Titel: Janvier's Locomotionsapparat für Schiffe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 65, Nr. LXX./Miszelle 4 (S. 316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj065/mi065070_4

Janvier's Locomotionsapparat für Schiffe.

Zu den Hauptvorwürfen, welche man den dermalen gebräuchlichen Dampfbooten macht, gehört, daß ihnen die Schaufelräder eine unangenehme und unbequeme Gestalt geben, daß sie deren Gewicht und deren Wassertracht erhöhen; und daß, wenn sie auch diesen schwimmenden Maschinen größere Stabilität geben, sie dagegen den Winden doch auch einen Widerstand entgegensezen, welcher deren Bewegungen beeinträchtigt und deren Steuerung beschwerlich macht. Außerdem leiden diese Räder häufig Schaden, so daß sie bedeutende Unterhaltungskosten veranlassen. Alles dieß soll nun bei Anwendung des von Hrn. Janvier erfundenen Locomotionsapparates wegfallen. Dieser Erfindung gemäß soll auf den Dampfbooten der gegenwärtig gebräuchliche Erzeugungsapparat der Triebkraft beibehalten, und an diesem sollen die Organe, welche dem Fahrzeuge den Impuls geben, und welche aus nichts weiter, als aus zwei Rudern bestehen, angebracht werden. Die Dampfmaschine theilt der Welle des Flugrades eine rotirende Bewegung mit, und dieses bewirkt, indem es diese Bewegung vollbringt, mittelst der Kurbelarme, die sich daran befinden, daß der Kopf der Stangen einen Kreis beschreibt, während deren Körper bei der Auf- und Niederbewegung, deren sie theilhaftig werden, eine eigenthümliche Curve beschreibt, und mit einer Geschwindigkeit, die man beliebig ändern kann, auf das Wasser trifft. Die Stangen selbst bestehen aus vierseitigen Eisenstäben, deren breitere Seiten in der Fläche, in der sie sich zu bewegen haben, gelegen sind. Die beiden Ruder wirken durch eine geradlinige oder Wechselbewegung, und entsprechen beinahe allen Bedingungen, welche die Theorie von den Schaufeln der Ruderräder zur Erzielung des höchsten Nuzeffectes erheischt. Der Apparat des Hrn. Janvier thut der Eleganz der Gestalt des Schiffes nicht den geringsten Eintrag, und befindet sich, in welchem Zustande die See auch immer seyn mag, stets untergetaucht und in Bereitschaft seine Wirkung zu vollbringen; er leidet durch die Annäherung eines anderen Fahrzeuges und auch durch einen Stoß des Rumpfes gegen irgend einen Körper nicht den geringsten Schaden; und er manövrirt sehr gut nach beiden Richtungen. Endlich lassen die mit ihm ausgestatteten Fahrzeuge auch nur eine schwache Furche und keineswegs einen so heftigen Wellenschwall zurük, so daß von ihnen auch keine Beschädigung der Canalufer zu befürchten ist. (Aus dem Mémorial encyclopédique, Junius 1837, S. 349.)

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