Titel: Ueber den Schwefelstikstoff.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. XLVIII./Miszelle 10 (S. 235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/mi066048_10

Ueber den Schwefelstikstoff.

Hr. Soubeiran hat der Pariser Akademie der Wissenschaften seine Versuche über den Schwefelstikstoff mitgetheilt. Er erhält diese interessante Verbindung durch Behandlung von Chlorschwefel mit Ammoniak; er leitet nämlich trokenes Ammoniakgas in einen großen Recipienten und taucht dann zu wiederholten Malen eine kleine Schale mit etwas Chlorschwefel in denselben. Es bildet sich dadurch eine schmuziggrüne flokige Substanz, welche er 24 Stunden lang in einer Atmosphäre von Ammoniak läßt und die dann aus Schwefelstikstoff und salzsaurem Ammoniak besteht. Behandelt man sie mit Wasser, so löst sich lezteres Salz auf und es bleibt reiner Schwefelstikstoff zurük. Damit dieses Verfahren gelingt, muß der Chlorschwefel mit Chlor gesättigt seyn, die Temperatur sehr kalt erhalten werden, das Ammoniak immer in großem Ueberschusse vorhanden seyn und das Gemenge schnell ausgewaschen werden. Der Schwefelstikstoff ist, wenn man ihn zuerst zwischen ungeleimtem Papiere und dann im luftleeren Raume ausgetroknet hat, citronengelb, geruchlos, und schmekt anfangs gar nicht, dann aber auffallend scharf.

Durch den Stoß oder rasches Erhizen detonirt er heftig. Gebraucht man die Vorsicht, ihn mit einer unwirksamen Substanz zu vermengen, so zersezt er sich gegen 140° ruhig in Schwefel und Stikstoff. Wasser löst davon wenig auf, verwandelt ihn aber nach und nach mit Beihülfe der Wärme in unterschwefligsaures Ammoniak. Alkohol und Aether lösen mehr davon auf. Wenn lezterer ganz rein und troken ist, hinterläßt er beim Verdunsten den Schwefelstikstoff gut krystallisirt. Die Alkalien verwandeln ihn schnell in Ammoniak und unterschwefligsaures Salz; mit den Säuren gibt er Ammoniak, Schwefel und schweflige Säure. Er besteht aus 2 Atomen Stikstoff und 3 Atomen Schwefel. (Echo du monde savant.)

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