Titel: Bereitung eines reinen Klebers nach Payen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 65, Nr. XXXVII./Miszelle 17 (S. 157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj065/mi065037_17

Bereitung eines reinen Klebers nach Payen.

Hr. Payen hat einen durchscheinenden und farblosen Kleber bereitet, welcher reiner ist, als ihn die bis jezt bekannten Verfahrungsarten liefern. Unter den fremdartigen Substanzen, wovon er ihn befreit hat, bemerken wir Stärkmehl, Ueberreste von Pflanzengewebe, Salze, Schwefel, Oehle, Dextrinzuker, Eiweißstoff. Der reine Kleber ist weiß, durchscheinend, geruchlos, spröde, geschmaklos, an trokener Luft unveränderlich, in kaltem Alkohol unauflöslich. In kaltem Wasser bläht er sich auf und wird sehr elastisch, in kochendem zieht er sich zusammen. Um ihn aufzulösen, muß man heißes Wasser in Verbindung mit Weingeist anwenden.

Um reinen Kleber zu bereiten, verfährt Hr. Payen folgender Maßen: nachdem er Weizenmehlteig unter einem Regen von destillirtem Wasser lange genug abgeknetet hat, breitet er die erhaltene klebrige Substanz in dünnen Schichten auf flachen Gefäßen aus, um sie bei niedriger Temperatur schnell auszutroknen. Sie wird dann fein gepulvert und mit heißem Aether behandelt, welcher wenigstens 20 Mal hinter einander decantirt werden muß. Der Rükstand wird nun zuerst mit kaltem Alkohol und dann mit beiläufig seinem 6fachen Volum kochenden Alkohols ausgesüßt. Endlich läßt man ihn noch in der Wärme in Alkohol weichen, der mit dem vierten Theile seines Volums Wasser vermischt ist, filtrirt und wiederholt dieses mehrmals. Die Flüssigkeiten hinterlassen einen häutigen Rükstand, den man auswascht und troknet. Die ganze Reihe dieser Operationen muß zwei Mal wiederholt werden, um den Kleber möglichst rein zu erhalten.

(Institut. 22. März.)

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