Titel: Soyer's Verbesserungen im Modelliren, Gießen und Ciseliren von Bronzegüssen.
Autor: Héricart de Thury, Louis Etienne François
Fundstelle: 1837, Band 65, Nr. XXVIII. (S. 114–127)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj065/ar065028

XXVIII. Bericht des Hrn. Vicomte Héricart de Thury über die von Hrn. Soyer erfundenen Verbesserungen im Modelliren, Gießen und Ciseliren von Bronzegüssen.

Aus dem Bulletin de la Société d'encouragement. Oktober 1836, S. 365.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Ich habe zwar viele Gießereien genau besichtigt; ich bin allerdings längere Zeit mit der Leitung der öffentlichen Bauten und der Errichtung von Monumenten vertraut; allein dessen ungeachtet fürchte ich, daß ich nicht im Stande seyn dürfte, die Leistungen und Erfindungen des Hrn. Soyer tief genug zu würdigen. Ich zähle demnach bei der Vorlage meines Berichtes über die Arbeiten dieses Künstlers, der mit den HH. Ingé in Paris rue des Trois Bornes No. 28 eine Gießerei errichtet hat, in welcher hauptsächlich kolossale Statuen und große Monumente aus Bronze gegossen werden sollen, auf einige Nachsicht.

Nur wenige sind mit den Schwierigkeiten vertraut, womit das Formen oder Modelliren und Gießen großer, kolossaler Statuen, namentlich Reiterstatuen, und überhaupt aller großen zu Monumenten bestimmten Gegenstände verbunden ist. Man muß viel in Gießereien gewesen seyn; man muß alle daselbst vorkommenden Operationen sorgfältig verfolgt, und die Meisterwerke von Girardon, Keller, Bouchardon u.a. studirt haben, um diese Schwierigkeiten gehörig würdigen zu können, und um alle die Unfälle zu kennen, welche beim Modelliren, beim Troknen der Form, beim Bau des Ofens, während dessen Leitung, beim Schmelzen des Metalles, beim Gießen selbst, kurz bei allen Operationen vom Anfang bis zum Ende vorkommen können. Jedermann bewundert die aus den Gießereien hervorgehenden größeren Kunstwerke; höchst wenige wissen aber von den Sorgen, Mühen, Opfern, Verlusten und Unglüksfällen, welche sie vor ihrem Gelingen den Künstlern verursachten; höchst wenige wissen, wie viele Kunstwerke mißlangen, bevor man sie zur Vollendung brachte.20) Man rechnete ehemals gewöhnlich 5, 6, 7 |115| und mehr Jahre zur Vollendung einer kolossalen oder einer Reiterstatue. Falconnet brauchte zu jener Peters des Großen für St. Petersburg 15 Jahre; die Brüder Keller verwendeten auf die Statue Ludwigs XIV. von Girardon 9 Jahre; Bouchardon und Pigalle arbeiteten 8 Jahre hindurch mit allem Fleiße an dem auf dem Vendômeplaze aufgestellten Ludwig XV.; Lemot und Piggiani brauchten zur Vollendung der neuen Statue Heinrichs IV. für den Pont-Neuf volle 4 Jahre.

Hr. Soyer hat durch die Vereinfachungen und Abkürzungen, welche er vermöge seiner Erfindungen in der Kunst des Gießers einführte, dieser Kunst selbst unendliche Dienste geleistet. Nur Jemand, der wie er eben so vollendeter Bildhauer, als Ciselirer und Gießer war, konnte es auch dahin bringen. Er trat im Jahre 1815 als einfacher Ciselirerlehrling in Dienst; diente dann 10 Jahre lang in der Marine, und widmete sich hierauf, durch Noth eben so sehr als durch Neigung angetrieben, wieder seinem früheren Berufe, wobei er sich in Kürze hervorthat. Die Wiederherstellung des Kopfes des olympischen Jupiters, bei der ihn Gros, Cartelier, Galle und Desnoyers aufmunterten, gelang ihm so vollkommen, daß ihm der König für dieses Kunstwerk, welches allein schon seinen Ruf als Künstler begründete, bei der Ausstellung vom Jahre 1822 eigenhändig die goldene Medaille übergab, und ihn mit der Ausführung mehrerer Statuen beauftragte. Die Ausführung dieser gelang gleichfalls so vollkommen, daß die Regierung Hrn. Soyer zu weiterer Ausbildung nach Italien sandte. Nach 5jährigem Aufenthalte daselbst, während welchem er sich durch eine große Medaille des Papstes Leo XII., die er lediglich nach dem Gedächtnisse ausführte, indem Leo keine Büste nehmen ließ, auf das Rühmlichste auszeichnete, lehrte er nach Frankreich zurük, wo er die vaterländischen Gießereien studirte, und deren Vorzüge und Mängel mit jenen des Auslandes verglich.

Wer unsere größeren Gießereien besucht hat, wird gefunden haben:

1) daß die meisten derselben schlecht gebaut, kalt, dunkel und |116| selbst so finster sind, daß man beinahe den ganzen Tag über Licht braucht, was die Arbeit viel langwieriger und schwieriger macht.

