Titel: Ueber die Fabrication von schwarzem Email oder Niellen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. LXXXII./Miszelle 12 (S. 396–397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/mi066082_12

Ueber die Fabrication von schwarzem Email oder Niellen.

Wir haben im Polyt. Journal Bd. XLIV. S. 107 den günstigen Bericht mitgetheilt, der seiner Zeit der Société d'encouragement über die Niellenfabrication der HH. Wagner und Mention in Paris erstattet wurde. Wir entnehmen nunmehr nachträglich aus dem 29sten Bande der Brevets d'invention Folgendes über das von diesen Künstlern befolgte Verfahren. „Die Nielle oder das schwarze Email besteht aus einer Unze Silber, 2 1/4 Unze Kupfer, 1 5/8 Unze Blei, einer halben Unze Borax und 12 Unzen Schwefel. Man gibt den Schwefel in eine Retorte, und das Silber mit dem Kupfer in einen Tiegel. Wenn beide Metalle in Fluß gerathen, sezt man das Blei zu und gießt das Ganze in die Retorte, welche man sorgfältig luftdicht verschließt, damit sich der Schwefel nicht entzünde. Bevor diese Substanzen calcinirt sind, sezt man den Borax zu, der zur Reinigung und Erweichung (adoucir) der Mischung dient; und wenn |397| die Calcinirung vollendet ist, was man daraus erkennt, daß an der Mündung der Retorte weder Flammen noch Rauch zum Vorschein kommen, so gießt man das Ganze in ein eisernes Gefäß. Die auf diese Weise bereitete Mischung ist so hart, daß sie sich wie Silber poliren läßt, und so weich, daß sie sich nicht absplittert. Man pülvert sie und wäscht sie, um alle Unreinigkeiten aus ihr zu beseitigen, zuerst mit reinem Wasser, welches mit Salmiak schwach salzig gemacht worden ist, und hierauf mit klarem Wasser, dem man etwas arabisches Gummi zugesezt hat, aus. Wenn die Metallplatte, auf die die Nielle aufgetragen werden soll, gehörig zubereitet ist, so trägt man die Niellenmasse mit einer Spatel auf sie auf, wo sie dann durch das Gummi ohne Reibung in der Gravirung fixirt bleibt. Hierauf gibt man die Platte in einem Emaillirofen unter die Muffel, um sie darin zu belassen bis die Nielle in Fluß gekommen ist. Wenn dieß erfolgt ist, nimmt man die Platte aus der Muffel, und wenn die Nielle rein und ohne Blasen geschmolzen erscheint, schreitet man zum Poliren, welches mit denselben Mitteln und auf dieselbe Weise vollbracht wird, wie das Poliren des Silbers.“ Die HH. Wagner und Mention sind auch die Erfinder einer Methode Gravirungen auf glatte Metalloberflächen zu übertragen. Sie bedienen sich hiezu einer Art von Walzwerk, zwischen dessen Cylindern sie die gestochene und vorher gehärtete Stahlplatte durchlaufen lassen, nachdem das Silberblatt, welches den Abdruk bekommen soll, auf sie gelegt worden ist. Die Kraft des Walzwerkes ist so groß, daß die Zeichnung mit großer Reinheit auf dem Silber zum Vorscheine kommt.

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