Titel: Ueber das Gefrieren der Salzauflösungen und über das Erstarren einiger anderer Körper.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 65, Nr. LXXXVII./Miszelle 12 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj065/mi065087_12

Ueber das Gefrieren der Salzauflösungen und über das Erstarren einiger anderer Körper.

Ueber diesen Gegenstand hat Hr. Despretz der Akademie der Wissenschaften in Paris einige interessante Beobachtungen mitgetheilt, aus denen zuvörderst hervorgeht, daß der Gefrierpunkt irgend einer Auflösung wandelbar ist, und daß dasselbe auch von mehreren festen Körpern, mit denen er arbeitete, gilt. Man kann als bestimmt annehmen, daß eine und dieselbe saure, alkalische, salzige oder geistige Flüssigkeit, wenn sie bewegt wird, beinahe nie bei einer und derselben Temperatur gefriert. Die Unterschiede sind nicht immer bedeutend, aber doch stets merklich. So zeigte z.B. eine Potascheauflösung, in der auf 100,000 Theile Wasser 617 Theile Alkali enthalten sind, in dem Augenblike, wo das Gefrieren begann, bei dem einen Versuche – 0,36 und bei dem anderen – 2,88°. Eine Auflösung, welche doppelt so viel Alkali enthielt, zeigte bei dem einen Versuche – 1,03 und bei dem zweiten – 2,14°. Als eigentlicher Gefrierpunkt dürfte jene stationäre und konstant bleibende Temperatur angenommen werden, die der Thermometer andeutet, wenn der Uebergang in den festen Zustand bereits begonnen hat. Um wie viel auch die Temperatur unter diesen eigentlichen Gefrierpunkt gesunken seyn mag, so kommt sie nach dem Beginnen des Gefrierens doch immer auf diesen zurük. So kam sie bei den beiden ersten Versuchen auf – 0,29 und bei den beiden lezteren auf – 0,61° zurük. Eine Auflösung von 371 kohlensauren Kalis in 10,000 Wasser erreichte bei einem Versuche vor dem Gefrieren – 2,73° und bei einem zweiten Versuche selbst – 4,08°. Im Augenblike des Gefrierens kam aber der Thermometer in ersterem Falle auf – 1,16 und in lezterem auf – 1,17° zurük. Bei mehr dann 100 Versuchen war die Differenz auch nicht größer oder gar Null. – Die Anomalie, welche das Wasser in Hinsicht auf das Maximum der Dichtheit zeigt, indem sich beim Uebergange vom flüssigen in den festen Zustand dessen Volumen bedeutend verändert, veranlaßte zu der Untersuchung, ob zwischen der Volumsvermehrung beim Gefrieren und der Existenz einer Maximaldichtheit eine gegenseitige Beziehung Statt finde. Bei dem gegenwärtigen Stande der Physik sind diese Forschungen auf solche Körper beschränkt, deren Schmelzpunkt unter jenen des Glases fällt. Hr. Despretz verfertigte, um die Frage zu lösen, mit mehreren dieser Körper dem Queksilberthermometer analoge Thermometer, und experimentirte mit Margarinsäure, Oehlsäure, Stearine, Olivenöhl, Wallrath, Paraffin und Naphthalin, welche die nicht stikstoffhaltigen schmelzbaren organischen Körper repräsentiren. Alle diese erleiden beim Erstarren eine bedeutende Volumsverminderung; sie ziehen sich über und unter dem Gefrierpunkte zusammen, und haben also keine Maximaldichtheit. (Aus dem Echo du monde savant, No. 80.)

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