Titel: Miszellen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 65, Nr. LVI. (S. 231–240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj065/ar065056

LVI.  Miszellen.

Verzeichniß der vom 30. Mai bis 19. Jun. 1837 in England ertheilten Patente.

Dem James Partridge Blake in Little Queen Street, Grafschaft Middlesex: auf verbesserte Maschinen und Apparate zum Enthülsen. Reinigen und Vorbereiten des Reißes, Hafers etc. Von einem Ausländer mitgetheilt. Dd. 30. Mai 1837.

Dem Joseph Woollams, in Wells in der Grafschaft Somerset: auf eine verbesserte Methode Triebkraft aus bekannten Quellen zu gewinnen. Dd. 30. Mai 1837.

Dem Francis William Gerish in East Road, Grafschaft Middlesex: auf einen verbesserten Apparat zum Schließen der Thüren, Thore und Fensterläden. Dd. 30. Mai 1837.

Dem Richard Oke Millet, in Penpoll's Hayle, Grafschaft Cornwall: auf Verbesserungen an den Instrumenten zum Ausziehen der Zähne. Dd. 1. Junius 1837.

Dem Edward Schmidt Swaine in Leeds: auf sein am 9. Oktober v. J. patentirtes Verfahren künstliche Mineralwasser zu erzeugen und aufzubewahren, für fernere sieben Jahre. Dd. 6. Jun. 1837.

Dem Joseph Clisild Daniell in Limpley Stoke, Grafschaft Witts: auf ein verbessertes Verfahren beim Aufführen von Mauern mit Steinen. Dd. 6. Junius 1837.

Dem Miles Berry, im Chancery Lane, Grafschaft Middlesex: auf ein verbessertes Verfahren Triebkraft zu erhalten. Von einem Ausländer mitgetheilt. Dd. 6. Jun. 1837.

Dem John Kirkham in Aldenham Terrace, Grafschaft Middlesex: auf eine verbesserte Methode die Kohlenkruste zu entfernen, welche sich in den Retorten ansezt, worin Kohle zur Leuchtgasbereitung destillirt wird. Dd. 8. Jun. 1837.

Dem John George Bodmer, in Bolton-le-Moors, Grafschaft Lancaster: auf seine Maschine zum Spinnen und Dubliren der Baumwolle, Wolle, Seide, des Flachses und anderer Faserstoffe. Dd. 12. Jun. 1837.

Dem Godfrey Woone, in Berkeley Street, Grafschaft Middlesex: auf ein verbessertes Verfahren Platten mit erhabenen Oberflächen zum Druken auf verschiedene Substanzen zu verfertigen. Dd. 12. Jun. 1837.

Dem William Fothergill Cooke, am Breeds Place, Grafschaft Sussex, und Charles Wheastone, in Conduit Street, Grafschaft Middlesex: auf sein Verfahren mittelst elektrischer Ströme durch Metalldrahte an entfernten Pläzen Signale zu geben. Dd. 12. Jun. 1837.

Dem Richard Roe, in Everton, bei Bawtry in der Grafschaft York: auf verbesserte Apparate zur Verfertigung von Baksteinen, Ziegeln etc. Dd. 17. Jun. 1837.

Dem James Leonard Clement Thomas, in Covent-Garden, Grafschaft Middlesex: auf eine Verbesserung an den Dampfmaschinen und Dampfkesseln behufs der Ersparung an Brennmaterial. Von einem Ausländer mitgetheilt. Dd. 17. Jun. 1837.

Dem William Nicholson, in Manchester: auf Verbesserungen an den Vorbereitungs- und Spinnmaschinen. Von einem Ausländer mitgetheilt. Dd. 17. Jun. 1837.

Dem James Buckingham, in Great Randolph Street, Camden Town, Grafschaft Middlesex: auf gewisse Combinationen von Maschinerien, die anstatt der Zahnräder und anderer Mechanismen zur Fortpflanzung der Bewegung dienen. Dd. 17. Jun. 1837.

Dem Theophilus John Nash, in John Street, Downshire Hill, Pfarrei Hampstead, Grafschaft Middlesex und John Roß in Wyld Street, Lincoln's Inn Fields, in derselben Grafschaft: auf eine Methode in Metallen, Holz und |232| anderen Substanzen, Buchstaben, Figuren etc. mit flacher Oberfläche auszuschneiden, so daß sie mit Farbe angestrichen erhaben zu seyn scheinen. Dd. 19. Jun. 1837.

Dem William Yetts, in Yarmouth in der Grafschaft Norfolk: auf eine verbesserte Methode Schiffe zu kalfatern. Dd. 19. Jun. 1837.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Julius 1837, S. 62.

Verzeichniß der vom 2. März bis 24. August 1822 in England ertheilten und jezt verfallenen Patente.

Des George Stratton, Ingenieurs von Hampstead Road, Middlesex: auf eine verbesserte Methode den Rauch zu verzehren. Dd. 2. März 1822.

Des James Gladstone, von Liverpool: auf eine eiserne Kette von neuer Construction. Dd. 12. März 1822. (Beschrieben im Repertory, zweite Reihe, Bd. XLII., S. 320.)

Des Robert Bartlett Bate, Optikers in Poultry, London: auf gewisse Verbesserungen an Aräometern und Saccharometern. Dd. 21. März 1822.

Des William Edward Conwell, am Ratcliffe Highway, Middlesex: auf die Bereitung und Anwendung eines gewissen purgirenden Pflanzenöhls. Dd. 21. März 1822.

Des Samuel Robinson, in Leeds: auf Verbesserungen an der Tuchscheermaschine. Dd. 21. März 1822. (Beschrieben im Repertory, zweite Reihe, Bd. XLIV., S. 5.)

