Titel: Cyankalium als zufälliges Product in Eisen-Hohöfen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 65, Nr. CI./Miszelle 13 (S. 466–467)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj065/mi065101_13

Cyankalium als zufälliges Product in Eisen-Hohöfen.

Seit 3 Jahren hat man in Clyde in Schottland bemerkt, daß aus Riffen und anderen zufälligen Ausgängen um die Formen der mit Steinkohlen und heißer Luft betriebenen Hohöfen ein Salz in flüssiger Gestalt ausschwizte, welches nachher zu einer weißen, undurchsichtigen, gewöhnlich nicht krystallinischen Masse erstarrte, jedoch in veränderlicher Menge. Namentlich soll es nach einer Reinigung des Gestelles am häufigsten vorkommen, was wohl nur darin seinen Grund hat, |467| daß es dann leichter den Ausweg findet. Auch in anderen, ebenfalls mit Steinkohlen und heißer Luft betriebenen schottischen Oefen hat man ähnliche Producte bemerkt. Das Salz enthält merkwürdiger Weise nur Cyankalium (blausaures Kali), kohlensaures Kali und sehr wenig kohlensaures Natron. Daß das Cyan bloß als Cyankalium und nicht als Cyaneisenkalium darin vorhanden ist, ergibt sich daraus, daß eine erst mit Salzsäure übersättigte und darauf mit einer Lösung von Eisenvitriol versezte Lösung keinen blauen Niederschlag gab, daß dagegen ein solcher entstand, wenn sie erst mit Eisenvitriol und dann mit einem Ueberschuß von Salzsäure behandelt wurde. In einer Probe fand Clark 43,4 Proc. Cyankalium und 45,8 kohlensaures Kali. Der Gehalt dieses Productes an kohlensaurem Kali war Veranlassung, daß die Frauen der Arbeiter auf der Eisenhütte in Clyde dasselbe zum Waschen benuzten; Hr. Clark bemerkt indeß, daß es zur Bereitung von Cyaneisenkalium eine bessere Anwendung finden dürfte, zu mal die giftigen Eigenschaften des Products dasselbe für häusliche Zweke immer gefährlich machen. Das Cyankalium entsteht übrigens offenbar durch den Stikstoffgehalt der Steinkohlen. (Pogg. Annalen der Physik Bd. XL. S. 315.)

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