Titel: Ueber die Steuerung der Dampfboote vom Buge aus.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. XCV./Miszelle 3 (S. 435)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/mi066095_3

Ueber die Steuerung der Dampfboote vom Buge aus.

Das unglükliche Zusammenstoßen des Monarch und des Apollo auf der Themse veranlaßte Hrn. Capitän Basil Hall im Mechanics' Magazine wiederholt auf die Abänderung des dermaligen Steuerungssystemes zu dringen, da in diesem allein der Grund zu dergleichen Unglüksfällen gelegen ist. Der Steuermann befindet sich dermalen in einer Stellung, in welcher er die Annäherung von Booten und anderen Gegenständen nicht bemerken kann, und in der er überhaupt nur nach den von dem Capitäne und dem Piloten gegebenen Zeichen oder Rufen handeln kann, woraus nothwendig oft ein Irrthum oder eine Unschlüssigkeit folgen muß. Hr. Hall empfiehlt als die beste Abhülfe hiegegen die Einführung der amerikanischen Steuerungsmethode. Nach dieser befindet sich der Steuermann auf einer 10 bis 12 Fuß hoch über dem Verdeke angebrachten Platform und so nahe an dem Vordertheile des Fahrzeuges, daß er Alles übersehen kann, was diesem von irgend einer Seite her in den Weg kommt. Das Hinterdek ist ganz für die Passagiere frei gelassen. Die Tillertaue sind durch Blöke und Röhren an den Vordertheil des Fahrzeuges und von hier zum Steuermann hinauf geführt, wo sie zulezt über die Trommel eines gewöhnlichen Steuerrades geschlungen sind. Man hat hiegegen eingewendet, daß die Reibung und das Gewicht der Taue die gehörige Geschwindigkeit der Steuerung beinahe unmöglich machen; wogegen Hr. Hall bemerkt, daß er selbst auf dem Mississippi sich mehrere Mal von dem Gegentheile überzeugt habe. Mit mehr Recht hat man eingewendet, daß der Steuermann in dieser Stellung auf der hohen See zu sehr exponirt seyn würde; allein auch dagegen ist leicht Rath, da man beim Uebergange in die See, auf der die Gefahren des Zusammenstoßens nicht so groß sind, zur gewöhnlichen Steuerung schreiten könnte.

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