Des George Stephenson, Ingenieurs in Long Benton, Northumberland: auf gewisse Verbesserungen an Dampfmaschinen. Dd. 21. März 1822. (Beschrieben im Repertory, zweite Reihe, Bd. XLIV., S. 192.)

Des Richard Summers Harford, Eisenmeisters an den Ebbw Vale Eisenwerken, Aberystwith, Monmouthshire: auf einen verbesserten Heizproceß zur Fabrikation von Stangen, Blech etc. aus pudlirtem oder auf andere Art raffinirtem Eisen. Dd. 21. März 1822.

Des William Church, im Nelson Square, Surrey: auf einen verbesserten Apparat zum Druken. Dd. 21. März 1822.

Des Alexander Clark, in Dron, Louchars, Fifeshire: auf eine Verbesserung an den Kesseln und Verdichtern der Dampfmaschinen. Dd. 21. März 1822.

Des William Pride, Ingenieurs von Uley, Gloucestershire: auf Verbesserungen in der Tuchweberei. Dd. 16. April 1822.

Des William Daniell, Eisenfabrikant in Abocarne, Monmouthshire: auf Verbesserungen im Walzen des Eisens zu Stangen. Dd. 16. April 1822.

Des Benjamin Cook: auf eine Mischung, um die Beschädigung verschiedener Gegenstände durch das Feuer zu verhindern. Dd. 16. April 1822. (Beschrieben im Repertory, zweite Reihe, Bd. XLIV. S. 267.)

Des John Grimshaw, von Bishopwearmouth, Grafschaft Durham: auf einen verbesserten Mechanismus zur Verfertigung platter Seile. Dd 16. April 1822. (Beschrieben im Repertory, zweite Reihe, Bd. XLV. S. 1.)

Des Pierre Erard, in Great Marlborough-Street, Middlesex: auf gewisse Verbesserungen an Harfen. Von einem Ausländer mitgetheilt. Dd. 24. April 1822. (Beschrieben im Repertory, dritte Reihe, Bd. I. S. 113, und neue Reihe, Bd. V. S. 58.)

Des Edward Dodd, im St. Martins Lane, Middlesex: auf gewisse Verbesserungen an Pedalharfen. Dd. 24. April 1822.

Des James Delvean, in Wardour Street, Middlesex: auf gewisse Verbesserungen an Harfen. (Beschrieben im Repertory, zweite Reihe, Bd. XLIII. S. 333.)

Des Richard Knight im Foster Lane, London, und Rupert Kirk, am Osborn Place, Middlesex: auf ein Verfahren die Krystallisation der Salze und das Abdampfen von Flüssigkeiten zu beschleunigen. Dd. 9. Mai 1822.

Des Henry Septimus Hyde Wollaston, in Clapton, Middlesex: auf einen Riegel, der besonders als Nachtriegel anwendbar ist. Dd. 4. Jun. 1822. (Beschrieben im Repertory, zweite Reihe, Bd. XLIII. S. 134.)

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Des William Huxham, von Exeter, Devonshire: auf eine verbesserte Construction der Dächer. Dd. 4. Jun. 1822.

Des Henry Colebank, zu Broughton in Furneß, Lancashire: auf eine Maschine zur Verfertigung der Kerzendochte. Dd. 4. Jun. 1822.

Des John Barton, bei der königl. Münze in London: auf sein Verfahren die prismatischen Farben auf der Oberfläche von Stahl und anderen Metallen anzubringen. Dd. 4. Jun. 1822.

Des James Frost, von Finchley, Middlesex: auf ein neues Cement oder einen künstlichen Stein. Dd. 11. Jun. 1822.

Des William Feetham, am Ludgate Hill, London: auf Verbesserungen an Douchebädern. Dd. 13. Jun. 1822.

Des Dormy Gardner, am Edmund Place, London: auf einen Apparat für Personen, die an Rükgratschwäche leiden. Dd. 13. Jun. 1822.

Des Joseph Wass, am Lea Wharf, Ashover, Derbyshire: auf eine Methode die schädlichen Dämpfe der Blei- und anderer Oefen zu verdichten. Dd. 15. Jun. 1822.

Des Marc Isambard Brunel, von Chelsea, Middlesex: auf gewisse Verbesserungen an Dampfmaschinen. Dd. 26. Jun. 1822.

Des Thomas Gauntlett, von Bath, Somersetshire: auf Verbesserungen an den Dampfbädern. Dd. 26. Jun. 1822. (Beschrieben im Repertory, zweite Reihe, Bd. XLIII. S. 268.)

Des William Brunton in Birmingham: auf Verbesserungen an den Feuerrösten, und in dem Verfahren sie mit Kohle zu beschiken. Dd. 26. Jun. 1822.

Des Louis Bernard Rabant, in Skinner Street, London: auf einen verbesserten Apparat zur Bereitung von Kaffee oder Thee. Dd. 26. Jun. 1822. (Beschrieben im Repertory, zweite Reihe, Bd. XLV. S. 139.)

Des Thomas Postans, in Charles Street, St. James, und William Jeakes, in Great Russell Street, Bloomsbury: auf eine Verbesserung an Kochapparaten. Dd. 26. Junius 1822.

Des George Smart, von Pedlar's Acre, Lambeth, Surrey: auf eine Verbesserung in der Verfertigung von Ketten. Dd. 4. Jul. 1822.

Des Joseph Smith, von Sheffield: auf eine Verbesserung an den Dampfkesseln. Dd. 4. Jul. 1822.

Des John Bold, in West Street, Long-lane, Bermondsey: auf Verbesserungen im Druken. Dd. 4. Jul. 1822.

Des Jonas Hobson und John Hobson, zu Mythom Bridge, Kirkburton, Yorkshire: auf Maschinen zum Scheeren, Schneiden und Appretiren wollener Tücher. Dd. 27. Jul. 1822.

