Titel: Ueber Hrn. Martin's Rübenzuker-Fabrication
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. LXXXII./Miszelle 16 (S. 398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/mi066082_16

Ueber Hrn. Martin's Rübenzuker-Fabrication

entnimmt der Bulletin de la Société d'encouragement, Oktober, S. 402 aus dem kürzlich erschienenen 30sten Bande der Brevets d'invention Folgendes: „Bei dieser Methode fallen alle Operationen zwischen der Läuterung und dem Versieden weg, woraus eine große Ersparniß an Raum, an Apparaten, an Zeit, an Arbeit, an Brennmaterial etc. hervorgeht. Sie beruht auf einer größeren Reinheit des Rübensaftes, die man ihm gibt, indem man ihn durch mehrere Schichten groben Sandes, kohlensauren Kalkes, schwefelsaurer Thonerde, Alaun, animalischer und vegetabischer Kohle etc. laufen läßt. Der durch diese Filtration gewonnene Saft kann unmittelbar versotten werden. Das Filter muß kegel- oder pyramidenförmig gestaltet seyn; auf dessen Boden bringt man eine Schichte feinen Sandes, eine Schichte grober thierischer Kohle, eine Schichte groben, aus zerschlagenen Kieseln bestehenden Sandes, eine zwischen zwei Tücher gelegte Schichte zerstoßenen Alaunes, eine Schichte Kohle eines harten Holzes, endlich eine Schichte kohlensauren Kalkes. Bedekt wird das Filter mit einem Korbe aus Weidengeflecht, in den man ein Tuch breitet. Wenn diese Vorbereitungen getroffen sind, so gibt man den klar abgezogenen geläuterten Saft in einen über den Filtern angebrachten Behälter, aus dem man ihn, ohne sein Erkalten abzuwarten, auf das Filter abfließen läßt. Die in ihm schwebenden Unreinigkeiten bleiben zum größten Theil in dem Korbe zurük; und die allenfalls noch in ihm enthaltenen Gährungsstoffe und Säuren werden von dem kohlensauren Kalke zerstört. Damit der Saft ohne Kohlentheile und vollkommen klar auf den Alaun gelange, ist zwischen diesen und die Kohle eine Sandschichte gebracht. Der Alaun dient zur Sättigung des freien Kali, welches sich allenfalls in dem Safte befinden könnte. Die beiden Schichten thierischer Kohle haben die Entfärbung zu bewirken, und die lezte Schichte feinen Sandes hält die Kohle zurük.“

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