Titel: Ueber Mikroskope mit Glaskügelchen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 65, Nr. CI./Miszelle 10 (S. 464–465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj065/mi065101_10

Ueber Mikroskope mit Glaskügelchen.

Hr. Thomas Cooke von Draycott bei Derby berichtet im Mechanics' Magazine, No. 726 über die kräftigen Mikroskope, welche er mit Glaskügelchen verfertigt. Sein Instrument besteht aus zwei Röhren, die sich in einander schieben, und welche beide gegen 6 Zoll lang sind. Das Objectivglas besteht aus einem Kugelchen von 1/16 Zoll im Durchmesser, welches an dem einen Ende fixirt ist; das Ocular dagegen besteht aus einer convexen Linse von 2 Zoll Brennweite, welche an dem anderen Ende fixirt und mit einer kegelförmigen, etwas über 2 Zoll langen Röhre, durch die man das Auge auf das Glas richtet, versehen ist. An dem anderen Ende befindet sich eine kleine Röhre von beiläufig einem Zoll Länge mit einer Oeffnung von 1/6 Zoll im Durchmesser, durch die das Licht an das Objectiv gelangt. Man kann sich des Mikroskops mit oder ohne diesen Zusaz bedienen; in ersterem Falle gelangen jedoch die directen Lichtstrahlen mit Ausschluß der übrigen auf das Object, so daß dieses Heller erscheint. Vielleicht dürfte eine dike Linse noch mehr Licht auf das Object werfen. Das Object muß, wenn man sich dieses Instrumentes bedienen will, so nahe an das Objectiv gebracht werden, daß es dasselbe berührt. Die Röhre läßt sich nach Belieben ausziehen, und die Vergrößerung wird um so bedeutender, je weiter man die Röhre auszieht. Am Tageslichte kann man das Object nicht sehen; am deutlichsten erscheint es in einiger |465| Entfernung von einem guten Kerzen- oder Lampenlichte. Hr. Cooke fordert Andere, auf Mittel anzugeben, durch welche den Objecten bei starker Vergrößerung mehr Licht gegeben werden könnte, indem in solchen Fällen die kleine Röhre, welche bloß die directen Strahlen einfallen läßt, nicht ausreicht. Die Kraft läßt sich durch Verlängerung der Röhre und durch Anwendung eines kleineren Kügelchens beliebig erhöhen. Bei einer Länge der Röhre von 40 Zoll berechnet sie sich wie folgt: 10 : 1/32 = 10/1 × 32/1 = 320; ferner 320 × 3 1/2 = 1120 und 1120² = 1254400. Ein Menschenhaar erscheint durch ein solches Instrument betrachtet wie ein 3 Zoll breiter Streifen. Als die beste Methode sich die Glaskügelchen zu verschaffen, ergab sich Hrn. Cooke nach mehrfachen Versuchen folgende. Er nimmt ein 16 bis 18 Zoll langes und 1 Zoll breites Stük Weißblech, und bestreicht es an dem einen Ende gut mit Kreide; dann zerbricht er ein Stük gutes Fensterglas, welches er dem ganz weißen Glase vorzieht, in kleine Stüke, die er auf das bekreidete Ende des Weißbleches legt, um sie auf diesem, indem man es an dem anderen Ende hält, in ein starkes Feuer zu bringen, und sie hierin in vollkommen runde Kügelchen zu schmelzen. Man soll sich hiebei keines Blasebalges bedienen. Man kann sich derlei Kügelchen von 1/10 bis zu 1/200 Zoll im Durchmesser verschaffen.

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