Titel: Weitere Berichte über die Jauffret'sche Düngerbereitung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. XCV./Miszelle 20 (S. 442)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/mi066095_20

Weitere Berichte über die Jauffret'sche Düngerbereitung.

Unserem Versprechen nachkommend legen wir zwei weitere, von sehr achtungswerthen Vereinen ausgesprochene Ansichten über die von Jauffret angegebene Schnelldüngerbereitung vor. Wir bedauern, daß sich diese beiden Berichte so widersprechen, daß man noch immer weit von der richtigen Entscheidung dieser Frage entfernt zu seyn scheint. Während nämlich die Société royale et centrale d'agriculture in Paris auf den von einer Commission erstatteten Bericht, der von Hrn. Debonnaire herrührte, die Erklärung abgab: „daß der Jauffret'sche Dünger nichts weiter als eine vielen anderen bereits bekannten ähnliche Composition sey, und daß er keine Eigenthümlichkeit habe, die für den Landwirth von besonderem Interesse ist;“ fand sich der kürzlich in Metz gehaltene wissenschaftliche Congreß veranlaßt, folgenden Wunsch auszusprechen: „In Erwägung der günstigen Resultate, welche sich bei den in Aix, Neuilly, Lorient und Bergerac mit dem Jauffret'schen Dünger angestellten Versuchen ergaben; in Berüksichtigung jener Versuche namentlich, welche bei Metz von Hrn. de Thémines vorgenommen wurden, und denen mehrere Mitglieder des Congresses beiwohnten, hält sich der Congreß für berechtigt, die Aufmerksamkeit der Regierung auf die Erfindung des Hrn. Jauffret zu lenken, und den Wunsch auszusprechen, daß dieselbe zur Verbreitung dieser unter den Landwirthen mitwirken möge.“ Als Motive hiezu werden folgende Vorzüge der neuen Methode angeführt: 1) Jedermann kann sich seinen Bedarf an Dünger bei Hause und auf dem Felde selbst bereiten. 2) Man kann in Ermangelung von Stroh anstatt dessen alle holzigen Substanzen zum Dünger verwenden. 3) Die Unkräuter, deren Samen oder Keime sich bisher im Dünger häufig erhielten, werden vollkommen zerstört. 4) Die Düngermasse läßt sich ungeheuer vermehren, indem man in wenigen Tagen und mit Leichtigkeit Haidekraut, Ginster, Binsen, Queken u. dergl., welche bisher wenigstens ein Jahr lang brauchten, ehe sie Dünger gaben, in ganz guten Dünger verwandeln kann. 5) Der Landwirth kann sich in Ermangelung anderer Stoffe aus der Erde selbst einen guten Dünger bereiten. 6) Der aus den Ställen kommende Dünger läßt sich nicht nur gleich anwenden, sondern auch um den dritten Theil vermehren. 7) Jedermann kann dazu Gegenstände benuzen, die man überall findet und die man nirgendwo verwendet. – Es steht nun zu erwarten, ob die französische Regierung der Sache eine weitere Folge geben wird, oder ob man sie mit dem Erfinder selbst, welcher kürzlich in Bordeaux verschied, zu Grabe gehen lassen wird. (Aus dem Recueil industriel und dem Mémorial encyclopédique.)

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