Titel: Ueber die Anwendung des Anthracites als Brennmaterial.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 65, Nr. LXX./Miszelle 11 (S. 319–320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj065/mi065070_11

Ueber die Anwendung des Anthracites als Brennmaterial.

Hr. Dr. Olmsted in den Vereinigten Staaten hat zahlreiche Beobachtungen über die beste Methode den Anthracit als Brennmaterial zu benuzen angestellt, und hienach folgende Grundsäze hiefür aufgestellt. 1) Der Anthracit muß, wenn er vollkommen verbrennen soll, beständig auf einer hohen Temperatur unterhalten werden. Man hat daher nur Heerde aus Baksteinen, gebranntem Thone und ähnlichen Compositionen anzuwenden, und die Rauchfänge aus Gußeisen, Schmiedeisen oder Steinen zu verwerfen, weil die guten Wärmeleiter den Anthracit, womit sie in Berührung kommen, zu schnell abkühlen würden. 2) Alle Luft, welche durch das Schornsteinrohr strömt, muß vorher das Feuer durchstrichen haben, und zwar wegen des Widerstandes, auf den sie beim Durchströmen einer diken Schichte dieses Brennmateriales stößt. Die Kohle muß rothglühend bleiben, und darf nicht zum Weißglühen gelangen, denn sonst wird nicht nur der Heerd sehr schnell zu Grunde gerichtet, sondern es gelangen auch die feinsten Theile des Anthracites in Fluß, wodurch das Durchdringen der Luft verhindert wird. 3) Die Berührungspunkte zwischen der Luft und der Anthracitkohle müssen so viel als möglich vermehrt werden; es ist deßhalb auch besser den Anthracit in Stüken von der |320| Größe einer Nuß und nicht in Blöken anzuwenden. Die Kohlenschichte darf nicht zu dik seyn, ausgenommen der Rauchfang hat einen sehr starken Zug; denn sonst könnte die zur Verbrennung nöthige Luft nicht mit hinreichender Leichtigkeit durchströmen. 4) Man darf nicht mehr Luft durch das Feuer strömen lassen, als davon zersezt wird; denn alle überschüssige Luft kühlt dasselbe ab und sucht es zu schwächen und selbst auszulöschen. 5) Um die Oefen, in denen Anthracit gebrannt wird, vor schneller Zerstörung zu schüzen, muß man zu der Zeit, während welcher man sich ihrer nicht bedient, mehr Sorgfalt als gewöhnlich darauf verwenden. So soll man am Ende des Winters die Oefen und deren Röhren abnehmen, und sie im Inneren mit einem Gemenge aus Kalkwasser und seinem Sande abwaschen. Lange horizontale Röhren sind so viel als möglich zu vermeiden; weil sie an den vom Heerde entferntesten Stellen feucht bleiben und eine Auflösung der äzenden Producte der Verbrennung bilden. (Aus der Revue britannique im Mémorial encyclopédique. Mai 1837, S. 288.)

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