Titel: Applegath's Verbesserungen im Druken von Calicos.
Autor: Applegath, Augustus
Fundstelle: 1837, Band 65, Nr. LXVII. (S. 300–309)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj065/ar065067

LXVII. Verbesserungen im Druken von Calicos und anderen Fabricaten, worauf sich Augustus Applegath, Kattundruker von Crayford in der Grafschaft Kent, am 15. November 1836 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Julius 1837, S. 35.

Meine Erfindung erhellt aus folgender Beschreibung der auf Taf. IV. gegebenen Abbildungen.

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Fig. 61 zeigt die dritte Seite einer Maschine zum Druke mit sechs Farben. Fig. 62 gibt eine Ansicht derselben von der entgegengesezten Seite. Fig. 63 ist ein Endaufriß. In Fig. 64 sieht man deren obere Theile in einem Grundrisse. An sämmtlichen Figuren sind zur Bezeichnung der einzelnen Theile gleiche Buchstaben beibehalten.

Das gußeiserne Gestell A, A trägt die beweglichen Rahmen oder Häupter B, B, woran die Modeltafeln (die Model mit ihrer Fütterung) C, C mit Angelgewinden so befestigt sind, daß sie umgeschlagen werden können, wenn die Model gebürstet oder anderweitig behandelt werden müssen. Die Model D, D selbst werden nach der gewöhnlichen Methode geschnitten, mit Stiften besezt und gravirt; ihre Befestigung an den Tafeln C, C ist, wie in Fig. 65, 66, 67 und 68 ausführlicher gezeigt werden soll, durch Schrauben oder durch Zapfen mit Tförmigen Köpfen vermittelt. Die Druktafel E, welche aus Gußeisen oder einem Steine bestehen kann, muß flach, schwer und so stark seyn, daß sie den beim Druken anzuwendenden Schlag oder Druk auszuhalten vermag. An jedem ihrer Enden befindet sich eine Walze, womit der Zeug über sie geführt wird. In den Ausschnitten der Wagen F, F ruhen die Reiber (rubbers) G, G. Die untere Seite dieser Wagen ist mit schiefen Flächen versehen, durch welche die Reiber, wenn sich die Wagen vorwärts bewegen, einen Viertelzoll hoch gehoben werden. Die Hämmer oder Schlägel H, H, welche den zum Druk nöthigen Schlag auf die Modeltafeln C, C ausüben, sind mittelst Scheiden und Bindeschrauben auf solche Weise an den schmiedeisernen Spindeln I, I befestigt, daß sie eine Adjustirung, gemäß welcher sie gleichzeitig auf die Modeltafeln schlagen, zulassen. Der Umfang der Trommel K, welche das Druktuch und den zu drukenden Zeug vorwärts bewegt, muß sich in irgend eine bestimmte Anzahl von Spatien theilen lassen; und jedes dieser Spatien muß jener Quantität Zeug entsprechen, die jeder Model in dieser Maschine auf ein Mal drukt. An dem Muster, welches in der Zeichnung gedacht ist, enthält der Umfang 15 Spatien, jedes zu drei Zoll. Die Trommel ist ferner mit einem Rade L versehen, welches 90 Zähne hat, und in welches in genau abgemessenen Entfernungen 15 Aufhaltzapfen eingesezt sind; leztere reguliren die Bewegung oder Zuführung des Druktuches und des zu bedrukenden Zeuges; von deren Genauigkeit hängt also das Zusammenpassen der Muster ab. Bei M sieht man ein Doppelgetrieb oder zwei an einer und derselben Welle befestigte Getriebe, von denen das kleinere 24-zähnige immer in das Rad L eingreift, während das größere 48-zähnige mit vier Armen ausgestattet ist, und zeitweise von dem |302| gezahnten Sector N umgetrieben wird, indem sich an diesem ein gebogener Däumling befindet, der auf die Arme des größeren Getriebes M wirkt. Das innerhalb des Gestelles angebrachte Segment O kommt zeitweise mit dem kleinen Rade oder mit der Walze P in Berührung; sie bestehen beide aus Holz und sind mit grobem Tuche überzogen, damit ohne alle Verzahnung und bloß durch den gegenseitigen Druk ihrer Oberflächen die gehörige Bewegung erzeugt wird. An der Welle von P sind auch zwei Rollen fixirt, die durch die über sie geschlungenen Treibschnüre die Wagen F, F rük- und vorwärts bewegen. Q ist gleichfalls ein Rad oder eine Walze, die wie P mit Tuch überzogen ist, und auf die das Segment O wirkt, sobald es P verlassen hat. An