Titel: Monturié's verbesserte Buchdrukerwalze.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 65, Nr. LXX./Miszelle 7 (S. 317–318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj065/mi065070_7

Monturié's verbesserte Buchdrukerwalze.

Man brauchte bisher für jede Presse 4 bis 5 Walzen, welche den verschiedenen Größen der Formen entsprachen, und eben so viele Walzenträger. Herr Monturié, Schlosser in Paris, rue St. Jacques-la-Boucherie No. 15, hatte die Idee leztere durch einen einzigen zu ersezen. Die Buchdrukerwalze besteht bekanntlich aus einem regelmäßigen, der ganzen Länge nach hohlen, hölzernen Cylinder, um den herum man ein Gemisch aus Gallerte und Melasse erstarren läßt. Durch die Mitte dieses Cylinders läuft ein Eisenstab, den man mit seinen beiden Enden in einer eisernen Fassung befestigt, und um den sich die Walze beim Schwärzen dreht. Hr. Monturié dachte, daß sich der Stab durch zwei Spizen ersezen ließe, die zu beiden Seiten von der Fassung ausgehend in das Holz der Walze einzudringen hätten; und daß, wenn man der Fassung die Einrichtung gäbe, daß sie sich verlängern und verkürzen könnte, sie auf Walzen von jeglicher Dimension anwendbar werden würde. Er sezte zu diesem Behufe die Fassung aus zwei flachen eisernen Stüken, welche sich auf einander schieben, und welche je nach der Dimension der Formen durch zwei durch beide Stüke gehende Schrauben verbunden werden, zusammen. Später jedoch ersezte er diese Schrauben durch eine eiserne Coulisse, welche beide Stüke umfaßt, und mittelst einer einzigen Schraube angezogen wird. Die ältere Fassung, die früher zahlreiche Reparaturen erheischte, ist auf diese Weise sehr dauerhaft geworden; auch erhält sie sich schon dadurch in sehr gutem Stande, daß man ihrer beständig bedarf, während sich früher, wo man ihrer für jede Presse mehrere nöthig hatte, die seltener gebrauchten beinahe immer in vernachlässigtem schadhaftem Zustande befanden. Die neue Fassung kommt zwar theurer, als eine ältere, allein man braucht auch nur eine einzige, und diese ist leichter und länger in gutem Zustande zu erhalten. Der Berichterstatter des Ausschusses der mechanischen Künste, Hr. Huzard Sohn, empfahl daher auch in einem vor der Société d'encouragement gehaltenen |318| Vortrage die Vorrichtung des Hrn. Monturié allen Drukereien. (Aus dem Bulletin de la Société d'encouragement. Junius 1837, S. 215.)

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