Titel: Jaccoud's automatische Schmierbüchsen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. XC. (S. 421–423)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/ar066090

XC.  Jaccoud's automatische Schmierbüchsen.

Mit Abbildungen auf Tab. VII.

Zu den Erfindungen, die, so wenig glänzend sie auch seyn mögen, doch in hohem Grade verdienstlich zu nennen sind, weil ihre Nützlichkeit durch die Erfahrung allgemein bewährt ist und sie die mannigfaltigste Anwendung finden, gehört ohne Zweifel die der mechanischen Schmierbüchsen (graissage mécanique), welche wir einem gegenwärtig in Mülhausen sich aufhaltenden Hrn. Jaccoud verdanken.

Unzählige Maschinentheile, wie namentlich alle Wellzapfen, müssen |422| um die Reibung zu vermindern, von Zeit zu Zeit mit Oehl getränkt werden. Dieses allgemein übliche Verfahren ist aber in mehrfacher Beziehung unvollkommen und mit Uebelständen verbunden. Fleißiges Einöhlen nimmt viel Zeit weg und dennoch ist die Maschine nicht immer gleichförmig geschmiert. Um zu häufiges Schmieren entbehrlich zu machen, muß man jedesmal überreichlich Oehl zugießen; eine Menge Oehl wird deßhalb unnüzerweise vergeudet und dadurch die Maschine vielfach beschmuzt. Eine Vorrichtung nun, die continuirlich und von selbst das erforderliche Oehl eintröpfelte, würde allen diesen Uebelständen abhelfen und diese Aufgabe hat Jaccoud auf eine höchst befriedigende Weise gelöst. Der Mechanismus ist sinnreich und einfach, und leicht an jedem Organe anzubringen. Aus folgen der Beschreibung wird man leicht einen deutlichen Begriff von diesem automatischen Schmierapparate erhalten:

A (Fig. 31 und 32) ist eine cubische Büchse von Blech, 3 bis 4 Zoll weit und mit einem Blechdekel B versehen. Durch die Mitte geht eine Axe a mit einem Sperrrade b, in das ein Sperrhaken c eingreift. An b sind seitwärts zwei Stifte d vorspringend, an denen zwei kurze Drahtenden e angehängt sind. f ist ein kleiner Blechtrichter, der sich in eine enge Röhre g endigt. Auf der besonderen Achse k ist an dem Winkelhebel l der breite Sperrkegel c mittelst eines Charniers angebracht, so daß er durch seine eigene Schwere immer abwärts zu fallen strebt. Wo die Achse k aus der Büchse hervortritt, ist sie im Winkel gebogen und bildet so den Hebel h. Diesen Apparat befestigt man nun an die Maschine so, daß die Röhre g in das Schmierloch des Wellzapfens, der geöhlt werden muß, einmündet, der krumme Draht h aber irgend einen Wellbaum, der ihn in Bewegung bringen soll, bestreicht, und dieser wird dann mit einem excentrischen Ringe von Eisenblech i versehen.

Ist der Apparat also aufgestellt, und die Büchse A bis auf 1/3 etwa mit Oehl53) gefüllt, so ist leicht zu erkennen, wie dieses ununterbrochen und tropfenweise dem einzuschmierenden Theile zugeführt wird. Indem nämlich der Ring i beständig h hin und her schiebt, wird langsam das Sperrrad b herumbewegt und so bewirkt, daß wechselweise die Schöpfdrähte e in das Oehl eintauchen und darauf wieder den geschöpften Tropfen in den Becher f, über dessen Rand sie wegstreichen, abgeben müssen. Es ist klar, daß dasselbe statt hat, wenn auch das Oehlquantum bedeutend abnimmt, und daß die Büchsen also nur selten gefüllt zu werden brauchen. Eben so ist klar, daß man nach Belieben den Zufluß des Oehls vermehren kann, indem |423| man entweder mehrere und größere Schöpfstängelchen anwendet, oder indem man das Excentricum vergrößert oder auch mehrere solche um die Welle herum anbringt.

So neu diese Erfindung ist, so ist dieselbe doch schon in sehr vielen Fabriken des Elsasses eingeführt und einstimmig wird sie als vortheilhaft gerühmt. Für den Erfinder selbst, der sich darauf patentiren ließ, ist sie aber auch sehr einträglich, da er sich der Größe nach 4 bis 6 Franken für einen solchen Apparat bezahlen läßt, obschon jeder Blechschmied das Stük füglich für die Hälfte dieses Preises liefern kann.

|422|

An kalten Orten muß man Wallnußöhl in die Büchse füllen.

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