2) daß die sogenannten Dammgruben oft zu tief, feucht, und manchmal sogar überschwemmt sind.

3) daß man die Dammgruben, wenn sie zu tief sind, im Verhältnisse zu den Dimensionen der Form öfter zum Theil ausfüllen muß; oder daß man gezwungen ist, in deren Grund ein Mauerwerk aufzuführen, wodurch das Austroknen des Models besonders an der Basis sehr erschwert, und mithin das Verunglüken der Arbeit veranlaßt wird; oder daß man diese Gruben, wenn sie nicht tief genug sind, austiefen muß: was nicht nur den Grundmauern der Gießerei und des Ofens leicht nachtheilig wird, sondern zur Ausführung der später vorkommenden Operationen zuweilen auch Unterbauten oder Ausfüllungen nöthig macht.

4) daß man die Figuren im Allgemeinen schichtenweise (par assises) modellirt, so daß die Höhe öfter nach Vorne aus vier und nach Rükwärts aus eben so vielen Stüken besteht, wodurch eine große Menge von Fugenspuren zum Vorscheine kommen, indem alle diese Stüke durch Bolzen, welche an den Seiten angebracht werden, und welche, wie sehr man deren Anzahl auch vermehren mag, der Form doch nur geringe Festigkeit geben, zusammengehalten werden.

5) daß ungeachtet aller dieser Bolzen die Fugen wegen des öfteren Abnehmens und Zerlegens der einzelnen Stüke in Folge der hiebei Statt findenden Abreibung weiter werden, so daß man, wenn die Form vollendet, getroknet und geschlossen ist, gezwungen wird sie zu vermauern.

6) endlich, daß der Gyps, der auf diese Weise auf die Fugen der Form gebracht worden ist, dieser lezteren einen bedeutenden Grad von Feuchtigkeit mittheilt; und daß diese Feuchtigkeit in Verbindung mit der Kühle der um die Gießform eingefüllten Erde im Momente und während des Gießens zu den ernstlichsten Störungen und selbst zu einem gänzlichen Mißlingen des Gusses Anlaß gibt.

Fügt man zu diesen Gebrechen, welche den meisten unserer älteren Gießereien eigen sind, noch den Mangel an Erfahrung, an Voraussicht und an gehörigen Kenntnissen, den man an der Mehrzahl der Gießer sowohl in Hinsicht auf den Ofenbau, als in Hinsicht auf die Mischungsverhältnisse der Metalle, und in Hinsicht auf Berechnung des Bedarfes an Metall trifft, so wird man unter diesen Umständen sich nur mehr darüber wundern können, daß der Guß einer kolossalen Statue oder einer Reiterstatue doch zuweilen gelingt.

Nachdem Hr. Soyer sich von den Mängeln und Gebrechen der vaterländischen Gießereien überzeugt, und die Ursachen der in denselben |117| vorkommenden Unfälle ermittelt hat, beschloß er nach den von ihm gesammelten Erfahrungen eine große Gießerei zu errichten, in welcher alle von ihm ausgedachten Erfindungen und Verbesserungen Anwendung finden sollten. Die Gießerei, welche er demnach in Verbindung mit den HH. Ingé gründete, und der er eine bedeutende Ausdehnung gab, ist ein schönes und vollendetes, aber ohne Luxus aufgeführtes Bauwerk; sie ist hell, gut gelüftet, troken, groß, hoch und dennoch leicht zu heizen; ihre Dimensionen sind von der Art, daß zwei große Reiterstatuen zugleich darin ausgeführt werden können, ohne daß man dabei in irgend etwas genirt ist. Sie bietet überdieß mehrere wichtige Verbesserungen dar. So befindet sich auf dem Grunde der einen der Dammgruben ein beweglicher Rost, welcher aus gußeisernen Rahmen zusammengesezt ist. Diese Rahmen sind so eingerichtet, daß sie von Fuß zu Fuß eiserne Pfosten, die je nach der erforderlichen Höhe in einander eingezapft sind, aufnehmen; sie sind ferner mittelst Haken solcher Maßen verbunden, daß sie eine sehr solide Einfassung bilden, in welche man die Gießform bringt. Die Beweglichkeit dieser Rahmen gestattet, daß man den Boden, auf den man die Gießform bringt, nach Belieben auf die dem Gusse am besten entsprechende Höhe erheben kann. Durch diese sinnreiche Einrichtung sind alle die Nachtheile beseitigt, welche sonst erwuchsen, wenn man bei zu großer Tiefe der Dammgrube zu deren Ausfüllung schreiten oder ein Mauerwerk zu diesem Zweke anbringen mußte.

