Titel: Künstliche Bereitung des Oenanthäthers, welcher das Bouquet der Weine bildet.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. XLVIII./Miszelle 11 (S. 235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/mi066048_11

Künstliche Bereitung des Oenanthäthers, welcher das Bouquet der Weine bildet.

Es ist Hrn. August Laurent gelungen, den Oenanthäther, welcher das Bouquet der Weine bildet (vergl. Polyt. Journal Bd. LXIV. S. 61) künstlich zu bereiten, so daß man nun wahrscheinlich die Weine mit dieser Substanz wird verbessern können. Hr. Laurent sezte nämlich voraus, daß die Oenanthsäure, da sie 28 Atome Kohlenstoff, 26 Atome Wasserstoff und 2 Atome Sauerstoff enthält, aus einem sauerstoffhaltigen Radical und überschüssigem Sauerstoffe bestehen muß; in diesem Radicale muß die Anzahl der Kohlenstoffatome zur Summe der Atome des Wasserstoffs und Sauerstoffs in einem einfachen Verhältnisse stehen. Um dieses Radical zu finden, ersezt er in Gedanken das Sauerstoffatom, welches es enthalten muß, durch 2 Atome Wasserstoff, und findet so eine Zahl von 28 Atomen Kohlenstoff und 28 Atomen Wasserstoff, welche mit 5 multiplicirt genau das Radical der Oehlsäure repräsentirt. Vergleicht man mit der Formel dieser lezteren Säure die Formel der Oenanthsäure, mit 5 multiplicirt, so ergibt sich, daß man die Oehlsäure bloß mit einer oxydirenden Substanz zu behandeln braucht, um ihr 2 Atome Wasserstoff zu entziehen und diese durch ihr Aequivalent, 1 Atom Sauerstoff zu ersezen, damit daraus Oenanthsäure wird.

Wendet man nun als oxydirenden Körper Salpetersäure an, so erhält man die unreine Oenanthsäure; bei Behandlung des Ganzen mit Alkohol und Schwefelsäure verdichtet sich dann der Oenanthäther mit den Alkoholdämpfen in der Vorlage. (Echo du monde savant, No. 93.)

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