Titel: Preise, welche die Société industrielle in Mülhausen in ihren Generalversammlungen vom 31. Mai 1838, 1839 und 1840 zuerkennen wird.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. XLVIII./Miszelle 1 (S. 229–230)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/mi066048_1

Preise, welche die Société industrielle in Mülhausen in ihren Generalversammlungen vom 31. Mai 1838, 1839 und 1840 zuerkennen wird.

Die Société industrielle in Mülhausen macht in No. 49 ihres Bulletins das Programm der Preise bekannt, welche sie in ihrer lezten Jahressizung auszuschreiben für gut fand. Da diese Preise großen Theils mit den früher schon oft bekannt gemachten übereinstimmen, so begnügen wir uns mit einer ausführlicheren Erwähnung der neuen und mit einer kurzen Hinweisung auf die älteren.

Chemische Künste.

Die dreizehn ersten auf das Jahr 1838 verschobenen Preise sind ganz dieselben, wie jene, welche man im Polyt. Journ. Bd. LXI. S. 473 unter den Nummern: 1, 2, 4, 5, 6, 8, 10, 11, 13, 14, 15, 16 und 17 aufgeführt findet.

Außerordentliche Preise sind:

14) Preis von 15,300 Fr. für Ausfindigmachung eines Mittels, womit man bei bloß einmaligem Färben allen Farbstoff des Krappes, oder wenigstens um ein Drittheil mehr, als man bisher bei den gewöhnlichen Färbemethoden daraus erhielt, auf gebeiztem Zeuge befestigen kann.

15) Preis von 14,600 Fr. für Auffindung eines Krapptafelroths, zu welchem kein anderer Farbstoff als Krapp kommt, welches dieselbe Intensität, Lebhaftigkeit und Haltbarkeit hat, wie das schönste mit Krapp gefärbte Roth oder Rosenroth, eben so gut auf der Walzenmaschine, wie mit dem Model gedrukt werden kann, und zwar auf weiße Baumwollzeuge, die keine Vorbereitung erhielten. Nach dem Druken darf keine andere Operation nöthig seyn, als das Auswaschen in Wasser oder das Dämpfen; und eben so muß es der Einwirkung des Sonnenlichtes, der alkalischen Chlorverbindungen, der Seifen, der Säuren und Alkalien eben so gut widerstehen, wie das mit Krapp gefärbte Roth. Auch muß die Farbe alle Schattirungen vom Dunkelroth bis zum hellen Rosenroth geben. Endlich dürfen zwei Liter dieser Farbe nicht über 10 Fr. kosten.

Neuer Preis:

16) Goldene Medaille für eine Reihe von Analysen von Luft, welche in den Schornsteinen der Dampfkessel des Departements genommen wurde.

Mechanische Künste.

Die fünfzehn ersten, auf das Jahr 1838 verschobenen Preise sind so geblieben, wie man sie im Polyt. Journ. Bd. LXI. S. 474 unter denselben Nummern ausgeschrieben findet: mit dem einzigen Unterschiede, daß unter 6 und 14 eine silberne Medaille bestimmt war, während gegenwärtig eine goldene ausgesezt ist.

Außerordentlicher Preis:

16) Preis von 36,500 Fr., durch Subscription gegründet, für den Erfinder eines Reservoirs für Triebkraft, wodurch sich ein Theil der gänzlich verloren gehenden Kraft des Wassers, Windes, Dampfes oder irgend einer anderen Triebkraft aufspeichern läßt.

Neue Preise sind:

17) Goldene Medaille von 500 Fr. im Werth für eine oder mehrere Vorrichtungen an den zur Vorbereitung der Baumwolle für die Spinnmaschinen dienenden Mechanismen: namentlich an den Klopfzupfern, Ausbreitern und Kardirmaschinen, wodurch der Verlust oder Abfall, der sich dermalen mit den besten dieser Maschinen ergibt, um ein Bedeutendes und zwar wenigstens um 5 Proc. vermindert wird, ohne daß die Qualität des Productes dafür irgend eine Beeinträchtigung erleidet. (Die concurrirenden Maschinen müssen wenigstens 10 Monat lang gearbeitet haben; ihre Bedienung darf keinen höheren Arbeitslohn veranlassen; sie müssen sich auf alle Sorten von Baumwolle anwenden lassen, und was die Karden betrifft, wenigstens ein Sortiment von sechs dieser Vorrichtungen umfassen.)

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18) Goldene Medaille für eine Reihe vergleichsweise angestellter Versuche, aus denen sich durch die Quantität des verdampften Wassers ergibt, ob es in Hinsicht auf den Verbrauch an Brennmaterial von Vortheil ist, den Luftzug an den Dampfkesseln mittelst eines Gebläses, anstatt mittelst eines Schornsteines zu erzeugen.

(Die Versuche müssen mit guten und schlechten Steinkohlen vorgenommen worden seyn, indem für leztere die Anwendung eines Ventilators vortheilhafter ausfallen dürfte. Im Falle der Anwendung eines Gebläses müßte die Wärme des entweichenden Rauches zur Erhizung der Luft und des Speisungswassers, und wenn es die Localität gestattet, auch noch zu anderen Zweken verwendet werden. Die Abhandlung hätte daher eine Beschreibung dieser Vorrichtung zu enthalten. Bei jedem Versuche ist die Temperatur des Rauches, nachdem man jeden möglichen Vortheil davon gezogen oder bei dessen Austritt anzugeben. Es ist nicht nothwendig, daß bei der Anwendung des Gebläses zur Beseitigung des Rauches ein keiner Rauchfang hinreicht; sondern die Wärme des Rauches braucht nur in solchem Grade absorbirt zu werden, daß sein Emporsteigen im Rauchfange durch einen Ventilator unterstüzt werden muß. Es handelt sich nämlich hauptsächlich darum, zu wissen, ob der Aufwand, welcher erforderlich ist, um durch Erhizung eines Rauchfanges von 100 Fuß Höhe auf 300 und selbst auf 400° einen gehörigen Zug zu erzeugen, nicht größer ist, als jener, der mit der Anwendung eines Gebläses zu diesem Zweke verbunden ist, wenn alle die Wärme, die früher zur Erhizung des Schornsteines diente, dabei zu anderen nüzlichen Zweken verwendet wird.)

Naturgeschichte und Landwirthschaft.

Unter den vierzehn in diesen Fächern ausgeschriebenen Preisen findet man diejenigen beibehalten, welche man im Polyt. Journ. Bd. LXI. S. 475 unter Nr. 1, 2, 3, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13, 14, 15 und 16 aufgeführt sind.

Verschiedene Preise.

Außer der Wiederholung der am angeführten Orte unter 1, 2 und 3 aufgeführten Preisaufgaben, kommen hier noch als neue hinzu:

4) Goldene Medaille von 500 Fr. im Werthe für Verbesserung der Ziegelfabrication nach flämmdischer Methode im Departement des Oberrheins.

5) Goldene Medaille von 300 Fr. im Werthe für Kalkbrennerei mittelst Steinkohlen im Departement des Oberrheins.

6) Goldene Medaille für Anwendung des Anthracites von Offenburg und Uffholz zur Feuerung der Dampfkessel im Großen.

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