Des John Stanley in Charlton Row, Manchester: auf Apparate zum Speisen der Oefen mit Brennmaterial. Dd. 27. Jul. 1822. (Beschrieben im Repertory, dritte Reihe, Bd. I., S. 84.)

Des John Pearse, von Tavistock: auf eine verbesserte Einrichtung der Bratenwender. Dd. 27. Jul. 1822.

Des Sir Anthony Perrier, aus Cork: auf Verbesserungen an den Destillir- und Abdampfapparaten. Dd. 27. Jul. 1822.

Des Robert Benton Roxby, im Arbour Square, Middlesex: auf Verbesserungen an den Quadranten. Dd. 31. Jul. 1822. (Beschrieben im Repertory, zweite Reihe, Bd. 43, S. 6.)

Des William Cleland, von Glasgow: auf einen verbesserten Abdampfapparat. Dd. 17. August 1822.

Des David Mushet, von Coleford, Gloucestershire: auf Verbesserungen in der Fabrication von Eisen aus Hammerschlag und Eisenschlaken. Dd. 20. Aug. 1822.

Des William Mitchell, von Glasgow: auf ein verbessertes Verfahren Gold, Silber und andere dehnbare Metalle in Plattenform zu bringen. Dd. 24. August 1822.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. März, April und Mai 1837.

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Bennet's Dampfmaschine für lange Seereisen.

Ein in New-York ansässiger französischer Mechaniker, Hr. Sabaton, hat für eines der Dampfboote, die in Zukunft den Dienst zwischen Liverpool und New-York versehen sollen, nach dem Systeme des Amerikaners Bennet eine Dampfmaschine erbaut, über die in dem Temps aus lezter Stadt Folgendes berichtet ward. Die Maschine hat zwei Dampfcylinder von 35 Zoll amerikanischen Maaßes im Durchmesser und 6 Fuß Hub; zwei Luftcylinder von genau halb so großem Rauminhalte, die von der Maschine in Bewegung gesezt werden, und die die Luft in den Kessel, dessen cylindrischer Theil 4 Fuß im Durchmesser und 12 Fuß Höhe hat, eintreiben. Der Ofen oder untere Theil des Kessels hat 3 1/2 Fuß im Durchmesser und 9 Fuß Höhe; das Brennmaterial wird durch die Rauchfangröhre eingetragen, welche so gebaut ist, daß nichts von der durch die Verbrennung entwikelten Wärme entweichen kann, sondern daß vielmehr Alles durch das Wasser getrieben wird, und indem es dabei alle auf dem Heerde entwikelten Gase mit sich führt, ein Agens erzeugt, welches dem Dampfe nicht an Kraft nachsteht, und mit diesem auch durch die beiden Dampfcylinder geht. Auf diese Weise gelangt also, während die Maschine in Thätigkeit ist, nur jene Luft in den Ofen, die durch die beiden Gebläse oder Luftcylinder eingetrieben wird. Die Maschine besizt 350 Pferdekräfte. Der Erfinder glaubt, daß 225 Fuß Luft erforderlich sind, um ein Pfund Kohle zu verbrennen, und daß die Luftcylinder in der hiezu nöthigen Zeit 2625 Fuß Luft in den Ofen treiben. Da die Maschine die Räder, welche 20 Fuß im Umfange haben, zu 35 Umgangen veranlaßt, so folgt hieraus, daß das Fahrzeug mit 12 Pfd. Kohle 1750 Fuß und mit 36 Pfd. eine Meile Weges zurüklegen wird. (Aus dem Mémorial encyclopédique, Mai 1837, S. 282.) (Man vergl. die Abhandl. S. 161 in diesem Hefte des polyt. Journ.)

Steyrische Methode kalt- und rothbrüchiges Eisen zu reinigen.

Das Journal des connaissances usuelles, Januar 1837, S. 25 gibt folgende Methode an, nach welcher man angeblich in Steyermark kaltbrüchiges Eisen zu reinigen pflegt. „Man röstet das Eisenerz mit einem Holzfeuer, dem man vor dem Kohlenfeuer den Vorzug gibt, und sezt es dann einige Zeit über der Luft und allen atmosphärischen Einflüssen aus. Dann bringt man es an einen Ort, an welchem das Wasser, welches darauf gegossen wird, nicht abfließen kann. Wenn es 2 bis 3 Tage lang im Wasser verweilt, so sezt man es neuerdings und bis zum vollkommenen Abtroknen der Luft aus, worauf man es abermals für 2 bis 3 Tage in's Wasser bringt, um es dann wieder zu troknen. Damit wird so lange fortgefahren, bis das Erz vollkommen rein erscheint. Man sucht das Eisen, wie die Arbeiter glauben, auf diese Weise von der mit ihm verbundenen Phosphorsäure zu befreien; es scheint jedoch, daß es mehr zur Beseitigung des Mangans, welches immer in größerer oder geringerer Menge damit verbunden ist, dient. Man müßte, um diese Frage zu lösen, das angewendete Eisenerz und das Wasser, in welches es eingeweicht wurde, einer Analyse unterwerfen. Dem sey übrigens wie ihm wolle, so sieht man in Steyermark sorgfältig darauf, daß das Erz so lange im Wasser bleibt, als noch Spuren von schwefelsaurem Kalke daran zu bemerken sind. Nach Beendigung dieser Operationen schreitet man zum Einschmelzen des Erzes, zu welchem Zweke man ihm, um den Fluß zu beschleunigen, und um das Eisen von der allenfalls noch im Erze enthaltenen Phosphorsäure zu befreien, Schiefer und Kalk beisezt.“

„Zur Reinigung und Verbesserung des rothbrüchigen Eisens bedient man sich eines ebenso einfachen und leicht ausführbaren Verfahrens. Man röstet die Erze zuerst lange und stark, und wiederholt diese Operation drei Mal, bis man glaubt, daß der größere Theil des Schwefels ausgetrieben worden ist. Dieses Rösten muß gleichfalls bei einem Holz- und nicht bei einem Kohlenfeuer vorgenommen werden. Nach demselben schreitet man zum Einschmelzen, wobei man zur Beförderung des Flusses und zur Abscheidung des Schwefels Kalk und Thon zusezt.“

