Titel: Ueber die Lampe des Hrn. Sarraut.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. XCV./Miszelle 15 (S. 439–440)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/mi066095_15

Ueber die Lampe des Hrn. Sarraut.

Hr. Sarraut, Blechner in Paris, rue du Helder, No. 25, ist der Erfinder einer Lampe, welche jener der Brüder Girard nachgebildet ist, und wie diese aus dem Principe des Heron's Brunnens beruht. Sie unterscheidet sich jedoch dadurch, daß die Luft in einer Röhre herbeigeleitet wird; daß in der mit einem sehr starken Pfropfe verschlossenen Füllröhre nicht ein einziges, sondern zwei Löcher angebracht sind, damit die Luft beim Eingießen des Oehles um so leichter entweichen kann; daß der Draht mit dem unteren Ventile, welches leicht |440| in Unordnung kam, weggelassen ist; daß die Biegung des Hebers durch eine Büchse ersezt ist, welche das Oehl an die Mündung der Röhre, in der es beständig an die Mündung des Schnabels emporsteigt, schafft; daß die Zahnstange in derselben Röhre angebracht ist; und endlich, daß anstatt des Girard'schen Schnabels oder Brenners einer mit doppeltem Luftstrome angebracht, und nicht aus Messing, sondern aus Weißblech verfertigt ist, damit die Weiße der Flamme durch die Oxydation des Messings nicht Schaden leide. Aus diesen Verbesserungen erwachst der große Vortheil, daß das Oehl in reichlicher Menge an den Docht gelangt und daselbst mit größter Weiße und ohne Oscillirungen brennt. Durch die Kraft der Luft, welche fortwährend an die Stelle des verbrannten Oehles tritt, in Bewegung gesezt, bedarf diese Lampe keiner anderen Flüssigkeit, als ihres Oehles, um in Gang erhalten zu werden, nur muß sie, wie alle auf demselben Principe beruhenden Lampen, wenn das Oehl in die Füllröhre gebracht und der Pfropf vorgestekt worden ist, einige Minuten lang mit dem Schnabel auf das Kännchen umgestürzt werden. Die Lampe Sarraut's theilt die Mangel der Girard'schen Lampe in weit geringerem Grade, hat aber mehrere bedeutende Vorzüge vor ihr, unter denen hauptsächlich das hellere, intensivere und regelmäßigere Licht und der geringere Preis hervorgehoben werden müssen. Die neue Lampe kommt nicht höher als auf 28 Fr. zu stehen. (Aus dem Journal de l'Académie d'Industrie. Mai 1837.)

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