkes eine Gasentwiklungsröhre an und fange das sich entwikelnde Gas unter Wasser in einer kleinen Gloke (ein Opodeldoc-Gläschen leistet denselben Dienst) auf. Ist diese mit Gas gefüllt, so ziehe man sie in senkrechter Stellung aus dem Wasser und bringe in demselben Momente eine Flamme unter die Mündung, um das Gas anzuzünden, Flächen dem man die Mündung aufwärts kehrt und gegen die Nase hält. Waren in der Flüssigkeit nur Spuren von Arsenik, so erkennt man diese durch den knoblauchartigen Geruch des verbrennenden Gases; bei größeren Mengen desselben sezen sich außerdem noch nach dem Verbrennen glänzend schwarze Fleken von reducirtem Arsenik an der inneren Wandung der Gloke an, und der Geruch ist viel stärker, und bei noch größeren Quantitäten überzieht sich die ganze Gloke theils mit einem metallglänzenden Ueberzug, theils, und besonders an der Mündung mit einem weißen Anfluge von arseniger Säure. Es läßt sich also bei diesem Verfahren die Gegenwart des Arseniks auf dreierlei Weise erkennen: durch den knoblauchartigen Geruch des verbrennenden Gases, durch den metallischen Ueberzug von Arsenik und durch den weißen Anflug von arseniger Säure. Spült man außerdem die Gloke mit etwas Ammoniakliquor aus, säuert die Flüssigkeit mit Salzsäure an und sezt Hydrothionsäure hinzu, so erhält man den gelben Niederschlag von Schwefelarsenik noch obendrein. Daß man zu dem sich entwikelnden Gase selbst nicht riechen darf, versteht sich bei der höchsten Giftigkeit des Arsenikwasserstoffs von selbst; ohne Nachtheil kann aber dieses bei dem verbrannten Gase geschehen. Eben so wenig werde ich zu erwähnen brauchen, daß man zu diesem Versuche kein arsenikhaltiges Zink oder eine arsenikhaltige Schwefelsäure nehmen darf; die Reinheit derselben kann ebenfalls aus dem damit entwikelten Wasserstoff erkannt werden.“

„Noch muß ich ausdrüklich bemerken, daß bei diesem Versuche nur Zink zur Entwiklung des Gases genommen werden darf, und interessant ist es, daß bei Anwendung von Eisen, wenigstens der gewöhnlichen kohlenstoffhaltigen Drehspäne, das entweichende Wasserstoffgas keinen Arsenik aufnimmt. Sollte dieses verschiedene Verhalten daher kommen, daß der aus Eisen entwikelte Wasserstoff schon zu sehr mit Kohlenstoff gesättigt ist, um noch Arsenik aufnehmen zu können, oder von einem verschiedenen elektrischen Verhalten der zur Gasentwiklung verwendeten Metalle? Ich glaube das leztere, weil bei Anwendung von reinem Zinn zur |468| Entwikelung des Gases aus einer mit Salzsäure angesäuerten arsenikhaltigen Flüssigkeit das aufgefangene Gas ebenfalls wenig oder gar keinen Arsenik verräth. Beim Verbrennen des so erhaltenen Gases konnte ich wohl manchmal einen sehr schwachen knoblauchartigen Geruch wahrnehmen, niemals aber, selbst wenn die Flüssigkeit sehr arsenikhaltig war, einen metallischen Anfing, der jeder Zeit erfolgte, so bald ich nach Zuwerfen von etwas Zink mit der Gasentwiklung fort, fuhr.“

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