Titel: Ueber die Einwirkung der Alkalien auf den Zuker.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 65, Nr. CI./Miszelle 16 (S. 468)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj065/mi065101_16

Ueber die Einwirkung der Alkalien auf den Zuker.

Die Zuker zerfallen bekanntlich in zwei Hauptarten: in den krystallisirbaren, wozu der aus dem Zukerrohre, den Runkelrüben, dem Ahorne etc. gewonnene gehört, und in den unkrystallisirbaren, wozu der Traubenzuker und hauptsächlich auch jener Zuker zu zählen ist, der durch Einwirkung von Schwefelsäure auf Starkmehl, Holzfaser, Milchzuker entsteht. Lezterer erzeugt sich auch unter mannigfachen Einflüssen aus dem krystallisirbaren Zuker. Zu den Unterschieden, welche zwischen diesen beiden Zukerarten bestehen, gehört nun, wie Hr. Péligot zeigt, namentlich auch ihr Verhalten gegen die Alkalien. Wenn man den krystallisirbaren Zuker mit Kali, Kalk, Baryt in Berührung bringt, so verbindet er sich mit ihnen, wobei er die Rolle einer Säure spielt. Durch Sieden einer Zukerauflösung mit Baryt erhält man nach Péligot ein krystallisirbares Salz, aus welchem der Zuker durch schwache Säuren unverändert abgeschieden werden kann. Anders verhält sichs mit dem aus Stärkmehl erzeugten Zuker, der durch Einwirkung der Alkalien eine tiefgreifende Veränderung erleidet. Bringt man nämlich eine wässerige Auflösung dieses Zukers selbst in der Kälte mit Kalk und Baryt zusammen, so verlieren diese Basen nach einiger Zeit ihre alkalischen Eigenschaften, indem sie durch eine neue sehr kräftige Säure, die sich durch die Einwirkung der Alkalien auf diesen Zuker bildet, gesättigt werden. Außer dieser Säure entsteht auch noch ein flüchtiger Körper, der die Eigenthümlichkeit hat, daß er die Silber- und Queksilbersalze in der Kälte reducirt. Hieraus ergibt sich, sagt Hr. Péligot, wie nothwendig es ist, daß der Kalk beim Klaren des Saftes nicht in Ueberschuß zugesezt werde, denn, wenn er auch nicht auf den krystallisirbaren Zuker wirkt, so wirkt er doch auf den unkrystallisirbaren Zuker, der sich während der Fabrication durch den Einfluß der Wärme und der Säuren oder der Gährung immer erzeugt. (Bulletin des sucrés. No. 7)

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