Titel: Neuere französische Runkelrübenzuker-Patente.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 65, Nr. LXX./Miszelle 1 (S. 313–314)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj065/mi065070_1

Neuere französische Runkelrübenzuker-Patente.

In dem ersten Vierteljahre des Etatsjahres 1836/37 wurden in Frankreich nicht weniger als 18 Patente auf Verbesserungen in der Zukerfabrication genommen, und zwar von:

1) den HH. Brüdern Péan und Hrn. Bouchelt Saint-Arnoult, in Blois, Dept. Loire et Cher, am 8. Oktober 1836 auf Verbesserungen an ihrem kupfernen Kessel mit doppeltem und cannelirtem Boden, in welchem mittelst Dampf von hohem Druke an freier Luft sowohl zukerhaltige Säfte als Salzauflösungen eingedampft und concentrirt werden können, und worauf sich dieselben am 18. Sept. 1835 ein Patent ertheilen ließen.

2) den HH. Manesse, Mallet und Comp., Gießern und Mechanikern in Valenciennes, am 12. Okt. für 5 Jahre: auf Formen zum Reinigen und Krystallisiren von Zukern aller Art, welche sie aus weichem Gußeisen gießen.

3) dem Hrn. Charles Lefebure Chabert, Negotianten in Paris, rue des Amandiers Popincourt No. 12, den 15. Okt., für 15 Jahre: auf einen Apparat, womit man mittelst eines Kessels und mit Oehl pulver- oder körnerförmige |314| vegetabilische Substanzen aller Art rösten kann; und aus Umwandlung dieses Apparates in einen Abdampfungs- und Concentrations-Apparat.

4) dem Hrn. Bourlon de Rouvre, in Chaumont, Dept. de la Haute-Marne, am 19. Okt., für 5 Jahre: auf einen Apparat, womit man das Runkelrübenmark augenbliklich und allmählich auswaschen, und allen Saft daraus gewinnen kann.

5) dem Hrn. Jules Amédée Dequoy, Zukerfabrikanten in Orleans, den 19. Okt., für 10 Jahre: auf ein neues Verfahren den Saft aus den Runkelrüben durch kalte Maceration zu gewinnen.

6) dem Hrn. Narcisse Brame-Chevalier in Lille, den 22. Okt., für 10 Jahre: auf Ersezung des Thones, dessen man sich bisher zum Bleichen der Zuker bediente, durch eine bisher noch nicht hiezu verwendete Substanz, welche sowohl eine merkliche Ersparniß, als auch raschere und vollkommenere Resultate bedingt.

7) dem Hrn. Louis Vergne de Guerini, Zukerraffineur in Marseille, am 29. Okt., für 10 Jahre: auf eine Methode die für die Zukerraffinerien bestimmte thierische Kohle wieder zu beleben.

8) dem Hrn. Aygaleng-Raulin, Zukerfabrikanten in Roclincourt, Pas de Calais, den 7. Novbr., für 5 Jahre: auf einen neuen Apparat zum Eindampfen des Runkelrübensaftes und zur Concentration der Syrupe.

9) den HH. Martin und Champonnois, in Arras, den 9. Novbr., für 10 Jahre: auf ein ganzes, auf neue Methoden begründetes Zukerfabrications-System.

10) dem Hrn. Lagache-Lecerf, Negotianten in Lille, den 9. Novbr., für 5 Jahre: auf ein Verfahren, wonach man aus dem Runkelrübensafte alle der Krystallisation des Zukers nachtheiligen Substanzen vollkommen abscheiden, und mithin den Ertrag erhöhen und die Arbeit vereinfachen kann.

11) den HH. Poncin, Spyns und Comp., Zukerfabrikanten in Bourbourg, Dept. du Nord, den 12. Novbr., für 5 Jahre: auf einen Apparat zum Filtriren des Runkelrübensaftes.

12) den HH. Gueneau, Vater und Sohn, Mechanikern in Cosnes, Dept. de la Nièvre, den 12 Novbr., für 5 Jahre: auf eine Maschine zum Ausziehen des Saftes aus den Runkelrüben.

13) dem Hrn. Leutrein-Piednoir, Gelbgießer in Saint-Omer, Dept. du Pas de Calais, den 12. Novbr., für 5 Jahre: auf eine Cylinderpresse zum Ausziehen des Saftes aus den Runkelrüben.

14) dem Hrn. Garnot-Gabauche, Negotianten in Dünkirchen, den 16. Novbr., für 5 Jahre: auf eine zur Fabrication von gekörnter Kohle dienende Beutelmühle.

15) dem Hrn. Barthélemy Laurence, Zukerfabrikanten in Grâce-Dieu, Dept. du Charente-infér., den 21. Novbr., für 5 Jahre: auf ein kaltes doppeltes Macerationsverfahren, womit man alle zukerigen Bestandtheile aus den Runkelrüben gewinnen kann.

16) dem Hrn. Cellier-Blumenthal Sohn in Brüssel und in Paris, auf neue Verbesserungen an seinem Apparate zum Versieden der Runkelrübensäfte und der Syrupe, so wie zum Eindiken aller Salzauflösungen im luftleeren Raume.

17) dem Hrn. Pierre Fortuné Pyron, Doctor der Medicin in Marseille, den 30. Novbr., für 15 Jahre: auf eine Reinigungsmethode der Zuker, deren man sich anstatt des Thones bedienen kann, und welche auch auf das Klären anwendbar ist.

18) dem Hrn. André Jacques Amand Gautier, in Molléges, Dept. des Bouches-du-Rhône, den 21. Decbr., für 15 Jahre: auf ein vollkommenes Fabricationssystem für einheimischen Zuker.

(Aus dem Bulletin des Sucres, No. 6.)

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