der Welle dieser Walze Q befindet sich eine Rolle, über welche eine gekreuzte Schnur, die an eine andere an der Achse P fixirte Rolle läuft, geschlungen ist, damit auf diese Weise die Bewegung von P und jene der daran befindlichen Treibrolle umgekehrt und die Wagen zurükgeführt werden. Die kleinen ausgekehlten Rollen R, R führen die Treibschnüre. Die Walze S erhält das Druktuch an der Trommel K; ebendieß geschieht in Beziehung auf das Oehltuch (oil-skin) und den zu bedrukenden Zeug durch eine ähnliche Walze T, so daß derselbe ohne einen Zug zu erleiden und ohne Aufenthalt von der Trommel K herbei geleitet wird. Der Sperrkegel V wirkt auf die Eintheilungszapfen des Rades L. Das Druktuch ist endlos, indem es von der Trommel K her über die Druktafel, dann über die an deren Ende befindliche Walze, hierauf unter der Druktafel an die Walze S und endlich an die Trommel läuft. Das Oehltuch, welches ich vorzugsweise anwende, ist gleichfalls endlos; es läuft über die Walze T an die Trommel, dann über die am Anfange und am Ende der Druktafel befindlichen Rollen über diese Druktafel hinweg aus der Maschine, wie dieß in Fig. 69 angedeutet ist. Das zu bedrukende Fabricat wird von einer Walze her, auf die es aufgewunden ist, auf folgende Weise auf die Druktafel geschafft. Das verzahnte Segment N bewegt die Getriebe M um den vierten Theil eines Umlaufes, wodurch die Trommel um so viel und etwas weniges darüber vorwärts bewegt wird, als die Größe des auf den Model gestochenen Musters beträgt, so daß der Eintheilungszapfen gerade um so viel an dem Ende des Sperrkegels V vorübergehen kann, daß dieser hinter den Zapfen einfällt. Ist dieß geschehen, so wird die Trommel und deren Rad durch die Elasticität des Zeuges etwas zurükgezogen werden, bis der Sperrkegel den Zapfen anhält, und sowohl die Trommel als die auf ihr befindlichen Stoffe während der Druk von Statten geht, ruhig und stätig erhält. W, W sind schmiedeiserne Stäbe, welche sich in Führern |303| auf und nieder bewegen; sie stehen mit den beweglichen Häuptern B, B in Verbindung und sind mit Reibungsrollen V, V, auf die die Kämme oder Muschelräder wirken, ausgestattet, so daß diese Häupter und die Model zeitweise emporgehoben und herabgesenkt werden. Die Kämme oder Muschelräder X, X dienen hiebei zum Emporheben, die mit Y bezeichneten hingegen zum Herabsenken; sie sind sämmtlich an den Spindeln der Räder fixirt. Die Gegengewichte Z, Z mit den dazu gehörigen Hebeln haben den Stäben W, W und den Häuptern B, B das Gleichgewicht zu halten, und auf diese Weise die Auf- und Niederbewegung ruhiger und stätiger zu machen. Die Räder q, q, q greifen in einander ein, und haben je 72 Zähne mit einem Zoll Zwischenraum. Die Kämme a, a drüken die Rollen und Hebel b, b zeitweise herab; und diese Hebel stehen mit den Stangen c, c in Verbindung, deren obere Enden die Arme d, d der Hammerwellen I, I umfassen. Wenn der volle Theil der Kämme a, a die Hebel b, b herabdrükt, so ziehen die Stangen c, c die Arme d, d nach Abwärts, wodurch die Hämmer oder Schlägel in die aus Fig. 61 ersichtliche Stellung emporgehoben und mittelst der Hakenhebel e, e, die sich an den Zapfen f, f bewegen, in dieser erhalten werden. An den Kämmen a, a sind Aushebzapfen g, g angebracht, welche zeitweise die unteren Enden der Hakenhebel e, e emporheben und dadurch bewirken, daß diese die Arme d, d der Hammerwellen I, I loslassen, wo dann diese Hämmer in Folge ihrer eigenen Schwere herabfallen und den zum Druk nöthigen Schlag auf die Modeltafeln C, C, C ausüben. Die Kraft der Hämmer läßt sich durch kreisrunde Gewichte, welche mit einem in der Mitte angebrachten Loche an den Kopf der Hämmer angepaßt sind, verstärken. Ein solches Gewicht ist in Fig. 61 ersichtlich. Die Gegengewichte h, h haben den Stangen c, c und den Hebeln b, b das Gleichgewicht zu halten, und auf diese Weise die Enden der Stangen von den Armen d, d frei zu erhalten, sobald diese beim Herabfallen der Hämmer emporsteigen.