„Man darf hieraus nicht schließen, daß der Phosphor und der Schwefel allein es sind, welche das Eisen kalt- und rothbrüchig machen; es können vielmehr mancherlei andere Umstände, wie z.B. die Verbindung des Eisens mit metallischen Erden, einen großen Einfluß dabei haben. Uebrigens hat die Erfahrung |235| gezeigt, daß Eisen, welches in 100 Theilen 30 Theile Kieselerde enthielt, nichts von seinen Eigenschaften verloren hatte und namentlich noch hämmerbar war; während andererseits schon ganz geringe Quantitäten anderer Stoffe hinreichen, um das Eisen ganz und gar zu verändern.“

Ueber die Erscheinungen, welche bei der Verbrennung der aus den Hohöfen entweichenden Gase Statt finden.

Hr. Aubertot theilte Hrn. Curaudau vor längerer Zeit eine Methode mit, deren er sich bediente, um von der aus den Hohöfen entweichenden Hize Nuzen zu ziehen. Lezterer vermuthete, daß die hieraus erwachsenden Vortheile weniger der Hize zuzuschreiben seyen, die Aubertot benuzen wollte, sondern vielmehr jener, deren Entwikelung hiebei zufällig begünstigt wurde. Er versuchte, um dieß zu beweisen, ein Blatt Papier durch die Hize zu entzünden, welche die aus dem Ofen emporsteigende Flamme erzeugte. Da dieß nur mit Mühe gelang, so fing Aubertot an zu zweifeln, daß eine Flamme, die nur so wenig Kraft besäße, die auf ihre Benuzung verwendete Mühe lohnen dürfte. Diese Ansicht bekämpfte nun aber Hr. Curaudau durch einen sehr einfachen Versuch, durch den er bewies, daß diese scheinbar schwache Flamme Wasserstoffgas und gekohltes Wasserstoffgas, die sich beide entzünden lassen, enthalte. Er leitete nämlich die aus dem oberen Theile des Ofens entweichende Flamme horizontal unter die Wölbung eines hiezu eingerichteten Zug- oder Reverberirofens, in welchem sich die Gase, nachdem die Wölbung ihrer Hize theilhaftig geworden war, unter gleichzeitigem Zuflüsse von atmosphärischer Luft entzündeten, und eine wirklich überraschende Hize entwikelten. Zur Erklärung, wie eine so intensive Hize entstehen konnte, während man doch nur die aus dem Ofen entweichende Hize zu benuzen suchte, dient: 1) daß der Heerd, auf dem die Schmelzung des Erzes von Statten ging, mit einer Kohlensäule, welche über 6 Meter Höhe hatte, bedekt war; 2) daß sich diese Gaule bis auf 2/3 ihrer Höhe in rothglühendem Zustande befand, ohne daß jedoch die sie durchströmenden Gase verbrannt wurden; 3) daß sich bei der solcher Maßen angehäuften Hize aus der Kohle fortwährend eine bedeutende Menge Wasserstoffgas und gekohltes Wasserstoffgas entwikelte, welches, da es nicht mit Sauerstoff in Berührung kam, ohne Veränderung an den oberen Theil des Ofens gelangte; 4) daß sich diese Gase in dem Momente ihres Anlangens an dem oberen Theile des Ofens auf einer zu niedrigen Temperatur befanden, als daß sie durch die Berührung, in die sie mit der kalten atmosphärischen Luft, die ihnen noch mehr Wärme entzog, kamen, entzündet werden konnten; und daß sie also der Verbrennung entgingen, weßhalb man sie bisher als ausgebrannte und nicht weiter mehr verbrennbare Rükstände betrachtete; 5) daß die Einleitung dieser Gase unter ein Gewölbe deren Abkühlung verhinderte, und daß hiedurch eine solche Ansammlung ihrer Wärme erfolgte, daß sie sich entzündeten, so wie sie mit der atmosphärischen Luft, die man zugleich mit ihnen einströmen ließ, in Berührung kamen. Es kann daher dieses Verfahren den Hüttenmeistern nicht genug empfohlen werden, indem sich durch verschiedene Modificationen desselben großer Nuzen daraus ziehen läßt. (Journal des connaissances usuelles. Jan. 1837, S. 24.)

J. Marsh's Percussionsröhren für Kanonen.

Alle Percussionsröhren, welche man bisher für Kanonen in Anwendung zu bringen gesucht hat, mußten aufgegeben werden, weil das Metall, aus denen sie bestanden, und welches das Knallpulver enthielt, beim Zerplazen nur zu häufig die Kanoniere im Gesichte, an den Händen etc. beschädigte. Hr. J. Marsh hat nun allen diesen Einwendungen dadurch abgeholfen, daß er anstatt der metallenen Röhren Rabenfedern oder andere dünne Kiele anwendet, die selbst, wenn sie zerspringen, nicht wohl eine Beschädigung veranlassen können. Er hat aber auch das Knallpulver selbst bedeutend verbessert, indem er demselben eine gewisse Quantität gepulvertes Glas zusezte, wodurch die Explosion wegen der hieraus entstehenden größeren Abreibung der Theilchen noch mehr augenbliklich durch und durch erfolgt. Man hat in Gegenwart einer Commission des Ordonnanzbureau's mehrere Versuche mit den neuen und älteren. Zündröhren angestellt, bei denen der Zufall wollte, |236| daß der Vorstand selbst durch ein Stük einer metallenen Röhre beschädigt wurde, während sich die Kiele ganz harmlos zeigten und nur zerrissen wurden. Von 9000 Schüssen, welche in Portsmouth auf dem königl. Exercirschiffe Excellent mit den neuen Zündröhren abgefeuert wurden, hat auch nicht einer versagt. Es ward daher Hrn. Marsh eine Belohnung zuerkannt, und der Befehl ertheilt, 4000 Kanonen mit Percussionsschlössern zu versehen. Die Society of arts in London ertheilte dem Erfinder gleichfalls ihre silberne Medaille. (Mechanics' Magazine, No. 722)

Barr's verbesserter Webestuhl.

