Titel: Ueber de Fonvielle's Filttirapparate für Wasser
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. XCV./Miszelle 10 (S. 437–438)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/mi066095_10

Ueber de Fonvielle's Filttirapparate für Wasser

trug Hr. Arago Namens einer Commission vor der Akademie in Paris einen sehr günstigen Bericht vor, aus dem wir Folgendes entnehmen. Man hat in Frankreich das zum Hausbedarfs bestimmte Flußwasser bisher noch nicht im Großen zu filtriren versucht, wie dieß in England zu geschehen pflegt. Man bedient sich vielmehr zu diesem Zweke bloß vieler kleiner, prismatischer, mit Blei ausgefütterter Kasten, welche oben offen sind, und auf deren Boden sich zwischen zwei Sandschichten eine Schichte Kohle befindet. Diese Reinigungsmittel oder wenigstens deren obere Schichte müssen täglich und zuweilen sogar zwei Mal des Tages erneuert oder frisch eingerichtet werden. Jeder Meter eines solchen Filters gibt in 24 Stunden beiläufig 3000 Liter klares Wasser. Man braucht also 7 cubische Kisten von einem Meter im Gevierte, um einen Zoll Wasser zu bekommen, und für eine Stadt, deren Wasserverbrauch 1000 Zoll beträgt, wären nicht weniger als 7000 solcher Kisten erforderlich. Die Production dieser Kisten läßt sich jedoch auf höchst einfache Weise bedeutend erhöhen. Man braucht nämlich die Kisten nur luftdicht zu verschließen und das Wasser nicht durch sein Gewicht allein, sondern unter Anwendung eines starken Drukes durch die filtrirende Substanz zu treiben. Diese Einrichtung traf Hr. Henry de Fonvielle an dem Filtrirapparate des Hôtel-Dieu in Paris, der nun, obschon er kaum einen Meter Oberfläche hat, bei einem Druke von 88 Centim. Queksilber, oder bei einem Druke von |438| 1 1/6 Atmosphäre täglich wenigstens 50000 Liter Wasser gibt, und dessen Production selbst auf 137000 Liter gesteigert werden könnte. Hr. Ducommun hat, was die Anwendung von Druk auf das Filtriren betrifft, die Priorität vor Hrn. de Fonvielle in Anspruch genommen; allein es scheint, daß die Ansprüche des Lezteren, wenigstens was die Verhütung des Umstürzens der filtrirenden Substanzen durch den Druk betrifft, unbestreitbar sind. Endlich gewährt sein Apparat, so wie der englische des Hrn. Thom in Greenock, den Vortheil, daß das Wasser von Oben oder von Unten in ihm eindringen kann, und daß er sich also selbst reinigen kann, wenn er sich allenfalls verlegt hat. (Echo du monde savant.)

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