Die Speisung der Model mit Farbe geschieht auf folgende Weise. i, i ist der Siebrahmen, welcher die Siebe j, j in sich faßt; diese selbst bestehen aus wasserdichtem Zeuge oder irgend einem anderen Materiale, welches die Farbe nicht durchdringen läßt. Die Bürsten k, k, k (teering brushes genannt) dienen zum Ausbreiten der Farbe; sie sind an den Querbalken l befestigt, und dieser ist mit einer kleinen Reibungswalze m ausgestattet, auf welche bei der Bewegung des Siebrahmens nach Vorwärts die schiefen Flächen n, n wirken. Auf diese Weise können also die Bürsten von den Enden der Siebe und von dem Siebrahmen aufgehoben und die Dauer, während welcher sie mit den Sieben in Berührung stehen, bestimmt |304| werden. Um die Bürsten in ihrer Wirkung zu unterstüzen, kann man unter den Sieben und an den Seitenstäben, auf denen sich der Siebrahmen schiebt, einen hölzernen oder eisernen Querbalken anbringen, und diesen mit einem Druktuche umwinden und mit einem geöhlten Seidenzeuge überziehen. Dieser Balken wird die Siebe, während sie sich zwischen dem Querbalken und den Bürsten schieben, emporhalten, und dadurch die Bürsten in Stand sezen die Spuren, welche der Druk der Model auf den Sieben zurükläßt, besser zu vertilgen. In Fig. 63 und 64 ist diese Einrichtung durch punktirte Linien angedeutet. o ist eine Treibschnurrolle, welche um eine an dem Rahmen fixirte Spindel umläuft, und die zeitweise in Bewegung gesezt wird, indem die an den Rädern q, q fixirten, mit Tuch überzogenen Segmente p, p* auf das an der Welle von o fixirte, mit Tuch überzogene Rad r wirken. Diese Welle ist mit zwei Armen s, s versehen, auf die die Zapfen t, t des überzogenen Segmentes wirken, damit solcher Maßen sowohl die Rolle als die Siebe zu gehöriger Zeit in Bewegung geräth.

Das Spiel dieser Maschinerie ist nun folgendes: Wenn der Kamm Y die beweglichen Häupter B, B und die Model von der Druktafel E emporgehoben, wie dieß aus Fig. 61 erhellt, so kommt jener Zapfen des Segmentes p, welcher die Bewegung beginnt, mit dem Arme s des Rades r der Rolle o in Berührung; wo dann, indem sich dieser bewegt, der Siebrahmen i, i mit der gefärbten Oberfläche seiner Siebe so unter die Model bewegt werden wird, daß er sich beiläufig einen Zoll unter der gravirten Oberfläche der Model befindet. Hierauf werden die Kämme X, X, indem sie gegen die unteren Reibungsrollen der Stangen W, W wirken, diese Stangen und mit ihnen auch die Häupter B, B mit den Modeltafeln und Modeln beiläufig um einen Zoll herabdrüken, damit die gestochenen Oberflächen der Model sachte mit der auf die Siebe aufgetragenen Farbe in Berührung kommen, ohne dabei auf die Siebe selbst einen Druk auszuüben. Nunmehr kommt das Segment O mit dem kleinen Reibungsrade P in Berührung, woraus folgt, daß dieses mitsammt seinen Treibrollen umläuft, und daß durch die um diese Rollen geschlungenen Treibschnüre die Wagen F, F vorwärts gezogen werden. Die unteren Seiten dieser Wagen sind mit kleinen schiefen Flächen versehen, welche so wie sich die Wagen vorwärts bewegen, diese emporheben, damit die elastischen Oberflächen der Reiber gelinde gegen die untere Seite der Siebe angedrükt werden. Durch die Bewegung der Reiber kommen daher die mit Farbstoff bekleideten Siebe noch vollkommener mit den gestochenen Modeln in Berührung, so daß eine gehörige Menge Farbe von ersteren auf leztere übergetragen wird, |305| während die Thätigkeit der Maschine fortwährt. Zunächst wirkt dann das Segment O auf das kleine Rad Q, welches mittelst seiner gekreuzten Schnur die Bewegung des Rades P umkehrt und bewirkt, daß dessen Treibschnurrollen die Wagen wieder in ihre frühere Stellung zurükziehen. Hierauf wirkt das Segment p* auf den Arm s* des Rades r, wodurch die Rolle o veranlaßt wird, den Siebrahmen wieder in seine frühere aus Fig. 63 und 64 ersichtliche Stellung zurükzuziehen. Dann befreien die Aushebzapfen die Hakenhebel von den Armen der Welle der Hämmer, wo dann der Schlag der Hämmer Statt finden wird. Jeder Model drukt daher während eines Umganges der Räder q, q ein Stük Zeug von seiner eigenen Größe, nachdem der volle Theil der Kämme X, X die Häupter und die Model vorher veranlaßt hat, sich auf das auf der Druktafel befindliche Material herab zu bewegen.

Fig. 65 zeigt den Rüken eines Drukmodels mit seinen drei eisernen, in das Holz eingelassenen Verstärkungsbändern; in leztere sind Spalten geschnitten, welche zur Aufnahme der Tförmigen Schrauben und Schraubenmuttern, womit der Model D, wie Fig. 66 zeigt, an der Modeltafel C fixirt wird, dienen.

In Fig. 67 und 68 ersieht man eine gehörige Verbindungsmethode der Modeltafeln C mit den beweglichen Häuptern B, B. Die flachen schmiedeisernen Bänder a, a von 1/8 Zoll Dike sind fest an die Enden der Modeltafeln geschraubt. Die Zapfen sind in die Angelgewinde c, c eingenietet und mit einem Schraubengange versehen, an den die Daumenschrauben passen. Die in den Bändern a, a befindlichen Löcher sind größer als die Zapfen b, b, damit zum Behufe der Adjustirung der Model einiger Spielraum gestattet ist. Die Angelgewinde c, c sind an dem einen Ende mittelst der Schrauben e, e an den beweglichen Häuptern befestigt, während sie an dem anderen von den Daumenschrauben f, f festgehalten werden.

In Fig. 68 sieht man die beweglichen Häupter und die Modeltafeln mit einem umgestürzten Model. Um die gestochene Fläche des Models anschaulich zu machen, muß eine der Hämmerreihen zurükgeschlagen werden: dieß geschieht, indem man die Bindeschraube in der Scheide des Armes t zum Theil losschraubt, so daß dann die Hammerwelle umgedreht werden kann.

In Fig. 69 ist angedeutet, wie man anstatt der beschriebenen Reiber eine Rolle anwenden kann, um die gegenseitige Berührung zwischen dem Siebe und dem Model herzustellen. B ist ein Theil des beweglichen Hauptes; C die Modeltafel; i, i ein Theil des Siebrahmens, und D der Model, der in der Nähe der Sieboberfläche, jedoch nicht mit ihr in Berührung erhalten wird. R ist die Walze, |306| die entweder aus Holz oder auch aus einer Messingröhre bestehen kann; sie muß mit einer elastischen Composition, die man sich wie für die Buchdrukerwalzen aus Syrup oder Melasse und Leim bereitet, überstrichen und mit einem wasserdichten Zeuge überzogen werden; auch muß sie sich frei um ihre Achse drehen, und durch Gegengewichte oder Federn gegen das Sieb angedrükt werden. Die Berührung zwischen der Sieboberfläche und dem Model findet nur dann Statt, wenn die Walze das Sieb, während sich dieses rük- und vorwärts bewegt, emporhebt. Ich gebe dieser Methode den Vorzug, wenn die Model sehr fein gestochen oder aus Kupfer oder Messing verfertigt sind. Das Sieb muß einen geringen Grad von Elasticität haben, und diesen kann man ihm geben, entweder indem man es mit Kautschukschnüren, oder mit feinen Spiralfedern, oder auch auf irgend eine andere geeignete Weise an dem Rahmen befestigt.

Aus Fig. 70 ist einer der beschriebenen Reiber einzeln und aus der Maschine genommen Zu ersehen. Er besteht aus einem gußeisernen Troge, worin eine biegsame wasserdichte Röhre enthalten ist. Diese Röhre, welche wie Wasser oder irgend einer anderen nicht durch sie dringenden Flüssigkeit beinahe vollgefüllt und an beiden Enden gut verschlossen seyn muß, kann in dem Troge in ihrer Stellung erhalten werden, indem man beide in einen zusammengenähten Ueberzug aus dünnem Leinenzeuge stekt. Die Stärke, mit der sie gegen das Sieb drükt, läßt sich leicht dadurch reguliren, daß man ihre Enden mehr oder minder anspannt, so daß ihr Rauminhalt und folglich auch ihr Widerstand entweder erhöht oder vermindert wird, ohne daß man mehr Flüssigkeit in sie einzutreiben oder etwas davon aus ihr herauszunehmen braucht. Ich beschränke mich übrigens weder auf diese, noch auf irgend eine andere Art von Reiber, Walze oder Bürste, um die Berührung zwischen der Sieboberfläche und dem Model zu vermitteln; sondern ich behalte mir das Recht vor, mich zu diesem Zweke irgend eines geeigneten Mittels zu bedienen.

In Fig. 61, 62, 63 und 64 ist angenommen, daß zwei Streichknaben, von denen zu jeder Seite des Siebrahmens einer zu stehen hat, zur Bedienung der Maschine bereit sind; indem die an dem Balken l angebrachten Bürsten die Farbe nur ausbreiten, sie aber nicht auftragen. In Fig. 71 hingegen ist eine Methode gezeigt, nach welcher die Bürsten selbst dieses Auftragen vollbringen können. B ist auch hier das bewegliche Haupt und dessen Model; i, i der Siebrahmen. Wenn nun lezterer unter die Model eingelaufen ist, um sie mit Farbe zu versehen, so kann der Balken l mit seinen Bürsten mit Hülfe seiner Reibungsrolle m und der schiefen Fläche z so herabgesenkt werden, daß die Bürsten mit den in den Farbtrögen t, t |307| umlaufenden Walzen s, s in Berührung kommen. Die Quantität der auf der Walze s befindlichen Farbe läßt sich durch einen geradlinigen Streicher v, der von den Schrauben x, x festgehalten wird und einer Adjustirung fähig ist, reguliren. Die Walze s muß einer sehr langsamen Bewegung um ihre Achse theilhaftig seyn, damit die von den Bürsten aufgenommene Farbe immer wieder erneuert wird. In diesem Falle kann man die Fütterung unter den Bürsten beseitigen, und wenn man es für nöthig hält, doppelte Reihen von Bürsten anwenden.

Fig. 72 gibt eine seitliche Ansicht eines Apparates, womit die Farbe auf einen Handmodel, so wie man sich seiner bei dem Handdruke bedient, aufgetragen werden kann. In Fig. 73 sieht man denselben Apparat vom Ende her betrachtet, und in Fig. 74 in einem Grundrisse. A ist das gußeiserne Gestell; B der Model; C das Sieb; D die Bürste, welche an dem Querbalken E befestigt ist. Lezterer dient auch zur Verbindung der beiden Seitentheile F, F, deren untere Seiten mit Vorsprüngen, welche in den zwischen dem Gestelle und dem oberen Balken G, G befindlichen Schiebraum Z einpassen, versehen sind. Die Seitentheile werden übrigens außerdem auch noch durch einen Bindebalken zusammengehalten. H ist der Farbtrog und I die Walze, auf der die Quantität der Farbe durch einen geradlinigen Streicher regulirt wird. K, L ist ein umwikeltes Brett, welches sich gleichfalls in dem Schiebraume Z frei bewegt, und welches das Sieb trägt, wenn sich die Bürsten darüber weg bewegen. M ist der Reiber, der auf die bei Fig. 70 beschriebene Art und Weise verfertigt ist, und sich gleichfalls in dem Schiebraume Z frei bewegen kann. N, N sind kleine ausgekehlte Rollen, über welche die Laufschnüre geschlungen sind. O ist ein an der Spindel P fixirtes und mit Tuch überzogenes Segment, welches, wenn es sich umdreht, das gleichfalls mit Tuch überzogene Rad Q umtreibt, und dadurch bewirkt, daß auch die Spindel dieses lezteren und die daran aufgezogenen Rollen R, R umgetrieben werden. Die Folge hievon ist, daß die Seitentheile der Querbalken E mit der Bürste in der Richtung des Schiebraumes Z über das Sieb gezogen werden, und daß die Farbe hiedurch auf die Oberfläche des Siebes aufgetragen wird, wo dann der Druker den Model zum Druken benuzen kann. Wenn sich die Seitentheile vorwärts bewegen, so kommen deren Vorsprünge, welche sich in dem Raume Z schieben, mit den Enden des umwikelten Querholzes L in Berührung, wodurch dieses längs des erwähnten Raumes vorwärts bewegt wird; und da die Bürsten dann mit der oberen Fläche des Siebes in Berührung stehen, während das direct unter ihnen befindliche umwikelte Querholz mit der unteren Fläche in Berührung kommt, so erhält das Sieb auf diese Weise die |308| Farbe mitgetheilt, während zugleich auch der von dem Muster des Models zurückgelassene Eindruk verwischt wird. Wenn das Segment O die Walze Q verlassen hat, so wirkt es auf die an ihrer Spindel fixirte Umkehrwalze S. An derselben Spindel ist aber auch eine kleine Flugrolle T angebracht, von der eine Treibschnur an eine ähnliche, an der Spindel von R befindliche Rolle V führt. Die Bewegung der Rolle R wird hiedurch umgekehrt, und dadurch werden die Seitentheile F, F und die Bürsten in ihre frühere Stellung über der Farbwalze zurükgeführt. Eben so wird auch das Querholz L von den Trägern E, E zurükgezogen, und zwar mittelst der Federn oder Haken a, welche sich um Zapfen, die an diesen Trägern befestigt sind, bewegen, und welche auf die kleinen, an den Enden des Querholzes befindlichen Zapfen b, b wirken. Das Querholz wird auf diese Weise während der rükgängigen Bewegung festgehalten, bis es durch die in das Gestell eingelassenen Zapfen c, c angehalten wird, wo dann die Federn oder Haken an der schrägen Kante des Zapfens b emporsteigen, und das Holz in seiner früheren, aus Fig. 72 ersichtlichen Stellung zurüklassen. Damit die Federn, während sie vorwärts schreiten, nicht auf die Zapfen b treffen, und das Querholz vor sich her treiben, sind die Treibschnüre, welche die Träger ziehen, in Oehren, die sich an den Federn oder Haken befinden, befestigt, so daß die Federn nur während der Rükkehr des Querholzes auf dasselbe wirken. Man sieht diese Federhaken neben Fig. 72 in einem etwas größeren Maaßstabe abgebildet. W ist gleichfalls eine mit Tuch überzogene Walze; an deren Achse oder Spindel befindet sich eine Flugrolle, von der aus ein gekreuztes Band an eine ähnliche, an der Spindel von X aufgezogene Rolle läuft. Hiedurch wird der Reiber M auf dieselbe Weise rük- und vorwärts gezogen, wie die eben beschriebenen Träger; da aber der Reiber eine kürzere Streke zu durchlaufen hat, als die Bürsten, so können seine Rollen X, X verhältnißmäßig kleiner seyn.

Bei der Verbindung der zum Auftragen der Farbe dienenden Maschine mit der Triebkraft dürfte es gut seyn, eine solche Einrichtung zu treffen, daß der Druker die Maschine anhalten oder in Gang sezen kann, je nachdem er seinen Fuß auf einen mit den Klauenbüchsen oder Treibrollen in Verbindung gebrachten Tretschämel sezt, oder davon entfernt.

In Fig. 75 sieht man eine Vorrichtung, gemäß welcher die Siebe seitwärts unter die Model gelangen. B ist das bewegliche Haupt; C, C sind die Modeltafeln; D, D die oben beschriebenen Model. Die Siebrahmen i, i bewegen sich gegen einander, bis sie in der Mitte zwischen den Modeln zusammenstoßen, wo dann das Auftragen |309| der Farbe auf die angegebene Weise geschieht. Die Bewegung des Siebrahmens nach Rük- und Vorwärts kann gleichfalls durch Segmente und Laufbandrollen hervorgebracht werden. Das Einführen des Zeuges in die Maschine und der Druk selbst wird auf die angegebene Weise bewerkstelligt. Sowohl an dieser Maschine als auch an der in Fig. 61 und 62 abgebildeten wird das zu bedrukende Fabricat von einer Walze, auf die es aufgewunden ist, an die Trommel abgegeben, gleichwie dieß an den gewöhnlichen Walzendrukmaschinen zu geschehen pflegt. Wenn der Zeug bedrukt aus der Maschine kommt, so wird er nach der üblichen Methode über und unter Führwalzen, deren Stellung von den Umständen, unter denen die Maschine aufgestellt ist und arbeitet, abhängt, weggeführt. Zu bemerken ist, daß wenn man ein Oehltuch anwendet, auf welches die überschüssige, durch den Zeug gedrungene Farbe gedrukt werden soll, dieses mit einem trokenen Tuche abgerieben werden muß, bevor es in die Maschine zurükkehrt.

Ich nehme keinen der einzelnen Theile der hier beschriebenen Maschine, sondern lediglich deren Verbindung zu einem Ganzen als meine Erfindung in Anspruch, wobei ich mir vorbehalte, irgend ein geeignetes Material und jede geeignete Gestalt zu benuzen. Besondere Ansprüche mache ich übrigens auf die Art und Weise, nach der ich die Farbe auf die Model auftrage.

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