Titel: Ueber die Benuzung des Dolomits zu hydraulischem Kalke.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 65, Nr. LVI./Miszelle 10 (S. 237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj065/mi065056_10

Ueber die Benuzung des Dolomits zu hydraulischem Kalke.

Hr. Vicat trug der Akademie in Paris eine neuere Abhandlung vor, in der er gegen einige von Berthier in den Annales de mines erhobene Einwendungen beweist, daß die Bittererde, wenn sie in einem Verhältnisse von 30 bis 40 Proc. vorhanden ist, den Kalk hydraulisch mache. Er glühte nämlich weißen ganz reinen Marmor bis zu vollkommener Austreibung der Kohlensäure, vermengte 44 Theile des auf solche Weise erzielten Kalkes mit 80 Theilen kohlensaurer Bittererde, welche 36,80 wasserfreie Bittererde repräsentirte, und formte aus diesem Gemenge Kugeln, die er, nachdem sie troken geworden waren, 4 Stunden lang der Rothglühhize aussezte. Der künstliche Kalk, den er auf diese Weise erhielt, löschte sich unter lebhaftem Aufbrausen sehr schnell. Zu einem Teige von guter Consistenz angemacht und in einem Gefäße mit Wasser übergossen, erhärtete er in 9 Tagen bis auf einen solchen Grad, daß seine nasse Oberfläche eine mit 300 Gramm beschwerte gewöhnliche Striknadel trug, ohne einen merklichen Eindruk anzunehmen. Dieser Versuch, sagte Hr. Vicat, beweist, daß sich die Dolomite von Lardin im Departement de la Dordogne, welche aus 50, 60 kohlensaurer Kalkerde, 42 kohlensaurer Bittererde, 5 Kieselerde, 2 Thonerde und 0,40 Eisenoxyd bestehen, sehr gut zur Erzeugung von hydraulischem Kalk eignen, zu dessen Bereitung ihn denn auch mehrere Baumeister bereits zu verwenden angefangen haben. – Hr. Dumas übernahm es bei dieser Gelegenheit die Franzosen darauf aufmerksam zu machen, daß diese Sache in Deutschland bereits als erledigt betrachtet werde, indem der berühmte Chemiker Fuchs in seiner gekrönten Preisschrift (polyt. Journal Bd. XLIX. S. 287.) schon vor mehreren Jahren zeigte, mit welchem Vortheil sich der Dolomit zur Bereitung des hydraulischen Kalks anwenden läßt.

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