Titel: Vilcot's Methode aus Spekstein oder Steatit Kameen zu verfertigen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 65, Nr. XXXVII./Miszelle 21 (S. 158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj065/mi065037_21

Vilcot's Methode aus Spekstein oder Steatit Kameen zu verfertigen.

Das Journal des connaissances usuelles enthält in seinem lezten Februarhefte folgende Beschreibung des Verfahrens, nach welchem Vilcot seine bekannten schönen Kameen verfertigte. Man soll den Spekstein, wenn der Künstler seine Arbeit daran vollendet hat, in einem verschlossenen und gut lutirten Tiegel in einem Ofen zwischen Kohlen langsam erhizen, ihn zwei oder drei Stunden lang in einer röthlichen Weißglühhize erhalten, und endlich langsam im Tiegel abkühlen lassen. Man wird ihn dann, wenn man ihn aus dem Tiegel nimmt, so erhärtet finden, daß er am Stahle Funken gibt, und daß er den besten Feilen widersteht. Weißer Spekstein erhält durch dieses Glühen eine milchweiße Farbe; solcher hingegen der schon von Natur aus gefärbt war, wird graulich oder röthlich. Man kann ihm jedoch künstlich verschiedene Farben geben, und zwar entweder mit solchen Farben, die sich in Bernsteinfirniß auflösen, wie z.B. mit Grünspan, Oker etc.; oder mit Farbauflösungen in Terpenthingeist, welche im Allgemeinen lebhaftere Farben geben; oder mit Auflösungen von Safflor, Gummigutt, Campescheholz, Drachenblut etc. in Weingeist, in welchem Falle man den kalt gewordenen Spekstein einige Stunden lang in diese Auflösungen einzuweichen hat. Gold in Königswasser aufgelöst gibt je nach der Stärkender Auflösung ein mehr oder minder dunkles Purpurroth. Salzsaures Silber färbt schwarz, besonders mit Beihülfe von Schwefelsäure. Indigo in Schwefelsäure aufgelöst gibt eine graulich-blaue Farbe. Wenn man den mit Goldauflösung oder salzsaurem Silber gefärbten Spekstein einer lebhaften Flamme aussezt, so nimmt er metallischen Gold- oder Silberglanz an. Wenn der Spekstein erhizt wird, so lassen sich die in Säuren aufgelösten Farben leicht darauf anwenden, wobei die Schwefelsäure einen größeren Effect gibt, als die Salpeter- und Salzsäure. Auch Sauerkleesäure, so wie in Alkalien aufgelöste Farben lassen sich mit Vortheil anwenden. Im Allgemeinen dringen alle diese Farben nur 1/8 Linie tief in den Stein ein. Das Poliren des Steines geschieht wie gewöhnlich mit Schmirgel, Trippel und Zinnasche, wo er dann einen schönen Glanz bekommt, und wie Achat, Jaspis, Chalcedon u. dergl. aussieht.

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