Hr. Barr, Webergesell in Mesnil-Esnard bei Bon-Secours, hat der Société d'émulation de Rouen einen von ihm verbesserten Webestuhl vorgestellt, der folgende Vortheile gewahrt. 1) kann er in jedem Locale aufgestellt werden; 2) ersezt er, was die Fabrikation gewisser Zeuge betrifft, den Jacquard-Stuhl; 3) kann ihn ein Kind von 12 bis 14 Jahren dirigiren, während der Jacquard-Stuhl einen vollkommen ausgewachsenen Mann erheischt; 4) kann man eine große Menge von Mustern darauf weben. Die Gesellschaft fand es im Interesse des uneigennüzigen Erfinders für nöthig, eine weitere Beschreibung dieses Stuhles einstweilen noch zurükzuhalten. Sie hat ihm jedoch ihre silberne Medaille zuerkannt, und bemerkt nur noch, daß derselbe Erfinder dermalen mit Ausarbeitung einer weiteren Vorrichtung, welche sich an allen Webestühlen anbringen läßt, beschäftigt ist. Auch diese Maschine arbeitet er ganz für sich allein, ohne Beihülfe irgend eines Mechanikers. (Mémorial encyclopédique. Junius 1837, S. 350.)

Verhalten von Wassertropfen auf erhiztem Metalle.

Hr. Laurent hielt vor einiger Zeit vor der Akademie der Wissenschaften in Paris einen Vortrag über das Verhalten des Wassers, wenn man es auf eine sehr stark erhizte Metallplatte wirft. Seine Resultate weichen von jenen Baudrimont's ab. Denn, während dieser Physiker die stattfindenden Erscheinungen dadurch erklärt, daß er behauptet die auf den Boden eines glühenden Tiegels gebrachten Wassertropfen befinden sich auf einer Temperatur, welche weit unter der Siedhize steht und nicht über 50° beträgt, ist Hr. Laurent dagegen der Ansicht, daß sich das Wasser der langsamen Verdünstung ungeachtet auf einer nahe an 100° betragenden Temperatur befinde. Er bemerkte, daß die Wassertropfen, welche einen regelmäßig gezähnten Umfang zeigen, beständige Sprünge machen, während deren sie die glühende Platte nur sehr kurze Zeit über berühren. Diese Sprünge, welche er auch am Queksilber beobachtete, schreibt er einer vibrirenden Bewegung zu. (Mémorial encyclopédique.)

Ueber die Verrükung des Nullpunktes an den Queksilberthermometern.

Die Verrükung des Nullpunktes an den Queksilberthermometern ist eine den Physikern bekannte Thatsache; unbekannt dagegen ist dermalen noch, in welcher Zeit sie eintritt, welche Ausdehnung sie erreichen kann, und von welchen Umständen sie bedingt ist. Hr. Legrand stellte in dieser Hinsicht mehrere Beobachtungen an, die für die Wissenschaft von Nuzen seyn dürften, und deren Hauptresultate sich in Folgendem zusammenfassen lassen. 1) Die Verrükung zeigt sich sowohl an Instrumenten, die einer constanten Temperatur ausgesezt sind, als auch an solchen, die den atmosphärischen Variationen unterliegen, sie scheint unter diesen Umständen an gleichen Instrumenten in gleichem Grade von Statten zu gehen. 2) Die Verrükung scheint nach Ablauf einer Zeit, welche nicht über vier Monate beträgt, ihre größte Höhe erreicht zu haben. 3) Die Verrükung ist selbst nicht an Instrumenten, die von einer und derselben Person zu gleicher Zeit verfertigt worden sind, eine und dieselbe. Die Differenz hängt weniger von der Gestalt des Reservoirs, als von dessen Beschaffenheit oder von der Dike und dem Abkühlen des Glases ab. 4) An den Thermometern mit Reservoir aus Glas beträgt die Verrükung 0,3 bis 0,5° des hundertgradigen Thermometers; an den Instrumenten mit Reservoir aus Krystallglas oder aus Email hingegen ist sie im Allgemeinen null und nichtig. 5) Die Verrükung erfolgt nicht gleichförmig; am raschesten |237| entwikelt sie sich unmittelbar nach Verfertigung des Instrumentes, nie aber so, daß die Veränderungen von einem Tage zum anderen bemerkbar wären. 6) Wenn man den Thermometer nach geschehener Verrükung bis zum Sieden des Queksilbers erhizt, und wenn man ihn dann an der Luft abkühlen läßt, so fällt der Nullpunkt wieder bis dahin, wo er nach Verfertigung des Instrumentes stand; nach und nach steigt er jedoch wieder wie früher. 7) Wenn ein Thermometer bis auf 300° erhizt und sehr langsam in einem Oehlbade abgekühlt wird, so steigt der Nullpunkt viel mehr, als wenn dieß nicht mit ihm vorgenommen worden wäre. Bei einer Reihe von Versuchen, wobei die Temperatur nicht über 290° C. stieg, betrug die Verrükung an gläsernen Reservoirs 1,4°, an Reservoirs aus Krystallglas hingegen 1,2°. 8) Ein Thermometer, der ein Mal auf 300° erhizt gewesen ist, erleidet keine Verrükung seiner Scala mehr, wenn man ihn der Luft aussezt. 9) Ein bei 300° ausgekochter, und bis zum Sieden des Queksilbers erhizter Thermometer zeigt, wenn man ihn an der Luft abkühlen läßt, ein Fallen des Siedepunktes, doch sinkt dieser nicht mehr bis auf die Stelle herab, die er unmittelbar nach Verfertigung des Instrumentes einnahm. 10) Wenn die Temperatur, bei der man einen Thermometer aussott, bedeutend geringer ist als 300°, so ist auch die Verrükung des Nullpunktes geringer. 11) Die Verrükung findet sowohl an offenen, als an solchen Thermometern Statt, aus denen die Luft ausgetrieben worden ist. Endlich kann die Verrükung nicht, wie einige Physiker glaubten, von einem durch Luftentwikelung bedingten Steigen des Queksilbers herrühren, weil sie mit Reservoirs aus Krystallglas bei gewöhnlicher Temperatur nicht eintritt, und weil sie nicht verhütet werden kann, wenn man den Thermometer offen läßt; sie scheint vielmehr nothwendig durch eine Zusammenziehung oder Verengerung des Reservoirs bedingt zu seyn. (Aus dem Mémorial encyclopédique.)

