Titel: Peltier's neuer Hygrometer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. XLVIII./Miszelle 8 (S. 234)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/mi066048_8

Peltier's neuer Hygrometer.

Hr. Peltier gibt fünf neben einander gelegten Metallpaaren (Wismuth und Antimon) die Form einer ganz geschlossenen Krone; er vervollständigt sie mittelst eines Multiplicators von 150 Windungen. Auf der Krone liegt eine Platinschale, deren untere Oberfläche die Löthungen berührt. Dieser Apparat ist außerordentlich empfindlich. Wenn man Wasser in die Schale bringt, erniedrigt seine freiwillige Verdunstung die Temperatur so weit, daß die Nadel des Multiplicators von 40 bis 60° variirt. Da der Zustand der Luft hinsichtlich ihrer Feuchtigkeit und Temperatur auf die Verdunstung und die daraus erfolgende Kälte einen entsprechenden Einfluß haben muß, so läßt sich das Instrument Peltier's offenbar als Hygrometer gebrauchen. – Dieses neue Instrument hat nicht die Unvollkommenheiten des Haarhygrometers, dessen Gang so ungleich ist, und gestattet überdieß eine sehr ausgedehnte Scala. Wenn man die Anzahl der Metallpaare ändert, muß man auch die Anzahl der Windungen des Multiplicators danach abändern, um die Verhältnisse in der Verdunstung zu erfahren. Zu verschiedenen Zeiten macht man nach der bekannten Methode eine Tabelle über das Verhältniß zwischen der Kraft des Stroms und der Abweichung der Nadel. Das Gefäß, welches das Wasser enthält, muß aus sehr dünnem Platin bestehen und einen gerad aufstehenden Rand haben, damit sich die Oberfläche immer gleich bleibt. Das Wasser muß destillirtes seyn, weil salzhaltiges weniger verdampft, so daß man durch lezteres nicht den wahren hygrometrischen Zustand der Luft erführe. Der Apparat ist sehr empfindlich, wenn er bei feuchter Witterung 40 bis 50° zeigt. Alsdann muß man Kupferdrähte von verschiedener Länge in die Kette einschalten, wodurch ihr Strom vermindert und die Nadel auf niedrigere Grade zurükgebracht wird. Durch die hinzugefügten Widerstände, welche man kennt, läßt sich also die Scala bedeutend ausdehnen. Um alle Fehlerquellen zu vermeiden, muß die Säule übrigens gegen die Bewegungen der Luft und die Ausstrahlung der Körper geschüzt werden. (Mémorial encyclopédique, Julius 1837.)

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