Titel: Buchanan's verbesserter Apparat zum Färben und zu anderen ähnlichen Operationen.
Autor: Buchanan, John
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. LXIII. (S. 280–284)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/ar066063

LXIII. Verbesserter Apparat zum Färben und zu anderen ähnlichen Operationen, worauf sich John Buchanan, von Rambottom in der Grafschaft Lancaster, am 22. Nov. 1836 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Jun. 1837, S. 310.

Mit Abbildungen auf Tab. IV.

Der von mir zum Behufe des Färbens und anderer ähnlichen Operationen erfundene Apparat besteht aus einer nach meinem Systeme zusammengesezten Maschinerie, womit das Färben und die übrigen Operationen auf eine wirksamere und wohlfeilere Weise bewerkstelligt werden können, als mit den gegenwärtig gebräuchlichen Apparaten. Die beigefügten Zeichnungen, zu deren Beschreibung ich nunmehr sogleich übergehen will, werden dieß anschaulich machen.

Fig. 12 zeigt meinen Apparat in einem an seinem Ende genommenen Durchschnitt; Fig. 13 ist ein seitlicher Durchschnitt und Fig. 14 ein Grundriß. Fig. 15 ist eine Endansicht des später zu beschreibenden Räderwerkes. Fig. 16 endlich zeigt in einer der ersten Figur ähnlichen Ansicht eine Modification desselben Apparates, in Folge deren die Stüke zugleich auch ausgewaschen oder gespült werden.

An allen diesen Figuren ist A eine Rolle, die von einem Laufbande umgetrieben wird, und die mit dem Stirnrade B, welches an |281| dem fixirten Zapfen a, a umläuft, in Verbindung steht. An demselben Zapfen a, a läuft auch die lose Rolle E, auf die der Riemen oder die Schnur übergetragen wird, wenn die Bewegung der Maschine angehalten werden soll. Das Rad B sezt zwei andere ähnliche Räder C, D, welche lose um die Wellen d, d und c, c laufen, in Bewegung. F und F' sind verschiebbare Kuppelbüchsen, deren Stellung von dem Hebel f abhängt, welcher sich um den durch den fixirten Zapfen a, a gehenden Stüzpunkt bewegt. In der aus Fig. 13 ersichtlichen Stellung des Hebels f verbindet die Kuppelbüchse F die Welle d mit dem Rade D; während die von dem Rade C losgemachte Kuppelbüchse F' dieses Rad frei um die Welle c, c laufen läßt. Gesezt jedoch der Hebel f werde in die durch punktirte Linien angedeutete Stellung bewegt, so wird die Welle c, c an das Rad C geschirrt, und die Welle d, d dafür frei seyn. An dem entgegengesezten Ende der Verkuppelungsbüchsen F, F', d.h. nicht an jenem Ende, an dem sie die Räder D und C auf die beschriebene Weise mit den Wellen d und e verbinden, befinden sich die Reibungszapfen g und g', welche frei und ohne mit den fixirten Zapfen H, H' in Berührung zu stehen, umlaufen, wenn eine der Kuppelbüchsen mit den Rädern D, C in Verbindung steht; ist hingegen dieß nicht der Fall, so verhindert der Zapfen H oder H' das Umlaufen der Welle, an der die betreffende Kuppelbüchse angebracht ist. Dieß ist z.B. in Fig. 13 mit der Welle c, c der Fall; indem hier die Kuppelbüchse F' von dem Rade C befreit ist, während der Zapfen g' mit dem Zapfen H' in Berührung steht. Die Stellung dieses Treibräderwerkes erhellt noch deutlicher aus Fig. 15.