Ein zweiter Vortheil, welcher aus dieser Einrichtung hervorgeht, und der eine der Hauptverbesserungen bedingt, ist der, daß man mit einer großen Ersparniß an Zeit und hauptsächlich an Brennmaterial, und ohne Zersezung des Gypses eine vollkommene Troknung der Gießformen erlangen kann. Mittelst der eisernen Pfosten und starker zu diesem Behufe angebrachter Bleche wird nämlich eine Trokenkammer gebildet, die mit der zu troknenden Gießform im Verhältnisse steht, und welche sich mit Hülfe eines temporären, unter den Rost gesezten Ofens, dessen Stellung man nach Belieben und nach Bedarf verändern kann, heizen läßt. Die zum vollkommenen Troknen der Gießformen nöthige Zeit hängt von deren Dimensionen ab; doch schäzt Hr. Soyer diese Zeit für die Gießform einer Statue von 4 bis 5 Meter Höhe auf 14 Tage, wobei er sich durch verschiedene Proben von dem Grade der Troknung überzeugt. Die von ihm in dieser Hinsicht befolgte Methode geht viel schneller von Statten, und gewährt weit größere Sicherheit als die ältere Methode, ja es ist unmöglich Resultate zu erzielen, die in jeder Beziehung größere Vollendung gewähren.

Um dem so häufig sich ereignenden Ausbrechen des Metalles, |118| worin eine der Hauptursachen des Mißlingens der Güsse gelegen ist, vorzubeugen, hat Hr. Soyer eine wichtige Veränderung im Bau der Gießformen vorgenommen, welche wegen der Vortheile, die sie nach sich ziehen muß, allgemein bekannt zu werden verdient. Er verminderte nämlich die bedeutende Anzahl der Stüke, aus denen die Model oder Gießformen großer Statuen sonst zu bestehen pflegten, bis auf zwei, von denen das eine für den vorderen und das andere für den Hinteren Theil des zu gießenden Gegenstandes bestimmt ist. Diese beiden Stüke sind so angebracht, daß, indem sie sich gegen einander stemmen, der Berührungspunkt sich in der ganzen Höhe des Modelles befindet. Die Verbindung oder Vereinigung beider Stüke bewirkt er durch Bolzen, welche er in Entfernungen von 15 bis 18 Zoll von einander anbringt, und welche zu beiden Seiten des Modelles durch die Gießform gehen. Die Köpfe oder Scheiben dieser Bolzen müssen mehr als einen Fuß Oberfläche haben, damit sie die Gießform festzusammenhalten, ohne daß der Gyps nachgibt. Hierauf bringt er in beiden Seiten der Gießform von Oben bis Unten in einer Entfernung von 6 Zoll von dem Modelle auf solche Welse eine Fuge an, daß beide Fugen einander der ganzen Länge nach am vollkommensten entsprechen. Für eine ähnliche Fuge, welche jedoch die beiden ersteren durchkreuzt, sorgt er ferner an dem unteren Theile der Gießform; so daß auf diese Weise sämmtliche Nähte von einem hohlen Räume von 1 Zoll 6 Linien Breite und 3 Zoll Tiefe durchschnitten werden. Wenn die Gießform ein Mal zusammengeschraubt und gut verbolzt ist, so füllt er dann mit mittelmäßig kaltem Sande von Fontenay aus, von dem er so lange einstampft, bis nichts mehr hineingeht. Unter diesen Umständen braucht die Gießform, was von unendlichem Vortheile ist, nicht mehr vergraben (enterré) zu werden; denn die Luft, welche bei dem älteren Verfahren mithalf dem Bronze Bahn zu eröffnen, leistet hier demselben vielmehr Widerstand, indem sie in den Raum, welcher sich vom Inneren der Gießform bis zur Fuge befindet, eintritt.

Die Oefen, deren sich die HH. Soyer und Ingé bedienten, waren anfangs ganz nach jenen der von Oberst Dussaussoy geleiteten Gießerei in Douai gebaut. Sie besaßen in diesem Zustande schon einen unbestreitbaren Vorzug vor jenen der alten Gießereien; allein Hr. Soyer wußte auch an ihnen in dem Maaße als sich seine Beobachtungen erweiterten, verschiedene Veränderungen, deren Zwekmäßigkeit oder noch besser deren Nothwendigkeit der Erfolg bewährte, anzubringen. Er machte wiederholt die Bemerkung, daß die Curve, welche die Flamme, die Funken und der Rauch vom Heerde aus bis zur Nase durchströmen, keineswegs jener Curve entsprach, |119| die man der Wölbung der Reverberiröfen zu geben pflegt; sondern daß sie vielmehr, indem sie sich stark der Sohle annäherte, über die Oberfläche dieser nur hinstrich. Er versuchte demnach die Wölbung zu senken, um sie der Sohle näher zu bringen, und hatte auch wirklich alle Ursache sich zu dieser Neuerung Glük zu wünschen; denn derselbe Guß, der in den Oefen der alten Gießereien 25 bis 30 Stunden Zeit und 25 bis 30 Fuhren Holz, und in seinen früher benuzten Oefen in 10 Stunden Zeit 2 1/2 Fuhren Holzkohlen verzehrte, braucht in den neuen verbesserten Oefen in höchstens 6 Stunden Zeit nur mehr eine einzige Fuhr Kohlen.

