Titel: Ueber die Darstellung eines arsenik- und eisenfreien Antimons.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. XCV./Miszelle 18 (S. 440–441)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/mi066095_18
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Ueber die Darstellung eines arsenik- und eisenfreien Antimons.

Wir haben im polyt. Journ. Bd. LXIII. S. 446 Liebig's Methode zur Darstellung eines reinen Antimons mitgetheilt, in einem späteren Aufsaz (Annalen der Pharmacie Bd. XXII. S. 58) gibt Hr. Prof. Liebig jedoch einige Vorsichtmaaßregeln an, ohne welche diese Methode die Vortheile nicht gewährt, die man davon erwarten kann.

Wenn man das Antimon in 2 bis 5 Schmelzungen arsenikfrei erhalten will, so ist die erste Bedingung, die man zu erfüllen hat, daß man das Hineinfallen von Kohlenstaub während des Schmelzens auf das sorgfältigste vermeide, weil sonst die in den Schlaken enthaltene arsenige Säure wieder reducirt, und der Regulus, auch wenn er schon frei von Arsenik wäre, wieder arsenikhaltig würde.

Der im Handel vorkommende Antimonregulus ist entweder bei Gegenwart eines Ueberschusses von Eisen erhalten worden, oder die Menge des zugesezten Eisens war zur Reduction nicht hinreichend. Im ersteren Fall enthält der Regulus eine Verbindung von Eisen mit Antimon, gemengt mit Schwefeleisen, welche sich mit dem übrigen Antimon mischen. In dem anderen Fall enthält der Regulus eine gewisse Menge Schwefelantimon und Schwefeleisen.

Schwefeleisen und Antimon besizen beinahe gleiches spec. Gewicht, woher es kommt, daß sich beide bei der Darstellung des Regulus nicht vollkommen von einander trennen und daß das erstere in dem Regulus nie als Gemengtheil fehlt. Die von Hrn. Prof. Liebig beschriebene Methode ist vorzugsweise auf die Reinigung von Antimonregulus berechnet, welcher kein Antimoneisen enthält. Er hat aber seither die Erfahrung gemacht, daß der Antimoneisen enthaltende Regulus eben so häufig im Handel vorkommt, als der andere.

Bei der Reinigung eines Regulus, welcher Antimoneisen enthält, muß der Zusaz an Schwefelantimon vergrößert werden, und zwar in dem nämlichen Verhältniß, als der Eisengehalt steigt. Hat man die Absicht, größere Quantitäten von rohem Regulus zu reinigen, so ist es unter allen Umständen zwekmäßig, vorher eine Probe von einem halben Pfunde Metall nach der gegebenen Vorschrift zu behandeln; man wird dann leicht beurtheilen können, ob der Zusaz von Schwefelantimon vergrößert werden muß oder nicht.

Bei der Prüfung des erhaltenen reinen Metalls auf Arsenik und fremde Metalle muß man darauf bedacht seyn, Stüke aus dem Inneren des Regulus zu wählen, indem man alle Unreinigkeiten wieder findet, wenn Theile von der Außenseite, die nicht vollständig von der Schlake befreit sind, einer Untersuchung unterworfen werden. Was das Blei betrifft, so ist ganz besonders hervorzuheben, daß dieses niemals nach diesem Verfahren abgeschieden werden wird; dieß beruht darauf, daß Bleioxyd von metallischem Antimon reducirt wird, indem sich Antimonoxyd bildet.

Wenn der Verlust an Metall, wie in Liebig's Versuchen, nur 6 1/2 Proc. beträgt und das Pfund Regulus zu seiner Reinigung nur eine Unze Schwefelantimon und 4 1/2 Unzen kohlensaures Natron erfordert, so betragen die Unkosten für das Pfund, Feuer, Tiegel und Arbeit ungerechnet, nicht über 6 kr.

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