Titel: Ueber Zuker aus Kürbissen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. XVII./Miszelle 13 (S. 79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/mi066017_13

Ueber Zuker aus Kürbissen.

Ein Fabrikant in Ungarn (ausschließlich privilegirt) benuzt seit 3 Jahren die dort sehr häufig angebauten und außerordentlich gedeihenden Kürbisse auf Zuker. Wir sahen Rohzuker, Raffinade und Syrup aus dieser Fabrik. Die Raffinade ist an Härte, Weiße und Süßigkeit dem Colonialzuker völlig gleich; der Rohzuker grobkörnig, krystallinisch, schwach gefärbt, von angenehmerem (melonenartigem) Beigeschmak als gewöhnlich der Rübenrohzuker; der Syrup ist schwärzlichgrün, ebenfalls von melonenartigem Beigeschmak, aber genießbar. – Bei Anwendung hölzerner Spindelpressen zur Gewinnung des Saftes erhält man durchschnittlich 6 Proc. Zuker (noch reicher als der nordungarische Kürbis ist die Wassermelone des Südens); der Zukergehalt ist stets bedeutend, der Kürbis mag auf gedüngtem oder ungedüngtem Boden, oder wo immer gewachsen seyn. Das ganze Verfahren soll einfacher seyn, als bei der Rübenzuker-Fabrikation, erfordert auch weniger Aufmerksamkeit, da Brei und Saft 3 Wochen lang ohne Säuerung oder Zukerverlust stehen bleiben können. Der Saft steigt beim Verkochen nicht, und ist dem Anbrennen weniger unterworfen. Der Rükstand ist gutes Viehfutter. – Ein Joch von 1600 Wiener Quadratklaftern producirt 900 Cntr. Kürbisse; die Samenerzeugung erfordert gar keine besondere Mühe; 20 Kürbisse geben genug Samen für ein Joch Land. Aus den übrigen Kürbiskernen läßt sich ein sehr schmakhaftes Tafelöhl (16 Proc.) gewinnen.

Ob dieser Fabricationszweig in anderen Ländern eine gleich große Vortheilhaftigkeit zeigen wird, wie nach Obigem in Ungarn, hängt von den klimatischen und anderen Verhältnissen ab. Marquardt. (Hannöo. Mittheil. 1837, 13. Lieferung.)

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