Die meisten Gießer pflegten und pflegen auch jezt noch beim Eintragen der Metalllegirungen die Thüren der Oefen zu öffnen. Während nun dieß geschieht, fängt sich der Wind im Ofen, wodurch eine mehr oder minder bedeutende Abkühlung des Ofens, während welcher ein Theil des Metalles nicht selten oxydirt wird, eintritt. Geschehen vollends wiederholte Einträge, so bedingen diese mehrfach auf einander folgenden Abkühlungen einen großen Verlust an Zeit und einen noch größeren Verbrauch an Brennmaterial. Um nun auch diesem großen Uebelstande abzuhelfen, hat Hr. Soyer in dem Gewölbe des Ofens eine Oeffnung von beiläufig 11 Zoll im Gevierte angebracht, durch die er die Metallmasse in die im Flusse befindlichen Stoffe fallen läßt; nachdem sie durch den längeren Aufenthalt über diesem Gewölbe, und auf ihrem Durchgange durch die gut genährte Flamme einer kurz vorher eingetragenen Kohlenladung hinreichend erhizt worden ist.

Ehemals bediente man sich zum Umrühren des Flusses oder des Metallbades abwechselnd eiserner Stäbe und trokener Stangen aus weichem Holze, aus Erlen- oder Pappelholz. Hieraus erwuchs nicht nur eine gewisse Ungleichheit der Operation; sondern, was noch schädlicher war, es mischte sich immer auch etwas von dem Metalle der angewendeten Eisenstäbe unter die Legirung, was der Reinheit des Bronze nicht unwesentlichen Eintrag that. Gegenwärtig wendet Hr. Soyer dagegen zu demselben Zweke Stangen aus jeglichem Holze, und besonders die schwersten, die man bekommen kann, an; indem leztere nicht nur leichter unter das fließende Metall unterzutauchen sind, sondern in Folge ihrer Feuchtigkeit auch ein gewisses Sprudeln des Metalles veranlassen, welches ein minder sorgfältiges Umrühren der Masse zuläßt, so daß hieraus abermals eine Ersparniß an Zeit und Arbeit erwächst.

Um den Druk, den die äußere atmosphärische Luft gegen die Luftröhren ausübt, und der das Emporsteigen des Metalles beeinträchtigt, auszugleichen, gab man ehemals den Eingüssen eine größere |120| Dike, oder man vermehrte auch, aus Furcht das Bronze möchte auf seinem Laufe abkühlen, die Zahl der Ausfälle (attaques) der Eingüsse. Hieraus entstand der Nachtheil, daß man später mehrere Ciselirungen vornehmen mußte. Diesem Nachtheile wußte nun Hr. Soyer dadurch zu steuern, daß er, um den Druk der äußeren atmosphärischen Luft auszugleichen, auf die Mündungen der einzelnen Luftröhren mit Alkohol getränkte Watte legt, und daß er alle diese befeuchteten Wattepfröpfe durch Guirlanden trokener Watte mit einander in Communication sezt; so daß, wenn das Bronzemetall in Fluß ist, im Augenblike des Gusses das Ganze mit einem Mal in Brand gesezt werden kann, und daß folglich jede Luftröhre im Momente des Emporhebens der Stopfstange mit einer Flamme gekrönt ist. Bei diesem sinnreichen Verfahren fällt das Metall frei bis auf den Grund der Gießform hinab, um dann ohne alles Hinderniß in sämmtliche Theile derselben emporzusteigen, so daß 8 Secunden zum Gusse einer Statue von 4 bis 5 Meter hinreichen.

