Titel: Walferdin's Minimal-Thermometer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 65, Nr. XXXVII./Miszelle 10 (S. 154)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj065/mi065037_10

Walferdin's Minimal-Thermometer.

Hr. Walferdin in Paris, bekannt durch seinen Thermomêtre de diversement (Polyt. Journal Bd. LXI. S. 317) und durch seinen Thermomêtre à maxima, hat nun auch einen neuen Thermomêtre à minima angegeben, worüber der Bulletin de la Société géologique im 7ten Bande folgende Notizen gibt. „Das System des Hrn. Walferdin's beruht auf dem Principe, daß in Haarröhrchen, welche einen gehörigen Durchmesser im Lichten haben, selbst in senkrechter Stellung eine Queksilbersäule von einer Säule Alkohol im Gleichgewichte erhalten werden kann. Hr. Walferdin bringt hienach in einem cylindrischen Gefäße (cuvette) eine Haarröhre an, deren unteres Ende ausgezogen und in das Innere des Gefäßes zurükgebogen ist, während sie sich nach Oben zu in eine Anschwellung oder Erweiterung endigt, an deren Basis sich ein kleiner seitlicher Ansaz befindet. Das cylindrische Gefäß, die Röhre und ein Theil ihrer Anschwellung sind mit Queksilber gefüllt; am Grunde des Gefäßes befindet sich hingegen eine Quantität Alkohol, welche zur vollkommenen Isolirung der Queksilbersäule hinreicht. Wenn man nun dem Instrumente bei einer niedrigeren Temperatur als jene ist, die damit ermittelt werden soll, eine solche Neigung gibt, daß die zurükgebogene Spize mit Alkohol bedekt ist; und wenn man dann in dieser Stellung die Temperatur mittelst der Wärme der Hand erhöht, so wird sich die in dem Gefäße enthaltene Flüssigkeit ausdehnen und der Alkohol in die Röhre eindringen, so daß, wenn man das Instrument dann wieder aufrichtet, zwischen dem Queksilber des Gefäßes und dem in dem oberen Theile der Haarröhre enthaltenen Queksilber eine Alkoholsäule bemerkbar wird, die sich so lange erhält, als die Temperatur nicht fällt. Fällt die Temperatur, so wird der Alkohol der Säule, so lange dieses Fallen währt, bei der ausgezogenen Spize der Röhre in kleinen Tröpfchen aussikern; steigt sie hingegen, so wird die Säule des zurükgebliebenen Alkohols wieder in der Röhre emporsteigen, ohne daß hiedurch ein neues Aussikern eintreten könnte. Wenn daher vor der Beobachtung der Werth der in die Röhre gebrachten Weingeistsäule bestimmt wurde, so hat man nach derselben und bei welcher Temperatur dieß auch immer seyn mag, nur zu sehen, wie vielen Graden das in der Röhre verbliebene Queksilber entspricht; und wenn man dann hievon den Werth der früher notirten Säule abzieht, so wird man genau das Minimum der Temperatur, welches Statt fand, erfahren. Dieser Thermometer kann, wie Hr. W. glaubt, nicht nur zum Messen der Temperatur des Meeres und der Erde in bedeutenden Tiefen dienen; sondern er ließe sich, indem man ihn an gefangen gehaltenen Luftballons anbrachte, auch zur Erforschung der noch sehr wenig bekannten Beschaffenheit der Atmosphäre in höheren Regionen benuzen. (Mémorial encyclopédique. Februar 1837, S. 70.)

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