An der Welle d, d befindet sich ein hölzerner Cylinder I, und senkrecht unter diesem ist an der Welle c, c ein ähnlicher Cylinder K angebracht; beide werden der Bewegung ihrer entsprechenden Wellen theilhaftig. Das ganze oben beschriebene Räderwerk ruht in einem länglichen gußeisernen Behälter, dessen Gestalt in Fig. 12, 13 und 14 durch die Buchstaben n, n, n, n angedeutet ist, und dessen unterer Theil durch das innere Gehäuse oder durch die Scheidewand m, m, m, m in eine innere Kammer O und in eine äußere Kammer P abgetheilt ist. Leztere dient, wie später gezeigt werden wird, zur Aufnahme von Dampf.

Unabhängig von dem Räderwerke dieses Apparates, jedoch parallel mit der Welle d, d sind die Wellen L und M angebracht, die mit den frei umlaufenden Cylindern N und N' ausgestattet sind. An denselben Wellen sind auch mittelst Stellschrauben die Spannungsstäbe Q, Q' befestigt, deren Stellung, wie Fig. 12 am besten zeigt, von der Schwingung des Hebels R, R abhängt, indem dieser |282| Hebel mit Zahnstangen r, r versehen ist, die in die an den Enden der entsprechenden Wellen L, M befindlichen Getriebe oder Zahnräder eingreifen. An den unteren Theilen der inneren Kammer O laufen frei die Führwalzen S, S um.

Ich will nun zeigen, auf welche Weise eine Maschine dieser Art arbeitet, und hiebei zugleich auch jene Theile derselben erläutern, die bis hieher noch nicht erwähnt wurden. Ich nehme den Fall an, es seyen gewöhnliche Calicos, welche in der Drukmaschine die Beize erhalten haben, auszufärben; das Räderwerk befinde sich in der aus Fig. 13 ersichtlichen Stellung; und es seyen gegen 20 an den Enden zusammengenähte Stüke so gleichförmig und glatt als möglich auf die Walze I aufgewunden, so daß diese hiedurch den in Fig. 12 und 13 durch die Linien i, i, i, i angedeuteten Raum ausfüllt. Wenn nun dieß der Fall ist, so wird der Treibriemen auf die lose Rolle E geschoben und das Stükende über die Führwalzen N', dann unter den am Boden der Kammer O befindlichen Walzen S, S hinweg, und hierauf wieder empor und über den Spannstab Q geführt, um endlich an dem unteren Cylinder K in der durch Pfeile angedeuteten Richtung befestigt zu werden. Hierauf wird die innere Kammer O bis zur Linie q, q empor mit der erforderlichen Farbbrühe gefüllt, und in die äußere Kammer P durch die Oeffnung p Dampf eingelassen, damit die Farbbrühe durch diesen allmählich bis zum Sieden erhizt werde. Sollte der Erhizungsproceß beschleunigt werden müssen, so könnte man auch in die innere Kammer durch den Hahn x, der durch die durchbrochene Röhre T, T mit der Farbbrühe, und wenn er dem Canale t, t zugedreht wird, durch die Oeffnung x' mit der Dampfkammer P communicirt, Dampf eintreten lassen. Dieser Canal t, t steht in der Richtung des aus Fig. 13 ersichtlichen gebogenen Pfeiles mir der Kammer P, P in Verbindung, und ist etwas höher hinauf geführt, damit jede auch noch so unbedeutende Verdichtung in der Dampfkammer P verhütet werde, und damit die Farbbrühe, im Falle dieß geschehen sollte, durch den atmosphärischen Druk in die Dampfkammer getrieben wird. In Fig. 13 ist der Hahn x als geschlossen dargestellt. Wenn nun die Farbbrühe in die Kammer O gebracht und der Zeug auf die angedeutete Weise durch die Maschine geführt ist, so wird die Stellung des Hebels f umgekehrt und dadurch die Kuppelbüchse F' mit dem Rade C verbunden, während die Kuppelbüchse F von dem Rade D befreit wird, und während der Reibungszapfen g mit dem Zapfen oder Aufhälter H in Berührung kommt. Hierauf wird der Treibriemen auf die Treibrolle A geschoben, und der Cylinder K in Bewegung gesezt, so daß der Zeug regelmäßig und eben über den Spannstab Q hinweg aufgewunden wird, |283| nachdem er zuvor durch die Farbbrühe gelaufen. Ist auf diese Weise sämmtlicher Calico, der sich früher auf der Walze I befand, auf die Walze K übergetragen worden, so sezt der Arbeiter die Hebel R, R in Bewegung. Die Folge hievon ist, daß die Stellung der Spannstäbe Q, Q umgewechselt, und zugleich auch die Stellung des Hebels f umgekehrt wird, so daß nunmehr die Bewegung des Cylinders K, auf den der Calico dermalen aufgewunden ist, unterbrochen, und dafür der Cylinder oder die Walze I in Bewegung gesezt wird, damit der Calico eben und glatt über den Spannstab Q' auf leztere zurükgewunden werde. Die Stüke werden auf diese Weise so lange durch die Farbbrühe durch bewegt und abwechselnd auf die Walze I oder auf die Walze R aufgewunden, bis das Ausfärben beendigt ist, wo man sie dann abnimmt, neue an deren Stelle bringt, und wenn es nöthig ist, auch die Farbbrühe erneuert, nachdem man sie bei dem Hahne v abgelassen hat. Während dieß geschieht, kann der Dampf je nach dem Gutdünken des Färbers und der Art der zu verrichtenden Arbeit durch einen eigenen Hahn in die Kammer P und in die Kammer O eingelassen werden oder nicht.

