Titel: Coathupe's Verbesserung in der Glasfabrication.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 67, Nr. LXI. (S. 217–218)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj067/ar067061

LXI. Ueber eine von Charles Thornton Coathupe erfundene Verbesserung in der Glasfabrication.

Aus dem Mechanics' Magazine, No. 748.

Einer der ausgezeichnetsten englischen Glasfabrikanten, Hr. Coathupe in Wraxall bei Bristol, erhielt kürzlich ein Patent auf eine wichtige Erfindung in der Glasfabrication.22) Nach den gewöhnlichen Verfahrungsweisen, die man bei der Fabrication von Kron-, Fenster- und anderem Glase, mit Ausnahme des Bouteillenglases, zu befolgen pflegt, wendet man die kieseligen, alkalischen und sonstigen Bestandtheile des Glases bei der vor der Schmelzung Statt findenden Vermengung beinahe oder ganz troken an. Um die alkalischen Substanzen in diesem Zustande zu erhalten, müssen sie der lästigen und mühseligen Abdampfung und Calcinirung unterworfen werden. Hr. Coathupe hingegen wendet die Alkalien in aufgelöstem Zustande oder zum Theil in solchem, und zum Theil troken an, so daß die Abdampfung und Calcinirung zum Theil erspart und mit weniger Arbeit sowohl als mit geringerem Kostenaufwande ein besseres Resultat erzielt wird.

Um dieß zu bewerkstelligen, bringt er die Materialien, aus denen das Glas verfertigt werden soll, mit Ausnahme der Alkalien, ganz troken oder beinahe so in einen Reverberirofen. Hierauf sezt er die Alkalien, die alkalischen Salze oder die sonstigen Salze in aufgelöstem Zustande zu, und zwar in einer Auflösung von solcher Stärke, wie man sie für den einzelnen Fall für nöthig hält. Das Eintragen der Auflösung geschieht durch eine Oeffnung, die sich an irgend einer geeigneten Stelle des Reverberirofens befindet. Wenn dieß geschehen ist, so wird die ganze Masse beständig umgerührt, bis die Mischung beinahe oder ganz troken geworden ist. Zeigt sich vor dem Eintragen, daß die alkalische Auflösung nicht stark genug oder nicht in hinreichender Menge vorhanden ist, so kann man so viel trokenes Alkali oder trokenes Salz zusezen, als nöthig ist, um das Fehlende zu ersezen. Der Zusaz muß jedoch dann mit den zuerst in |218| den Ofen gebrachten trokenen Substanzen eingetragen werden. Wenn es unter gewissen Umständen nicht zulässig ist, sich vorher eine Auflösung der alkalischen Substanzen zu bereiten (was der Erfinder für die beste Methode erklärt), so fährt man nach Hrn. Coathupe noch am besten, wenn man sämmtliche Materialien oder Bestandtheile der Glasmasse troken in den Ofen bringt, sie dann in diesem mit so viel Wasser, als zur Auflösung der Salze und Alkalien nöthig ist, übergießt, und endlich die Mischung bis zur Trokenheit eindampft.

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Es ist dieß das Patent, welches von Hrn. Charles Thornton Coathupe unterm 11. Febr. 1837 genommen wurde. A. d. R.

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