Das Modeln und hauptsächlich das Gießen der Statuen bot die größten Schwierigkeiten dar, wenn die Figur große Dimensionen oder ausgestrekte Gliedmaßen, ausgebreitete Flügel u. dergl. hatte; denn man war dann gezwungen sie in mehreren Stüken zu gießen, die hierauf oft mit neuen Schwierigkeiten zusammengesezt werden mußten. So bot z.B. die kolossale Statue des Genius der Freiheit von 13 Fuß Höhe, welcher die Säule des Bastillenplazes zieren soll, und der auf der Fußspize stehend eine bedeutende Neigung nach Vorne bekommen sollte, in Hinsicht auf die Verfertigung der Form, und noch mehr in Hinsicht auf das Gießen selbst, die größten Schwierigkeiten dar, indem die Solidität dieser Statue, welche beiläufig 45 Meter Höhe bekommen soll, großen Theils von der größten Leichtigkeit der oberen Theile und von der Stärke des Fußes, auf dem die Statue ruhte, abhing.21) Nach den älteren Methoden |121| wäre diese Statue wahrscheinlich verunglükt; oder man hätte sie wenigstens nur aus mehreren Stüken zusammensezen können; denn der obere Theil mußte bei seiner Dünnheit beinahe unmittelbar auskühlen, während der untere Theil viel langsamer kühl geworden wäre; und indem er sich auf sich selbst zusammengezogen hatte, am Kniebuge eine Luke von beiläufig 11 Zoll gelassen haben würde. Die Zusammenziehung des Metalles beträgt nämlich 1 3/4 bis 2 Linien auf den Fuß, so daß die Statue unfehlbar verloren gewesen wäre. Um allen diesen Schwierigkeiten vorzubeugen und auszuweichen, beschloß Hr. Soyer diese Statue so zu gießen, daß deren Kopf beim Gusse nach Unten gerichtet war, wodurch die Gefahr vermindert wurde. Denn bei dieser Einrichtung mußte entweder die Form nachgeben, oder das Bein mußte unter Zurüklassung einer Oeffnung von beiläufig 5 Linien über dem Knöchel brechen. Um dieß zu verhüten, brachte Hr. Soyer zu beiden Seiten des Fußes einen kupfernen Arm von 2 Fuß Breite, der sich in einen sehr starken Kopf endigte, an, damit der Fuß gezwungen wurde sich auf das Knie zurükzuziehen; auch wurden die beiden Arme auf solche Weise verbunden, daß sie etwas weniger Dike bekamen, als das Bein hatte. Diese sinnreiche und dennoch sehr gewagte Neuerung war von einem vollkommenen Erfolge gekrönt; denn die kupfernen Arme zwangen, wie Hr. Soyer erwartet hatte, den Fuß der Bewegung des Beines zu folgen. Der Guß dieser bewundernswerthen Statue gelang in allen Details auf das Vollkommenste; und zum ersten Mal dürfte vielleicht eine Figur von dieser Bedeutung ohne allen Fehler aus einer Gießerei hervorgegangen seyn. Die oberen Theile der Statue haben mit Ausnahme der Flügel, die nur eine Linie dik sind, beinahe 2 Linien Dike. Das Bein hat von dem Knöchel an 2 Zoll, und nimmt, im Verhältnisse des Durchmessers bis zum Schenkel hinauf ab. Der ganze starke Theil mißt von der Höhe des Kniees bis zum Ende der Stüze 7 Fuß.

Hr. Soyer sezt, wie bereits gesagt worden ist, seine Gießformen nur aus zwei Stüken zusammen. So lange nun diese Stüke nicht über 20,000 Kil. wägen, so lassen sie sich bei gehöriger Sorgfalt ohne Unfall öffnen und schließen, wenn man die Form in die Richtung der Rotationsbewegung des Krahnes bringt; sind sie aber schwerer (an der zum Gusse des erwähnten Genius bestimmten Form wogen sie z.B. 45,000), so wird deren Handhabung schwierig und gefährlich. In diesem Falle behält nun Hr. Soyer dennoch seine |122| Methode, die Form zu bilden, bei; allein zur Bewegung derselben bedient er sich eines anderen Systemes, welches wegen seiner außerordentlichen Einfachheit allgemein bekannt zu werden verdient. Er befestigt nämlich jedes der beiden Stüke auf einem Wagen, der auf eisernen Schienen läuft, welche zu diesem Zweke gehörigen Ortes angebracht sind. Auf diese Weise können dann vier mit einfachen Hebeln ausgerüstete Männer dem Wagen ohne alle Schwierigkeit die gewünschte Bewegung mittheilen. Dieses Verfahren hat, abgesehen von seiner größeren Einfachheit, auch noch einen anderen Vortheil vor dem Krahne voraus; denn lezterer macht zuerst eine aussteigende und dann eine zweite Bewegung nach Rükwärts nöthig, welche beide Bewegungen nur in einer krummen Linie Statt finden können; dagegen ist die Bewegung des Wagens auf den Schienen eine gerade, so daß man die Form öffnen kann, ohne auch nur das Geringste abzureißen, gleichwie man das Petschaft von einem abgedrükten Siegel abnimmt.

Die zu den gewöhnlichen Güssen von 2000 bis 20,000 Kil. nöthige Zeit bietet keine sehr merklichen Differenzen; denn man muß immer 4 Stunden auf gehörige Erhizung der Oefen und beiläufig 2 Stunden auf das Schmelzen rechnen. Bei größeren Güssen dagegen ist die Differenz bedeutend, weil man das Feuer sogleich verstärken kann, um die Oefen und die Metallklumpen zu gleicher Zeit zu erhizen. Will man dagegen kleine Metallstüke schmelzen, so darf man nur mit größter Vorsicht heizen, weil sonst das Metall unfehlbar einen Kuchen bilden würde, wenn es zum Schmelzen käme, bevor noch die Sohle hinreichend erhizt ist.

Man wußte lange Zeit nicht genau zu berechnen, wie viel Metall zum Gusse einer Statue von dieser oder jener Größe erforderlich ist, weßhalb es denn nicht selten geschah, daß ein Guß wegen Mangel an Metall mißlang, oder daß zwei und drei Mal so viel Metall genommen wurde, als eigentlich nöthig gewesen wäre. Hr. Soyer dagegen hat es durch die Erfahrung und durch fortgesezte Beobachtungen dahin gebracht, daß er diesen Bedarf im Voraus bestimmt und bis auf einige Kilogrammen hin anzugeben weiß. Auch versichert er, daß er sich in Folge seiner Erfindungen ohne Bedenken anheischig machen würde, die Statuen Heinrich's IV. und Ludwig's XIV. mit der Hälfte jenes Metalles herzustellen, welches man früher dazu brauchte.22)

|123|

Das Ciseliren endlich wurde gleichfalls durch Hrn. Soyer vereinfacht und in seinen Details abgekürzt. Eine sehr große Ersparniß an Arbeit erwächst nämlich schon daraus, daß die Gießformen nur mehr aus zwei Stüken bestehen, während sie nach der älteren Methode bei einiger Maßen großen Statuen aus 16 und mehr Stüken zusammengesezt waren. Die Güsse bekommen hienach nur mehr zwei sehr feine Nähte, während sie früher 32 sehr starke Nähte bekamen, die überdieß von ungleicher Höhe waren, indem man die einzelnen Stüke nicht gleichmäßig zusammenzutreiben im Stands war.

