Titel: Einfluß des Kupfers auf die Dehnbarkeit des Stahls.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. XLVIII./Miszelle 9 (S. 234–235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/mi066048_9

Einfluß des Kupfers auf die Dehnbarkeit des Stahls.

Durch sehr interessante Versuche hat Stengel (s. Karsten's Archiv, Bd. IX.) dargethan, daß eine kleine Beimischung von Kupfer dem Stahle eine Neigung zum Rothbruch ertheilt, welche sich dadurch äußert, daß beim Ausschmieden zu breiten und dünnen Schienen die Kanten rauh und feinrissig werden. Er fand, daß Rohstahlsorten, welche die genannte Eigenschaft zeigten, übrigens aber von vortrefflicher Beschaffenheit und zu den meisten Zweken sehr tauglich waren, 0,27 bis 0,40 und selbst 0,62 Proc. (d. i. 1/370 bis 1/160) Kupfer enthielten. In verschiedenen Sorten Schmiedeisen ergab sich ebenfalls ein Gehalt an Kupfer, welcher bei einigen nur 0,03 bis 0,07 Proc. (1/3333 bis 1/1430), bei anderen 0,29 bis 0,44 Proc. (1/345 bis 1/227) betrug. Der Kupfergehalt rührt von der Anwendung solcher Eisenerze her, welche Kupferkies, Fahlerz oder Kupfergrün eingesprengt enthalten. Allein in dem aus solchen Erzen erschmolzenen Roheisen ist die Menge des Kupfers geringer, als in dem ferner aus dem Roheisen dargestellten Rohstahle oder Schmiedeisen; denn beim Frischen wird verhältnißmäßig wenig Kupfer oxydirt, also dasselbe in dem Producte aufgehäuft oder concentrirt. So war z.B. ein Rohstahl, welcher 0,40 Proc. Kupfer enthielt, aus zwei Sorten Roheisen gewonnen, von welchen die eine 0,18 die andere 0,34 Proc. Kupfergehalt zeigte. Da die erstere Sorte 2/3, die leztere 1/3 der Frischbeschikung |235| ausgemacht hatte, so darf man die Menge des Kupfers in dem Gemische von beiden zu 0,23 Proc. annehmen, was beinahe nur halb so viel ist, als sich in dem daraus bereiteten Stahle vorfand. (Hannöver'sche Mittheil. Nr. 11.)

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