Titel: Ueber die vortheilhafteste Geschwindigkeit der Fahrzeuge auf Canälen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1837, Band 66, Nr. XCV./Miszelle 4 (S. 435)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj066/mi066095_4

Ueber die vortheilhafteste Geschwindigkeit der Fahrzeuge auf Canälen.

Nach den in England von Mac-Neil, Vallis und Russel angestellten Versuchen (die wir in unserem Journale ausführlich mitgetheilt haben), ist es von großem Vortheile, wenn man den Canalbooten eine größere Geschwindigkeit gibt, als jene der Welle, die sie bei langsamerem Laufe durch Aufstauchung des Wassers erzeugen. Man hat gefunden, daß diese Welle, so lange sie eine größere Geschwindigkeit hat als das Fahrzeug, und so lange sie ihm also vorauseilt, dem Fahrzeuge einen Widerstand entgegensezt, der um so größer ist, je mehr sich das Fahrzeug der Welle annähert; daß aber, wenn das Fahrzeug eine größere Geschwindigkeit erlangt hat, als die Welle, es diese übersteigt und mit ihr forttreibt. Es erwächst hieraus der doppelte Vortheil, daß man in diesem Falle nicht nur mit einer viel geringeren Zugkraft ausreicht; sondern daß auch alle die Schwingungen und der Wellenschwall, die bei geringerer Geschwindigkeit entstehen, wegfallen. Die HH. Hainguerlot und Vuigner haben nun diese Versuche auf dem Ourcqcanale mit einem in England gebauten Boote wiederholt, und die in England erzielten Resultate bestätigt gefunden. Das Boot brauchte nämlich mit 2110 Kilogr. beladen, wenn es die Welle erreichte und um sie zu übersteigen, eine Zugkraft von 250 bis 300 Kilogr., hatte es aber die Geschwindigkeit der Welle überholt, indem es 5,71 Meter in der Secunde durchlief, so reichte eine Zugkraft, welche im mittleren Durchschnitte 100 bis 50 Kilogr. betrug, hin. Mit einer Belastung von 4500 Kilogr. wechselte die Zugkraft, welche zur Ueberschreitung der Welle nöthig war, zwischen 200 und 400 Kilogr.; war die Ueberschreitung aber ein Mal erfolgt, und eine Geschwindigkeit von 16,000 Meter in der Stunde erreicht, so genügte im Durchschnitt eine Kraft von 100 Kilogr. (Mémorial encyclopédique, Sept. 1837.)

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