Die Erfindungen und Verbesserungen, welche wir Hrn. Soyer verdanken, bestehen demnach:

1) in einem neuen Systeme von Gießformen mit doppelten Fugen, in denen die zurükgetriebene Luft das Ausbrechen des Metalles zu verhindern trachtet: ein System, welches überdieß vor dem älteren wegen seiner Einfachheit und Festigkeit, so wie auch wegen der leichteren Beweglichkeit der Formen, welche Dimensionen diese auch haben mögen, den Vorzug verdient.

2) in seinem beweglichen Boden, den er mit Hülfe von Rösten oder mittelst eiserner Rahmen in den Troken- und Gießgruben auf solche Weise anbringt, daß er auf jede den Dimensionen der Formen entsprechende Höhe gebracht werden kann.

3) in seiner Methode die Formen mittelst einer je nach Bedarf anzubringenden Trokenstube, und mittelst eines unter den Rost gesezten beweglichen Ofens auszutroknen.

4) in den an dem Baue der Oefen angebrachten vorteilhaften Veränderungen, welche sich aus den über den Gang der Flamme über die Sohle hin angestellten Beobachtungen ergaben.

5) in seiner verbesserten Methode das Metall in den Ofen einzutragen, welcher gemäß nicht nur das bei dem älteren Verfahren Statt findende Auskühlen des Ofens verhütet wird, sondern wobei das Metall auch bis auf einen gewissen Grad erhizt in den Ofen gelangt.

6) in den Wattepfröpfen und Watteguirlanden, die er an den Mündungen der Luftröhren anbringt, und durch welche er den sonst im Momente des Gießens so häufig eintretenden Unfällen vorbeugt.

7) endlich in der Vereinfachung und Erleichterung der Ciselirung und in der Ersparniß von mehr als der Hälfte der Zeit bei derselben.

Ueberzeugt und überrascht von allen diesen Vorzügen, und hauptsächlich von den großen, beinahe die Hälfte betragenden Ersparnissen |124| an Zeit, an Brennmaterial, an Metall und an den sonstigen Ausgaben, welche aus diesen Verbesserungen erwachsen, glaube ich im Namen der Commission den Vorschlag machen zu müssen, Hrn. Soyer zu seinen Erfindungen Glük zu wünschen, und ihm von Seite der Gesellschaft zum Beweise der Anerkennung derselben eine Medaille zu überreichen.23)

Beschreibung der Abbildungen.

Auf Taf. II ist Fig. 65 ein senkrechter Durchschnitt der Form mit doppelten Fugen, welche zum Gießen des oben erwähnten kolossalen Genius der Freiheit diente.

Fig. 66 ein Aufriß des beweglichen Bodens, womit die Form auf die nöthige Höhe emporgehoben werden kann. Die unter diesem Boden befindliche Grube dient als Trokenstube für die Form, zu welchem Behufe ein Ofen in dieselbe gebracht wird.

Fig. 67 und 68 ein Auf- und Grundriß des einen der in dem beweglichen Boden stritten Pfosten, womit die Form, wenn sie vollendet ist, festgehalten wird.

Fig. 69 der bewegliche, rostförmige Boden, der auf den gemauerten Pfeilern der Dammgrube ruht, im Grundrisse dargestellt; er besteht aus mehreren, durch Stüzen verbundenen Rahmen.

Fig. 70 derselbe in einem Längendurchschnitte nach der Linie A, B dieses Grundrisses betrachtet.

Fig. 71 ein Querdurchschnitt des beweglichen Bodens nach der Linie C, D in Fig. 69.

Fig. 72 und 73 ein Aufriß und ein Profil des einen der Pfosten, welche an den Eken der Form angebracht werden, um diese unwandelbar in einer und derselben Stellung zu erhalten.

|125|

Fig. 74 ein Grundriß eines solchen Pfostens.

Fig. 75 ein Durchschnitt nach der Höhe der Linie E, F in Fig. 72.

Fig. 76 ein zur Verbindung der Pfosten dienender Haken im Grundrisse und im Durchschnitte.

An allen diesen Figuren sind gleiche Theile mit gleichen Buchstaben bezeichnet.

