Titel: Die Eisenbahnen in Belgien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 65, Nr. CI./Miszelle 5 (S. 461–462)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj065/mi065101_5

Die Eisenbahnen in Belgien.

Nach dem Berichte, den Hrn. Nothomb, Minister der öffentlichen Arbeiten in Belgien am 4. März l. J. erstattete, ist Mecheln der Centralpunkt des von der Regierung für Belgien angenommenen Eisenbahnsystems. Von hier aus läuft eine Bahn östlich über Löwen, Lüttich und Verviers an die preußische Gränze; eine nördlich nach Antwerpen; eine westlich über Termonde, Gent und Brügge nach Ostende, und eine südlich über Brüssel an die französische Gränze. Von diesen Bahnen wurden folgende Sectionen dem Verkehre eröffnet, nämlich:

am 5. Mai 1835 die Bahn von Mecheln nach Brüssel in einer Länge
von
20,350 M.
am 3. Mai 1836 jene von Mecheln nach Antwerpen in einer Länge
von
23,680 –
am 2. Januar 1837 jene von Mecheln nach Termonde in einer Länge
von
26,750 –
––––––––
Summa 70,780 M.

Dieß gibt zusammen eine Streke von 14 Lieues zu je 5000 Meter. Im Baue begriffen sind folgende 6 Sectionen, von denen gleichfalls noch vor Ablauf des Jahrs 1837 einige dem Verkehre eröffnet werden sollen.

Von Löwen nach Tirlemont mit 18,900 Meter
von Tirlemont nach Varemme 23,260 –
von Mecheln nach Löwen 25,700 –
von Termonde nach Gent 28,340 –
von Varennes nach Ans 19,670 –
von Gent nach Brügge 40,460 –
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Die Vorarbeiten von drei anderen Sektionen, nämlich von Brüssel nach Tubise, von Ans an die Meuse und von Lüttich nach Verviers sind vollendet; jene der Streken von Brügge bis Ostende und von Verviers bis zur preußischen Gränze sind der Vollendung nahe. Von den drei vollendeten Sectionen kostete:

jene von Mecheln nach Brüssel 1,290,381 Fr.
Mecheln nach Antwerpen 2,222,817 –
Mecheln nach Termonde 1,618,435 –
––––––––––
Summa 5,131,633 Fr.

Zu diesen Kosten sind aber noch zu schlagen ein Theil der Transportkosten des Materiales und der Errichtung der Stationen mit 1,848,855 Fr., so wie auch verschiedene auf Polizei, Unterhaltung etc. verwendete Auslagen, die sehr bedeutend sind, und die die Kosten auf 14,665,655 Fr. 17 Cent. steigern. Auf die im Baue begriffenen Bahnen wurden bisher verwendet 6,603,950 Fr. und auf die projectirten 55,000 Fr. Was die Einnahmen betrifft, so betrugen diese in der ersten Periode, nämlich vom Mai 1835 bis Mai 1836 an der einzigen Bahn von Mecheln nach Brüssel bei einer Anzahl von 563,210 Passagieren 359,594 Fr. 15 Cent. Während der zweiten Periode, nämlich vom Mai bis December 1836 trugen die beiden Sectionen von Mecheln nach Brüssel und nach Antwerpen bei einer Anzahl von 729,545 Passagieren 734,736 Fr. 20 Cent. Die dritte mit Januar 1837 begonnene Periode lieferte schon bis zum März beinahe gleiche Zahlenverhältnisse! (Aus dem Industriel, April 1837.)

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