Fig. 16 zeigt eine Modification des von mir erfundenen Apparates und zwar in einem ähnlichen Durchschnitte, wie er in Fig. 12 gegeben ist. Man sieht hieraus, daß mein früherer Apparat hier mit einem Wasserbehälter in Verbindung gesezt ist, in welchem die Stüke über mehrere parallele Führwalzen S, S und unter den am Grunde angebrachten gerippten Walzen y, y, y hinweg geführt sind. Um nun diesen Theil der Vorrichtung in Thätigkeit zu bringen, muß man gleich nach Beendigung des Ausfärbens das eine Stükende von der Walze K losmachen und es über die erste Führwalze S hinweg zwischen den Preßwalzen W, W hindurch, und dann über und unter den verschiedenen Walzen S hinweg führen, um es endlich auch noch durch die Zugwalzen w, w hindurch zu leiten, damit die Stüke von diesen, die auf irgend eine geeignete Weise in Bewegung gesezt werden können, durch den Apparat hindurch gezogen, und endlich bei z auf den Boden gelegt werden. Während dieser Theil des Processes von Statten geht, fließt dem Wasserbehälter y, y, y fortwährend frisches Wasser zu; zugleich wird das Wasser auch durch die an den unteren Walzen S, S, S angebrachten Hebel oder Schlägel beständig in Bewegung erhalten.

Aus der hier gegebenen Beschreibung des von mir erfundenen Apparates erhellt, daß derselbe auch zur Behandlung der Stüke im Kühkoth-, Kleien- und Seifenbade, so wie zu allen übrigen ähnlichen Processen geeignet ist. Bemerken muß ich, daß die Farbbrühe durch die Erhizung mittelst einer Dampfkammer weniger geschwächt wird, |284| als wenn man sie wie gewöhnlich durch Einlassen von Dampf erhizt. Ferner braucht man eine bedeutend geringere Menge Farbbrühe zum Ausfärben; der Apparat nimmt auch einen kleineren Raum ein als die gewöhnliche Vorrichtung. Ich fand auch, daß man zum Hizen der Farbbrühe beinahe um 2/5 weniger Dampf braucht, wodurch man bedeutend an Brennmaterial erspart. Endlich gewinnt man beinahe in eben diesem Verhältnisse auch an Arbeit, ohne daß die Stüke Gefahr laufen beschädigt zu werden.

Alle die einzelnen bekannten Theile meiner Maschinerie gehören nicht mit unter meine Patentansprüche; denn diese gründen sich lediglich auf die hier beschriebene Anordnung und Verbindung derselben zu den angedeuteten Zweken.

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