Titel: Ueber die Ausdehnung der trokenen Gase zwischen 0° und 80° R.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. LXXXII./Miszelle 10 (S. 396)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/mi066082_10

Ueber die Ausdehnung der trokenen Gase zwischen 0° und 80° R.

Unter den konstanten in der Physik ist gewiß keine für sicherer bestimmt angesehen worden, als die Ausdehnung der trokenen Luft, oder allgemein der trokenen Gase, bei unverändertem Druk, zwischen den Fundamentalpunkten der Thermometerskale. Die hierüber zu Anfang dieses Jahrhunderts fast gleichzeitig von Dalton und Gay-Lussac angestellten zahlreichen Versuche schienen außer allen Zweifel zu sezen, daß der Werth dieser Ausdehnung von 0° bis 80° R. unter constantem Druk, das Volum bei 0° dabei als Einheit genommen, gleich 0,375 sey. Auf einige bei der ersten Bekanntmachung dieser Zahlen erhobene Zweifel versicherte Laplace, daß bei den Versuchen alle Correctionen angebracht wären, und trug dadurch dazu bei, das der Zahl geschenkte Vertrauen zu erhöhen. Seit mehr als 30 Jahren wurde daher diese Zahl bei allen Berechnungen, worin die Ausdehnung der Gase vorkommt, zu Grunde gelegt. Diese Constante ist unstreitig für die Physik von der größten Wichtigkeit, denn sie macht die Basis der ganzen Thermometrie aus, sie wird bei Erklärung der meisten Wärme-Erscheinungen gebraucht, und ist endlich zur Berechnung vieler, theils der Physik, theils anderen Wissenschaften ungehöriger Beobachtungen erforderlich, wie z.B. der über die Fortpflanzung des Schalls, der barometrischen Höhenmessungen, der der astronomischen Strahlenbrechung. Um so auffallender wird es gewiß jedem seyn, zu vernehmen, daß der bis iezt angenommene Werth dieser Constante nach neueren Versuchen Rudberg's (Pogg. Annalen 1837, Nr. 6) nicht unbedeutend fehlerhaft ist, indem er statt 0,375 nur 0,364 bis 0,365 zu seyn scheint. Rudberg wollte genaue Versuche über die wahre Temperatur einiger leichtflüssigen Metalle anstellen und sich dabei der Angabe des Volums ausgedehnter Luft bedienen; die Versuche brachten ihm Zweifel über die Richtigkeit der von Gay-Lussac und Dalton angegebenen Zahl bei; er untersuchte daher von Neuem und gelangte durch ein wie es scheint in jeder Hinsicht befriedigendes Verfahren zu obiger Zahl.

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