Titel: Vorschrift zu einer Mauertünche mit Käse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 65, Nr. XXXVII./Miszelle 23 (S. 159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj065/mi065037_23

Vorschrift zu einer Mauertünche mit Käse.

Ein Correspondent des Journal des conn. usuelles schreibt, daß er sich der von Cadet-Devaux und d'Arcet angegebenen Tünchen mit Milch und Käse im Inneren von Gebäuden jeder Zeit mit Vortheil bedient habe; daß es ihm aber nie gelungen sey, und selbst nicht mit dem sogenannten harzigen Milchanstriche (peinture au lait resineuse), auch an den äußeren Wänden einen dauerhaften Anstrich zu erzielen. Nach zahlreichen Versuchen gelang es ihm jedoch eine Mischung ausfindig zu machen, die selbst in dieser Hinsicht in so hohem Grade entspricht, daß sie auf den ersten Blik wie ein Anstrich mit Oehlfarbe aussieht. Er reibt nämlich 12 Unzen sorgfältig abgerahmte geronnene Milch, welche er gut abtropfen ließ, mit 3 Quentchen gesiebten Kalkes, der mit der möglich geringsten Menge Wasser abgelöscht worden ist, ab, wobei das Gemenge bald ein leimartiges Aussehen bekommt. Ferner reibt er 30 Unzen gepülvertes Spanischweiß, ein halbes Quentchen Kohlenpulver mit 7 Unzen Eiweiß und eben so viel Wasser ab, um dann endlich dieses Gemisch, nachdem es durch ein Sieb gelaufen ist, mit ersterem zu vermengen. Bei der Anwendung sezt er dann noch so viel Wasser zu als nöthig ist, um der Tünche den gehörigen Grad von Flüssigkeit zu geben, Zwei mit dieser Tünche aufgetragene Schichten geben sowohl für das Innere als für das Aeußere der Gebäude einen sehr dauerhaften Anstrich. Trägt man aber endlich auch noch zwei Schichten einer ganz auf dieselbe Weise, jedoch mit Hinweglassung des Spanischweiß und der Kohle bereiteten Tünche auf, so erhält man einen Anstrich, der nicht nur allen Unbilden der Witterung widersteht, sondern auch beinahe den Glanz des Anstriches mit Oehlfarben besizt. Um lichtere Farben zu erhalten, muß man die Quantität der Kohle oder des sonstigen Farbstoffes vermindern.

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