Titel: Verschiedene Preisaufgaben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. XCV./Miszelle 2 (S. 434–435)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/mi066095_2

Verschiedene Preisaufgaben.

I. Die Akademie der Wissenschaften in Paris hat folgende Preise ausgesezt:

1. Der große Preis aus den mathematischen Wissenschaften, den Widerstand der Flüssigkeiten betreffend, ist auf das Jahr 1838 verschoben.

2. Derselbe Preis wird auf das Jahr 1839 ausgeschrieben für die Bestimmung der Perturbationen der Kreisbewegung durch die Reihen periodischer, von den Kreisfunktionen differirender Quantitäten.

3. Als astronomischer Preis wird im Jahre 1838 eine Medaille von 635 Fr. im Werthe demjenigen zuerkannt, der die interessanteste Beobachtung gemacht, oder die für die Fortschritte der Wissenschaft nüzlichste Abhandlung verfaßt hat.

4. Ein Preis von 6000 Fr. ist für das beste Werk über die vortheilhafteste Anwendung des Dampfes auf die Schifffahrt ausgeschrieben.

5. Als Preis aus der Mechanik wird eine goldene Medaille zu 500 Fr. demjenigen übergeben, der landwirthschaftliche Geräthe von großem Nuzen erfunden oder verbessert hat.

6. Als statistischer Preis wird eine goldene Medaille zu 530 Fr. demjenigen überreicht, welcher die besten Forschungen über die Statistik Frankreichs angestellt hat.

II. Das Athenée des Arts in Paris ertheilt eine goldene Medaille zu 300 Fr. dem Verfasser der besten Abhandlung über die Organisation, welche am meisten zur Erhöhung der Wohlfahrt der arbeitenden Classen beiträgt. Die Abhandlungen müssen vor dem 1. April 1838 an das Secretariat im Hôtel-de-Ville eingesandt werden.

III. Die Société des établissements charitables hat als Preisfrage bekannt gemacht: „Was haben die Fabrikanten und Meister bei dem dermaligen Zustande der Civilisation und der Industrie in Frankreich zu thun, um den Zustand der von ihnen verwendeten arbeitenden Classe zu verbessern?“

IV. Die Société d'émulation de l'Ain hat einen ersten Preis zu 400 und einen zweiten zu 100 Fr. für die beste Beantwortung folgender Frage ausgeschrieben: „Man gebe ein leicht ausführbares, wohlfeiles und erfolgreiches Verfahren zur Vermehrung der Blutegel an. Dieß Verfahren muß im Großen anwendbar und wenigstens schon bei einer Zucht von 3000 Blutegeln gelungen seyn.“ Die mit amtlichen Zeugnissen belegten Eingaben müssen vor dem 1. Mai 1840 einlaufen.

V. Das General-Conseil des Departement du Rhône verspricht einen Preis von 3000 Fr. für ein sicheres Mittel zur Vertilgung der den Weinstok verheerenden Raupe. Einen eben so großen Preis hat auch das General-Conseil des Departement de Saône et Loire auf denselben Gegenstand ausgeschrieben. Die Preise werden zuerkannt, wenn die Resultate unzweifelhaft und von der Akademie in Lyon bewahrt wurden. Der Preisträger verliert natürlich das Geheimniß seines Mittels, welches dem Rebstoke nicht nachtheilig seyn darf.

VI. Die Société d'agriculture, sciences et arts in Meaux ertheilt eine goldene Medaille zu 150 Fr. für das beste Elementarlehrbuch der Landwirthschaft für Primärschulen.

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VII. Die Société des sciences morales, lettres et arts de Seine et Oise ertheilt im Jahre 1838 eine goldene Medaille zu 300 Fr. für die beste Beantwortung der Frage: „Ist die Unterstüzung der Kunst oder jene der Künstler von größerem Nuzen?“

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