A ist die Form mit doppelter Fuge; B sind die an der Basis und an den Seitenwänden der Form angebrachten Fugen. Wenn man die beiden Theile, aus denen die Form besteht, an einander bringt, so erhält man die beiden, aus Fig. 65 ersichtlichen Rechteke B. Der von diesen Rechteken gebildete leere Raum wird mit Sand, der mit einer Stange eingestampft wird, ausgefüllt, damit die im Inneren des Formmantels enthaltene Luft nicht austreten kann. Nach dem alten, beim Formen üblichen Verfahren riß diese Luft beim Entweichen das im Flusse befindliche Metall mit sich, wodurch das Gelingen der Operation beeinträchtigt wurde; bei dem neuen Verfahren hingegen übt diese Luft, indem sie nicht entweichen kann, durch ihre Ausdehnung einen Druk auf sämmtliche Theile der Form aus, wodurch nicht nur dem Ausbrechen des Metalles vorgebaut, sondern zugleich auch dem Metalle gestattet wird, in Folge seiner Elasticität den hohlen Raum der Form auszufüllen, ohne deren Mantel zu durchbrechen.

C ist das Beken, in welches man das geschmolzene Metall gießt. a, a sind die Canäle, in denen das Metall in die verschiedenen Theile der Form fließt, und welche durch punktirte Linien angedeutet sind, b die seitlichen Arme dieser Canäle, deren Mündungen, durch welche das geschmolzene Metall ausfließt, die Form in die Länge gezogener Ellipsen haben. c, c die um die Figur herum angebrachten Luftröhren, durch welche die in das Innere der Form zurükgedrängte Luft entweicht. d, d senkrechte Verlängerungen dieser Luftröhren, welche mit Pfröpfen aus Watte, die mit Alkohol getränkt worden, verstopft sind; diese Pfröpfe werden angezündet, um auf solche Weise den Druk der äußeren Luft zu neutralisiren, und um das Herabfließen des Metalles in die Form, so wie dessen Emporsteigen in sämmtliche Theile derselben zu erleichtern. e ein am Grunde des Bekens C angebrachter Spund, den man auszieht, um das Metall in die Form abfließen zu lassen.

D in Fig. 66 ist der Rost, welcher den Wagen bildet, auf dem die Form angebracht wird, damit sie ohne irgend eine Erschütterung zu erleiden, seitwärts bewegt werden kann. Die Räder E, E dieses Wagens laufen auf den auf dem beweglichen Boden angebrachten Schienen f, f.

|126|

F ist der bewegliche, rostförmige Boden, welcher auf den gemauerten Pfeilern G, G der Dammgrube ruht, und wie aus Fig. 69 ersichtlich ist, aus mehreren Fächern oder Rahmen zusammengesezt ist. Er wird mit Hülfe eines Krahnes auf eine den Dimensionen der Form entsprechende Höhe emporgehoben, wo man dann die Pfeiler G durch Baksteinschichten erhöht.

H sind eiserne Pfosten, die mit ihren Köpfen g in einander eingezapft und mittelst Vorsteknägeln mit einander verbunden werden. Sie dienen dazu, die Form, wenn sie vollendet ist, in einer bestimmten Stellung zu erhalten, und sind mit Vorsteknägeln auf dem beweglichen Boden befestigt; auch sind sie mit Flügeln oder mit einer Art von Winkelmaaß h, h ausgestattet, womit sie in senkrechter Stellung erhalten werden. An dem oberen Theile der Form befinden sich an ihnen schief geneigte Blechplatten, zwischen denen man zum Behufe der Bildung des Bekens Sand einstampft.

I, Fig. 72 und 73, sind Pfosten, welche an den Eken der Form angebracht, und mit Klammern J, deren Enden in Zapfenlöcher passen, zusammengehalten werden.

K ist die Grube, in die man zum Behufs des schnelleren Troknens der Form einen Ofen bringt. Die erwärmte Luft dringt durch den beweglichen Boden und durch den Rost, reißt die in der Form enthaltene Feuchtigkeit mit sich fort, und tritt bei einer Röhre aus, welche sich an dem Ende eines unter mehr dann 45° geneigten Daches aus Blech befindet.

Auf Taf. II sieht man ferner den zum Schmelzen der Bronze dienenden Reverberirofen von verschiedenen Seiten.

Fig. 77 ist ein Längenaufriß des Ofens.

Fig. 78 ist ein Grundriß nach der Linie A, B dieses Aufrisses.

Fig. 79 ist ein senkrechter Längendurchschnitt nach der Linie C, D des Grundrisses.

A ist der Heerd; B der Rost; C das Aschenloch, welches sehr tief ist, damit der Ofen um so besser ziehe; D das über den Ofen gespannte Gewölbe; E dessen Sohle; F der Schornstein; G ein in Falzen bewegliches Thürchen, welches geöffnet wird, wenn man den Zustand der in Fluß befindlichen Masse untersuchen will; H ein Loch, durch welches die Metalllegirungen in das Bad geworfen werben, nachdem sie durch ihren Aufenthalt auf dem Gewölbe des Ofens vorher erhizt worden sind. I das Stichloch. K das Thürchen des Heerdes. L das Thürchen, durch welches das zu schmelzende Metall eingetragen wird. M ein unter der Sohle angebrachtes Gewölbe, wodurch dasselbe gegen alle Feuchtigkeit geschüzt wird. N eine geneigte |127| Blechplatte, welche die Communication zwischen diesem Gewölbe und dem Aschenloche absperrt.

