Titel: Ueber das Brüniren der Flintenläufe
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. XCV./Miszelle 17 (S. 440)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/mi066095_17

Ueber das Brüniren der Flintenläufe

machte Hr. Ettrick in der lezten Sizung einer der Sectionen der Britisch Association mehrere Bemerkungen, welche das Athenaeum in No. 519 also zusammenfaßt. „Das Brüniren besteht in der Erzeugung eines permanenten Ueberzuges von Eisenperoxyd und in der Färbung dieses Oxydes. Es gelang Hrn. Ettrick nicht nur alle Schattirungen von Braun, sondern auch ein vollkommenes Schwarz zu erzeugen, indem er einen Theil Salpetersäure mit 100 Theilen Wasser verdünnte, und diese verdünnte Säure mit einem Lumpen auf den Flintenlauf auftrug. Es kommt hiebei wesentlich darauf an, daß der Lumpen nur so stark benezt ist, daß das Eisen nur feucht wird, denn würde sich die Flüssigkeit in Strömchen bilden, so würde die Oxydation ungleichmäßig ausfallen. Auch muß der Lauf vor dem Brüniren gut polirt und mittelst Kalk von allem Fette gereinigt werden, indem sonst kein Helles Braun erzielt werden kann. Nach der Befeuchtung ist der Lauf für eine Stunde oder auch länger an einem Fenster dem Sonnenscheine auszusezen, und wenn dieses Verfahren drei Mal wiederholt worden ist, so ist der überflüssige Rost mit einer aus feinen Eisendrahten bestehenden Krazbürste abzukrazen. Nach 8 bis 10maliger Wiederholung dieser Manipulationen hat man gewöhnlich ein schönes Braun erzielt, dem nur mehr das rostige Ansehen zu nehmen, und dafür die eigentliche Farbe zu geben ist. Dieß bewerkstelligt Hr. Ettrick mittelst einer Auflösung von einem Grane salpetersauren Silbers in 500 Theilen Wasser, die auf dieselbe Weise wie die zum Brüniren dienende Flüssigkeit aufgetragen wird. Je dunkler man den Lauf haben will, um so öfter muß dieses Auftragen der lezten Flüssigkeit geschehen; 1 bis 6 Mal reicht für alle Fälle hin. Um eine dunkle Farbe zu erzielen, muß der Lauf abermal in die Sonne gebracht werden. Zulezt muß man mit der Krazbürste frei und leicht darüber fahren, und endlich mit Wachs poliren.“

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