Ueber die Benuzung des Dolomits zu hydraulischem Kalke.

Hr. Vicat trug der Akademie in Paris eine neuere Abhandlung vor, in der er gegen einige von Berthier in den Annales de mines erhobene Einwendungen beweist, daß die Bittererde, wenn sie in einem Verhältnisse von 30 bis 40 Proc. vorhanden ist, den Kalk hydraulisch mache. Er glühte nämlich weißen ganz reinen Marmor bis zu vollkommener Austreibung der Kohlensäure, vermengte 44 Theile des auf solche Weise erzielten Kalkes mit 80 Theilen kohlensaurer Bittererde, welche 36,80 wasserfreie Bittererde repräsentirte, und formte aus diesem Gemenge Kugeln, die er, nachdem sie troken geworden waren, 4 Stunden lang der Rothglühhize aussezte. Der künstliche Kalk, den er auf diese Weise erhielt, löschte sich unter lebhaftem Aufbrausen sehr schnell. Zu einem Teige von guter Consistenz angemacht und in einem Gefäße mit Wasser übergossen, erhärtete er in 9 Tagen bis auf einen solchen Grad, daß seine nasse Oberfläche eine mit 300 Gramm beschwerte gewöhnliche Striknadel trug, ohne einen merklichen Eindruk anzunehmen. Dieser Versuch, sagte Hr. Vicat, beweist, daß sich die Dolomite von Lardin im Departement de la Dordogne, welche aus 50, 60 kohlensaurer Kalkerde, 42 kohlensaurer Bittererde, 5 Kieselerde, 2 Thonerde und 0,40 Eisenoxyd bestehen, sehr gut zur Erzeugung von hydraulischem Kalk eignen, zu dessen Bereitung ihn denn auch mehrere Baumeister bereits zu verwenden angefangen haben. – Hr. Dumas übernahm es bei dieser Gelegenheit die Franzosen darauf aufmerksam zu machen, daß diese Sache in Deutschland bereits als erledigt betrachtet werde, indem der berühmte Chemiker Fuchs in seiner gekrönten Preisschrift (polyt. Journal Bd. XLIX. S. 287.) schon vor mehreren Jahren zeigte, mit welchem Vortheil sich der Dolomit zur Bereitung des hydraulischen Kalks anwenden läßt.

Nachträgliche Vorschriften zum Färben verschiedener Holzarten.

Wir haben im Polyt. Journal Bd. LXIII. S. 135 einen Aufsaz über das Färben verschiedener Holzarten mitgetheilt, zu welchem folgende, aus dem Journal des connaiss. usuelles, Decbr. 1836, S. 261 entlehnte Vorschriften als Ergänzung dienen mögen.

1. Gelbe Farbe für Holz. Man überbürstet irgend ein weißes Holz mehrere Male mit einer Bürste, die in eine Curcumäbrühe getaucht worden ist. |238| Leztere bereitet man sich, indem man eine Pinte Weingeist einige Tage lang auf einer Unze Curcuma stehen läßt, und dann abgießt. Will man dem Gelb einen Stich ins Röthliche geben, so muß man etwas Drachenblut zusezen. – Ein sehr schönes, jedoch ins Braune ziehendes Gelb erhält man auch mit Scheidewasser, welches jedoch nicht zu concentrirt seyn darf, weil das Holz sonst leicht schwarz wird.

2. Rothe Farbe für Holz. Ein sehr schönes Roth erhält man mit einem starken Aufgusse von Brasilienholz mit gefaultem Urine oder mit Wasser, dem auf ein Gallon oder 7 Pfd. 6 Unzen eine Unze Perlasche zugesezt worden ist, bereitet. Man nimmt sowohl auf ein Gallon der einen, als der anderen dieser beiden Flüssigkeiten beiläufig ein Pfund Brasilienholz, und läßt das Ganze unter öfterem Umrühren 2 bis 3 Tage lang stehen. Wenn der Aufguß klar abgegossen und bis zum Sieden erhizt worden ist, so bürstet man das Holz damit bei dieser Temperatur so lange, bis es stark gefärbt erscheint. Ist dieß der Fall, so bürstet man es dann, während es noch feucht ist, mit einer Auflösung von 2 Unzen Alaun in einer Pinte Wasser. Ein minder lebhaftes Roth erhält man, wenn man eine Unze Drachenblut in einer Pinte Weingeist auflöst, und das Holz mit dieser Auflösung so lange bürstet, bis es hinlänglich gefärbt erscheint. – Um ein Rosenroth zu erzielen, soll man dem Brasilienholzaufgusse um zwei Unzen Perlasche mehr zusezen, und übrigens auf die angegebene Weise verfahren. Noch blässer wird die Farbe, wenn man die Quantität der Perlasche noch mehr erhöht, doch muß man in diesem Falle auch die Alaunauflösung stärker anwenden.

3. Purpurroth für Holz. Man bürstet das Holz mit einem starken Absude von Campesche- und Brasilienholz, den man sich bereitet, indem man ein Pfund des ersteren und 1/4 Pfd. des lezteren wenigstens eine Stunde lang mit einem Gallon Wasser kochen läßt. Hat das Holz hiedurch eine hinlänglich starke Grundfarbe bekommen, so läßt man es troknen, und überfahrt es leicht mit einer Auflösung von einer Drachme Perlasche in einem Quart Wasser. Leztere Flüssigkeit muß mit Sorgfalt angewendet werden, weil sie die Farbe vom Rothbraunen bis zu dem ins Blaue ziehenden Purpurroth wechseln macht.

4. Blaue Farbe für Holz. Man bürstet das Holz mehrere Male mit einer erwärmten Auflösung von Kupfer in Scheidewasser, und bürstet hierauf das mit dieser Kupferauflösung getränkte Holz so lange mit einer warmen Auflösung von zwei Unzen Perlasche in einer Pinte Wasser, bis es die gehörige Farbe erlangt hat.

5. Grüne Farbe für Holz. Man löst Grünspan in Essig oder krystallisirten Grünspan in Wasser auf, und bürstet damit das Holz bis es die gewünschte Schattirung bekommen hat. Die Auflösung ist gleichfalls warm anzuwenden.

6. Schwarz für Holz. Man bürstet das Holz zuerst mehrere Male mit einem heißen Campescheholzabsude, und hierauf 3 bis 4 Mal mit einem Galläpfelaufgusse, den man sich bereitet, indem man 1/4 Pfd. Galläpfelpulver mit zwei Quart Wasser 3 bis 4 Tage lang in der Sonne oder in gelinder Wärme stehen läßt. Das Poliren kann mit einer starken Bürste und mit schwarzer Schuhmacherwichse geschehen.

Ueber die Gelatine-Kapseln für den Arzeneigebrauch und zu anderen Zweken.

Hr. Mothes, Apotheker in Paris, hatte die glükliche Idee, Arzneistoffe, sie mögen pulverförmig oder flüssig seyn, wenn sie unangenehm zu nehmen sind, in luftdicht verschlossene Kapseln oder Kugeln aus Gallerte einzuschließen, wo man sie dann ohne allen Anstand wie Pillen verschlingen kann. Die Fabrication dieser Kapseln beschäftigt dermalen, obschon sie erst 2 Jahre alt ist, schon gegen 20 Arbeiter, und dürfte eine noch größere Ausdehnung erhalten, wenn das Patent ein Mal verfallen seyn wird. Nach den Angaben des Fabrikanten hat er in den Jahren 1835 und 1836 mehr als 2000 Kilogr. Gallerte erster Qualität und im Ganzen wohl 3500 Kilogr. verarbeitet. Die meisten wurden mit Copaivabalsam gefüllt, von dem Hr. Mothes im Jahre 1836 allein 1500 Kilogr. brauchte! Die Verfertigung dieser Kapseln ist sehr einfach. Man taucht nämlich ovale metallene Knöpfe, welche gehörig an einer Scheibe angebracht sind, in eine concentrirte |239| Gallerte-Auflösung; nimmt die Kapseln, nachdem sie hinreichend erstarrt sind, von den Knöpfen ab, was mit großem Leichtigkeit geschehen kann, und troknet sie endlich zuerst an freier Luft und dann an einem geheizten Orte. Sie verlieren durch das Troknen bedeutend an Umfang. Wenn sie ganz troken geworden sind, so tragt man den Arzneikörper ein, und verschließt sie mit einem Tropfen Gallerte-Auflösung. Zulezt überstreicht Hr. Mothes die Kugeln mit einer Auflösung von Benzoë in Weingeist, um ihnen einen angenehmen Geruch zu geben, und um sie gegen die Einwirkung der Feuchtigkeit der Luft zu schüzen. Wahrscheinlich dürften derlei Kapseln auch noch weitere Anwendung finden; z.B. zur Aufbewahrung verschiedener Stoffe, welche an der Luft eine Veränderung erleiden; zur Aufbewahrung von Knallpulvern, und verschiedener Zukerbäkerartikeln. Auch könnte man verschiedene Gefäße aus Gallerte bereiten, und diese dann einem Gerbeprocesse unterwerfen. Wir empfehlen diese aus dem Bulletin de la Société d'encouragement entnommene Notiz der Berüksichtigung unserer HH. Apotheker, da die meisten derselben selbst in unserer Hauptstadt, wo der Verbrauch an Copaivabalsam auch sehr groß ist, diese Gallertkapseln noch nicht führen, und oft nicht ein Mal kennen.

Stevenson's Patent-Sicherheitspapier.

Hr. Stevenson nahm in neuester Zeit ein Patent auf ein Papier, auf welchem die Schriftzüge nicht betrügerischer Weise durch chemische Reagentien ausgelöscht werden können. Der Erfinder glaubt seinem Papiere eine Farbe gegeben zu haben, welche durch alle chemischen Reagentien so verändert wird, daß jeder Versuch eines Betruges auf den ersten Blik erkannt werden kann. Auch Hr. Engelmann in Mülhausen hat der Akademie in Paris ein neues Sicherheitspapier für Wechsel u. dergl. vorgelegt. An diesem besteht der Grund aus höchst feinen parallelen Linien, welche mit der Guillochir-Maschine lithographirt und mit einer auslöschlichen Tinte gedrukt sind.

Zeitschriften auf Calico zu druken.

In einer Sizung, welche die Akademie der Wissenschaften in Paris im Laufe dieses Jahres hielt, zeigte Hr. Saussay ein auf Calico gedruktes Journal mit dem Bemerken vor, daß durchaus keine vorbereitende Behandlung des Calico's nöthig war, um denselben zur Aufnahme des Drukes geeignet zu machen. Er verbreitete sich bei dieser Gelegenheit ausführlich über die Nuzanwendungen, welche diese Art von Druk finden könnte.

Ueber den Handel, der in Frankreich mit Menschenhaaren getrieben wird,

liest man im Mémorial encyclopédique, Junius 1837, S. 359 Folgendes: „Die Pariser Haarschneider pflegen in den Monaten April und Mai auf allen Markten und Jahrmärkten herumzulaufen, und zwar besonders in der Normandie, in der Auvergne und in der Bretagne. Sie sammeln daselbst jährlich gegen 100,000 Kilogr. Haare, welche sie auf dem Kopfe mit 10 Fr. das Kilogr. bezahlen. Diese Haare, welche demnach schon auf den Köpfen ein Capital von einer Million Fr. bilden, werden in Paris und in den übrigen größeren Städten zu 20 Fr. das Kilogr. verkauft, so daß sie in den Magazinen angelangt, schon auf 2 Mill. im Werthe gestiegen sind. Nach dem Entfetten und Reinigen gelangen sie dann aus den Magazinen in die Hände verschiedener Haarkünstler, welche das Kilogr. im mittleren Durchschnitte mit 80 Fr. bezahlen, und folglich das Capital schon auf 8 Mill. Fr. erhöhen. Nimmt man nun an, daß alle diese Haare zu dem allerwohlfeilsten Gegenstände, nämlich zu Perrüken, verarbeitet werden; daß man zu einer Perrüke 3 Unzen Haare braucht; und daß eine fertige Perrüke im Durchschnitte 25 Fr. kostet, so gibt dieß eine Summe von 25 Mill. Fr., wovon 8 Mill. auf den Rohstoff, 1 Mill. auf den nöthigen Tüll und auf Bänder, und 100,000 Fr. auf Federn u. dergl. kommen, während der Rest für Arbeitslohn |240| und Gewinn bleibt. Bedenkt man aber, wie viele Haare zu weit werthvolleren Gegenständen, als zu Perrüken verarbeitet werden, so wird man einen Begriff von der Ausdehnung und der Einträglichkeit des Gewerbes bekommen, welches die französischen Haarkünstler treiben.“

Runkelrübenbau in den Vereinigten Staaten.

Französischen Blattern zu Folge sind aus mehreren der nördlichen Provinzen der Vereinigren Staaten in Frankreich Abgeordnete angelangt, welche beauftragt sind, den Runkelrübenbau und die Fabrikation von Zuker zu studiren und dann nach Nordamerika zu verpflanzen. Man hofft die Zukerfabrication auf diesem Wege in den nördlichen Staaten wohlfeiler betreiben zu können, als sie in den südlichen aus Zukerrohr und mit Sklaven betrieben wird; und man hofft dadurch der Sklavenemancipation in jenen Gegenden am kräftigsten in die Hände zu arbeiten. Die Legislatur von Massachussets soll sogar eine Verordnung erlassen haben, welcher zu Folge durch 5 Jahre hindurch für jedes Pfund Zuker, welcher in dem Staate aus Runkelrüben gewonnen worden, eine Prämie von 3 Sous bezahlt werden soll.

Verhütung des Auswachsens der Kartoffeln durch Einweichen in Ammoniakwasser.

Wenn man Kartoffeln 4 oder 5 Tage lang in Wasser einweicht, dem auf eine Pinte eine Unze gewöhnlichen flüssigen Ammoniaks zugesezt worden ist, so verlieren sie ihre Keimkraft beinahe ganz, so daß man sie, nachdem sie an einem luftigen Orte getroknet worden sind, ein Jahr lang aufbewahren kann. Die Kartoffeln erleiden dabei keine Veränderung; sie werden höchstens mehliger, und bei der großen Flüchtigkeit des Ammoniaks ist nach dem Troknen auch nicht eine Spur davon zu entdeken. Hr. W. H. B. Webster von Ipswich, der diese Mittheilung der Society of art in London machte, glaubt, daß man auf diese Weise hauptsächlich die zur Verproviantirung von Schiffen bestimmten Kartoffeln behandeln soll. läßt man die Kartoffeln anstatt der 5 Tage 3 Wochen lang in der erwähnten Flüssigkeit, so schrumpfen sie ein, und troknet man sie dann in Stüke geschnitten, so werden diese sehr dicht, jedoch nicht sehr hart, und spröde wie Schiffszwiebak. Der eigenthümliche Kartoffelgeschmak geht hiebei ganz verloren, und an dessen Stelle tritt ein rein mehliger, jedoch keineswegs unangenehmer. Beim Sieden verhalten sich diese Stüke beinahe wie Sago oder wie Stärkmehl, ohne jedoch ihre Gestalt zu verlieren. Hr. Webster glaubt, daß bei der angegebenen Behandlung der Kartoffeln keine chemische Veränderung derselben, sondern nur eine mechanische Consolidation, und die Austreibung von Feuchtigkeit vor sich gehe. Ganz dieselbe Veränderung soll nämlich erfolgen, wenn man die Kartoffeln in eine starke Auflösung von Salz in Wasser einweicht und wenn man dann durch wiederholtes Abwaschen wieder alles Salz wegschafft. Hr. Webster meint, daß ausgeschossene Kartoffeln mit Salzauflösung behandelt, ein vortreffliches Viehfutter geben. Endlich empfiehlt er auch noch Kartoffelstarkmehl mit etwas Kalk zu versezen und mit Wasser zu kochen, um sich einen sehr harten, halbdurchsichtigen, unauflöslichen Kleister oder Kitt zu verschaffen. (Aus den Transaction of the Society of arts. Vol. L.)

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