|114|

Falconnet mußte seine Statue Peters des Großen von den Knieen des Reiters und der Brust des Pferdes an bis hinauf zum Scheitel neu machen. Die Statue Ludwigs XV., welche Varin nach dem von Lemoine verfertigten Modelle im Jahre 1739 für die Stadt Bordeaux goß, verunglükte, indem das Metall ausbrach, nachdem es in die unteren Theile des Models gedrungen war, und denselben großen Theils erfüllt hatte. Bouchardon war gezwungen die zarten Formen des Pferdes seiner schönen Reiterstatue Ludwigs XV. auszubessern. Die Statue Desaix's auf der Place Dauphine, deren Ausführung abgesehen von |115| dem Werthe des Metalles für 100,000 Fr. zugeschlagen wurde, verunglükte zwei Mal und gelang beim dritten Mal nicht viel besser. An der Säule am Vendômeplaze ist ein großer Theil der Basreliefs verunglükt, und dergleichen Fälle lassen sich noch in Menge anführen. Wer dem Gusse der Reiterstatue Heinrichs IV. im Oktober 1817 beiwohnte, wird sich erinnern, welche Angst Hrn. Lemont erfüllte, als ihm Piggiani seine Besorgnisse über die in Folge des Auskühlens des Ofens entstehende Zusammenklümperung des Metalles mittheilte, und als die stärkste und anhaltendste Feuerung keinen vollkommenen Fluß mehr herzustellen vermochte.

A. d. O.

|120|

Die Höhe der Brüke des Bastillenplazes über dem niederen Wasserstande

des Canales beträgt10,19 Meter
Die Dike des Gewölbes 1,92 –
–––––––––
Der Extrados des Gewölbes ist also über dem
niederen Wasserstande erhaben:

12,11 Meter
–––––––––
1. Unterlage und Piedestalerster Sokel
zweiter Sokel
dritter Sokel
Piedestal
0,90
3,05
2,80
6,15
12,90 Meter
2. Säule, Fuß und Knauf27,15 –
3. Sokel über dem Knaufe und Kugel 4,15 –
–––––––––
Höhe ohne die Statue44,20 Meter
4. Dazu die Statue selbst mit 4,25 –
–––––––––
gibt als Gesammthöhe des Monumentes48,45 Meter
|121|

welche der Architekt auf 50 Meter hätte bringen sollen, um eine bestimmte Höhe ohne Bruchtheile zu bekommen, welche dann auch bei Beobachtungen als Basis hätte dienen können.

A. d. O.

|122|

Nach den Dokumenten, welche de la Folie, Conservator der öffentlichen Monumente im Jahre 1819 bekannt machte, wurden zur Statue Heinrich's IV. 12,057 Kilogr. Metall genommen, welches der Analyse gemäß in 100 Theilen aus 89,62 Kupfer, 5,70 Zinn, 4,20 Zink und 0,48 Blei zusammengesezt war. |123| Ueber die Statue Ludwig's XIV. kann ich keine so genauen Aufschlüsse geben; allein man versichert mich, daß sie wie die Statue desselben Regenten in Lyon gegen 18,000 Kilogr. wäge.

A. d. O.

|124|

Hr. Soyer erhielt von der Société d'encouragement auch wirklich die Medaille aus Platina. Die vorzüglichsten, bisher von ihm gelieferten Kunstwerke sind: 1) der berühmte kolossale Kopf des olympischen Jupiters, der 10jähriges Studium kostete, und dem Soyer seine Aufnahme unter die ersten Künstler verdankt. – 2) der Amor von Chaudet in natürlicher Größe. – 3) die Statue Heinrichs IV. als Kind nach Bosis von natürlicher Größe, in Silber und in Bronze. – 4) der Stanislaus von Jacquot für die Stadt Nancy, von 4,15 Meter Höhe. – 5) der Amor von Dumont, in natürlicher Größe. – 6) Die Magdalena von Canova in natürlicher Größe. – 7) die Statue Napoleons nach Seurre, in natürlicher Größe. – 8) der Mercur von Rude, von 2 Meter Höhe. – 9) das Grabmahl des Grafen Demidoff, aus zwei kolossalen Figuren von 3 und 8 Figuren von 2 Meter Höhe. – 10) das Modell des Genius der Freiheit nach Dumont von 2 Meter Höhe. – 11) dieselbe Figur von 4,25 Meter Höhe. – 12) die Unschuld nach Desprez, in natürlicher Größe. – 13) Sechzehn Copien des Moses von Michel-Angelo nach Desprez, von 1,35 Meter Höhe. – 14) Sechzehn Copien von Milon nach Desprez, von 1,35 Meter Höhe. – 15) eine kolossale Büste des Königes der Franzosen nach Foyatier. – 16) die Büsten des Herzoges Hamilton, des Generals Ballesteros und anderer. – 17) die Säule des Bastillenplazes in Paris, u. m. a.

A. d. O.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: