Titel: Whitcher's verbesserte Radschuhe.
Autor: Whitcher, John
Fundstelle: 1837, Band 65, Nr. LXXII. (S. 324–325)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj065/ar065072

LXXII. Verbesserungen an den Radschuhen und anderen an den Räderfuhrwerken anwendbaren Apparaten, worauf sich John Whitcher, von Ringwood in der Grafschaft Hants, am 8. Nov. 1836 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Julius 1837, S. 20.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

In Fig. 10 sieht man im Aufrisse so viel von einem Wagen dargestellt als nöthig ist, um meine Erfindung zu erläutern. Fig. 11 zeigt einen Grundriß dieses Wagens. a, a sind die vier Wagenräder; an der Achse der beiden hinteren und mit ihr sich kreuzend ist der Balken b angebracht. Die Stange c steht an dem einen Ende durch ein Stiftgelenk mit dem Hemmschuhe d, an dem anderen hingegen durch ein ähnliches Gelenk oder Gefüge mit dem Balken b, b in Verbindung, damit der Hemmschuh auf diese Weise und je nachdem es die Umstände erfordern, herabgesenkt und wieder aufgehoben werden kann. Eine Stange e, die sich bei f um ein Stiftgelenk bewegt, steht mit ihrem anderen Ende mit demselben Stiftgelenke in Verbindung, welches die Stange c mit dem Hemmschuhe verbindet. Eine dritte Stange g communicirt an dem einen Ende mit dem eben erwähnten Stiftgelenke der Stangen c und e; an ihrem anderen Ende dagegen befindet sich eine Reibungsrolle, die sich beim Emporsteigen und Herabfallen des Hemmschuhes zwischen den beiden, an dem Balken b befestigten Führern h, h bewegt. Die kurze Kette i verhindert eine größere Bewegung des Endes der Stange g. Die an dem vorderen Theile des Hemmschuhes festgemachte Kette j läuft über eine Rolle k, welche an dem Reifen l angebracht ist; eine weitere mit ihr verbundene Kette führt über die Rolle m, die sich an einer, an der Stange c befestigten Spindel bewegt. Die Linien n, n, n bezeichnen Ketten, welche in der Zeichnung leicht zu verfolgen sind, und über mehrere Führrollen laufen. Diese Kette ist einerseits an dem oberen Ende der Stange g festgemacht, während die beiden anderen Enden derselben an den Schieberplatten o, o befestigt sind. Wenn daher das Pferd in dem Geschirre zieht, so wird der Hemmschuh immer vom Boden emporgehoben seyn, indem die von dem Brustgeschirre herlaufenden Stränge in die Platten o, o eingehakt werden. Die Linien p, p stellen Ketten vor, die gleichfalls über eine Reihe von Leitrollen q, q laufen, und mit dem einen Ende an der Stange g, andererseits aber an den Platten o, o befestigt sind. Zu bemerken ist, daß auch das Hintergeschirr an den Platten o, o |325| festgemacht wird, damit das Pferd, indem es bergab in diesem Hintergeschirre ruht, mit den Ketten p, p den Hemmschuh auf den Boden herabzieht, und dadurch eine Reibung zwischen beiden erzeugt, welche so lange bestehen wird, als das Pferd von dem Brustgeschirre zurükgehalten wird. Im Augenblike, wo das Pferd zu ziehen beginnt, wird dagegen der Hemmschuh von der Straße aufgehoben werden.

Diese Vorrichtung ist auch auf alle anderen Arten von Wagen anwendbar, und um die hiedurch nöthig werdenden Abänderungen anzudeuten, habe ich in Fig. 12 einen Grundriß und eine seitliche Ansicht einer damit ausgestatteten gewöhnlichen Wagendeichsel abgebildet. Der einzige Unterschied ist der, daß die Kette, welche den Hemmschuh aufhebt, hier an den Zugriemen befestigt ist, während jene Kette, die den Hemmschuh auf den Boden herabzieht, an den Deichselketten festgemacht werden muß. Der Hemmschuh braucht, wie die Zeichnung zeigt, unter keines der Räder gebracht zu werden; auch wird keines dieser lezteren gesperrt oder in seiner Bewegung angehalten. r ist ein mit einem Haken versehener Hebel, womit die Kette emporgehakt werden kann, wenn man dieß für nöthig hält.41)

Ich habe nur noch zu bemerken, daß sich die ganze hier angegebene Vorrichtung mannigfach abändern läßt, wenn nur das Princip, nämlich die Verbindung der Bewegung des Hemmschuhes mit jener des Pferdes, beibehalten wird.

|325|

Dieser Hebel ist in der Zeichnung des Repertory nicht angedeutet.

A. d. R.

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