Titel: Anthon's Bereitungsart eines reinen Nikeloxydes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. LXIX./Miszelle 9 (S. 317–318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/mi066069_9

Anthon's Bereitungsart eines reinen Nikeloxydes.

Käufliches Nikel oder Kobaltspeise wird in mäßig starker Salpetersäure aufgelöst. Gegen das Ende der Operation unterstüzt man die Auflösung durch Siedhize. Die Auflösung wird jezt mit der vier- bis fünffachen Menge Wasser verdünnt, filtrirt, und so lange Schwefelwasserstoffgas hindurchgeleitet, als durch dasselbe noch ein Niederschlag entsteht. Hiedurch wird Arsenik, Wismuth und Kupfer, welche Metalle meistens sowohl in der Speise als im Nikel selbst vorhanden sind, abgeschieden. Die Flüssigkeit wird jezt, um das Absezen des Niederschlages zu befördern, bis zum Sieden erhizt und filtrirt. Sie enthält nun gewöhnlich noch Eisen- und Kobaltoxyd. Um das erstere zu trennen sezt man Aezkali zu, und zwar so viel, daß nicht nur die freie Säure abgestumpft wird, sondern daß dadurch auch noch ein geringer Antheil Nikeloxydhydrat mit niederfallt. Man erhizt jezt die Flüssigkeit sammt dem Niederschlage zum Sieden, und läßt sie 1/4 bis 1/2 Stunde fortkochen. Hiedurch wirb aus der Auflösung alles Eisenoxyd niedergeschlagen, indem sich aus dem durch das Kali erzeugten Niederschlag eine dem vorhandenen Eisenoxyd entsprechende Menge Nikeloxyd auflöst. Leztere Arbeit muß mit Aufmerksamkeit vorgenommen werden, weil, wenn man zu wenig Kalilauge zusezt, die Nikeloxyd-Auflösung eisenhaltig bleibt, während man, wenn zu viel Kalilauge zugesezt wird, einen Verlust an Nikeloxyd erleidet. Hat man jedoch diese Arbeit auch nur ein Mal vorgenommen, so ist es ein Leichtes, schon an der Farbe des Niederschlags, nachdem die Flüssigkeit einige Zeit gekocht hat, zu erkennen, ob Kalilauge genug zugesezt worden ist. Es muß nämlich dann der Niederschlag braun seyn und Floken von grünem Nikeloxyd beigemengt enthalten. Ist dieses der Fall, nachdem die Flüssigkeit schon 1/4 bis 1/2 Stunde gekocht hat, so darf man versichert seyn, daß die Auflösung eisenoxydfrei ist. Es ist nunmehr nur noch die Nikeloxydauflösung von dem immer anwesenden Kobaltoxyd zu trennen, und dieses geschieht dadurch, daß man so lange reine Kalilauge zusezt, bis die Auflösung, nachdem man sie umgerührt und etwas der Ruhe überlassen hat, nur noch ein wenig grün erscheint. Man kocht jezt abermals die Flüssigkeit mit dem darin zertheilten Niederschlag 1/4 bis 1/2 Stunde, wodurch sich alles Kobaltoxyd scheidet, indem dieses in die Auflösung, übergeht und eine ihm entsprechende Menge Nikeloxyd niederschlägt. Hiebei hat man dieselben Vorsichtsmaßregeln zu beobachten, wie bei der Trennung von Eisenoxyd. Der Niederschlag wird nun gewaschen und getroknet.

Diese Methode reines Nikeloxyd darzustellen beruht auf der Beobachtung, |318| daß Eisenoxydhydrat von dem Nikeloxydhydrat niedergeschlagen wird, während Kobaltoxydhydrat wieder das Nikeloxydhydrat aus seinen Auflösungen niederschlägt. (Buchner's Repertorium der Pharmacie, 1837, Bd. IX. Heft 1.)

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